Ein Wintergarten lebt von Licht. Große Glasflächen öffnen den Blick in den Garten, lassen Räume großzügiger erscheinen und schaffen eine Verbindung zwischen Haus und Außenbereich. Was im Frühjahr und Herbst ausgesprochen angenehm ist, kann an heißen Sommertagen allerdings zum Problem werden. Trifft über mehrere Stunden intensive Sonnenstrahlung auf Dach und Seitenflächen, steigt die Temperatur hinter dem Glas schnell an. Aus dem gemütlichen zusätzlichen Wohnbereich wird dann ein Raum, der tagsüber kaum noch genutzt werden kann.
Das Problem entsteht vor allem durch die Kombination aus großer transparenter Fläche und intensiver Sonneneinstrahlung. Ein Teil der Sonnenenergie gelangt durch die Verglasung und erwärmt Boden, Möbel und andere Oberflächen. Diese geben wiederum Wärme an den Raum ab. Ohne ausreichende Verschattung und Luftbewegung sammelt sich immer mehr Wärme im Wintergarten.
Wie stark sich ein Wintergarten aufheizt, hängt unter anderem von seiner Ausrichtung, Größe, Verglasung, Dachform, Beschattung und den vorhandenen Lüftungsöffnungen ab. Ein vollständig verglastes Dach ist beispielsweise einer anderen Sonneneinstrahlung ausgesetzt als eine Konstruktion mit teilweise geschlossenem Dach. Ein nach Westen orientierter Wintergarten bekommt wiederum besonders am Nachmittag intensive, relativ tief stehende Sonne ab.
Die sommerliche Nutzung sollte deshalb bereits bei der Wintergarten-Planung berücksichtigt werden. Der Beitrag Welcher Wintergarten passt zu meinem Haus? auf renovieren.net zeigt, wie Nutzung, Bauweise und Ausrichtung zusammenhängen. Gerade bei einem ganzjährig genutzten Wohnwintergarten sollte der Hitzeschutz nicht erst nach dem ersten heißen Sommer zum Thema werden.
Bei einem bestehenden Wintergarten ist es für Verbesserungen jedoch keineswegs zu spät. Außenliegende Beschattung, eine durchdachte Lüftung, automatische Steuerungen und gegebenenfalls eine geeignete Sonnenschutzverglasung können die sommerliche Situation erheblich verbessern. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Gebäuden grundsätzlich, Sonnenstrahlung möglichst bereits vor der Verglasung abzufangen. Außenliegende Systeme wie Raffstores, Rollläden oder Markisen sind deshalb beim sommerlichen Hitzeschutz besonders wirksam.
Entscheidend ist, die verschiedenen Maßnahmen nicht isoliert zu betrachten. Eine starke Verschattung ohne ausreichenden Luftaustausch kann ebenso unbefriedigend bleiben wie großzügige Lüftungsöffnungen bei ungebremster Sonneneinstrahlung. Ein angenehmer Wintergarten im Sommer entsteht am zuverlässigsten durch das Zusammenspiel von Sonnenschutz, Verglasung und Lüftung.
Warum sich ein Wintergarten im Sommer so stark aufheizt
Eine große Glasfläche lässt nicht nur Tageslicht, sondern auch einen Teil der Sonnenenergie in den Raum. Boden, Möbel, Wände und andere Bauteile nehmen diese Energie auf und erwärmen sich. Gleichzeitig verhindert die geschlossene Konstruktion einen freien Luftaustausch wie auf einer offenen Terrasse.

Besonders kritisch kann das Dach sein. Während senkrechte Glasflächen abhängig von Tageszeit und Himmelsrichtung unterschiedlich stark beschienen werden, bekommt eine großflächige Glasüberdachung im Sommer über viele Stunden direkte Sonne ab.
Die Temperatur im Wintergarten kann deshalb deutlich stärker steigen als in angrenzenden Wohnräumen.
Dach und Westseite verdienen besondere Aufmerksamkeit
Bei der Planung des Sonnenschutzes sollte nicht jede Glasfläche identisch behandelt werden. Eine Westfassade bekommt die Sonne am späten Nachmittag, wenn häufig bereits hohe Außentemperaturen herrschen. Gleichzeitig steht die Sonne vergleichsweise niedrig, weshalb Dachüberstände allein dort nur begrenzt schützen.
Eine südliche Verglasung erhält dagegen viel direkte Sonne um die Mittagszeit. Die hoch stehende Sommersonne lässt sich dort teilweise gut über konstruktive Verschattung oder entsprechend dimensionierte Dachüberstände begrenzen.
Eine pauschale Lösung für sämtliche Seiten eines Wintergartens gibt es deshalb nicht. Sinnvoll ist eine Beschattung, die sich nach Ausrichtung und tatsächlichem Sonnenverlauf richtet.
Außenliegender Sonnenschutz hält Wärme frühzeitig ab
Die wirkungsvollste Maßnahme setzt an, bevor Sonnenstrahlung durch das Glas gelangt. Genau deshalb ist außenliegender Sonnenschutz für große Glasflächen besonders interessant.
Die Verbraucherzentrale bezeichnet außen angebrachte Raffstores und Rollläden als besonders wirksamen Hitzeschutz. Auch Markisen können verhindern, dass direkte Sonnenstrahlung überhaupt auf die dahinterliegende Verglasung trifft.
Außenmarkisen für das Wintergartendach
Für Glasdächer gibt es spezielle Wintergartenmarkisen. Das Tuch läuft über oder oberhalb der Dachfläche und verschattet einen großen Teil der Verglasung.
Dadurch gelangt weniger Sonnenenergie ins Innere. Besonders praktisch sind elektrisch betriebene Anlagen, die sich abhängig von Sonneneinstrahlung steuern lassen.
Bei der Auswahl müssen Konstruktion, Dachgröße und Windbelastung berücksichtigt werden. Außenmarkisen sind Witterung ausgesetzt und benötigen deshalb eine stabile Führung. Bei starkem Wind müssen viele Systeme eingefahren werden.
Weitere Grundlagen zu Markisen und Außenbeschattung behandelt renovieren.net im Beitrag Wie passende Außenmarkisen die Gesamtoptik der Immobilie verbessern.

Raffstores für senkrechte Glasflächen
Raffstores besitzen verstellbare Lamellen. Dadurch kann direkte Sonne abgeschirmt werden, während weiterhin Tageslicht in den Wintergarten gelangt.
Besonders an Ost-, Süd- und Westflächen bietet diese Bauweise einen Vorteil: Die Lamellen lassen sich dem Sonnenstand anpassen. Der Wintergarten muss nicht vollständig verdunkelt werden, um den Wärmeeintrag zu reduzieren.
Für große Fensterflächen kann eine automatische Steuerung interessant sein. Licht-, Temperatur- und Wettersensoren können Sonnenschutzsysteme abhängig von den Bedingungen öffnen oder schließen. Auch die Verbraucherzentrale hebt solche automatisierten Lösungen als besonders praktisch hervor.
Innenliegender Sonnenschutz hilft – ist aber weniger wirksam
Plissees, Rollos, Vorhänge oder Innenjalousien sind deutlich einfacher nachzurüsten als Außenanlagen. Sie schützen vor Blendung und verbessern die Aufenthaltsqualität. Für den eigentlichen Hitzeschutz besitzen sie jedoch einen entscheidenden Nachteil.
Die Sonnenstrahlung hat die Verglasung bereits passiert, bevor sie auf das innenliegende Material trifft. Ein Teil der Energie befindet sich damit schon innerhalb des Wintergartens.
Die Verbraucherzentrale weist deshalb darauf hin, dass innenliegende Systeme zwar helfen können, aber weniger wirksam sind als außenliegender Sonnenschutz.
Wann Innenrollos trotzdem sinnvoll sind
Nicht an jedem Wintergarten lässt sich ohne Weiteres eine Außenmarkise montieren. Denkmalschutz, Konstruktion, Windbelastung oder bauliche Gegebenheiten können eine Außenlösung erschweren.
In solchen Situationen können reflektierende Innenrollos oder speziell für Wintergärten entwickelte Beschattungssysteme eine Verbesserung bringen.
Sie eignen sich außerdem als Ergänzung zum äußeren Sonnenschutz. Während die Außenbeschattung den größten Teil der direkten Sonneneinstrahlung abfängt, reduziert die Innenlösung Blendung und schafft zusätzlichen Sichtschutz.
Einen allgemeinen Überblick über verschiedene Systeme bietet renovieren.net im Beitrag Rollos und Jalousien für optimalen Sonnenschutz.
Richtiges Lüften verhindert einen Wärmestau
Selbst der beste Sonnenschutz kann die Wärmeentwicklung nicht vollständig verhindern. Deshalb benötigt ein Wintergarten ausreichend Möglichkeiten, warme Luft wieder abzuführen.
Besonders wirkungsvoll ist eine natürliche Luftbewegung von unten nach oben. Erwärmte Luft steigt auf und kann über hoch angeordnete Dach- oder Oberlichter entweichen. Gleichzeitig strömt durch tiefer angeordnete Türen oder Fenster kühlere Luft nach.

Dachlüfter nutzen den natürlichen Auftrieb
Öffnungen im Dachbereich sind besonders wertvoll, weil sich dort die wärmste Luft sammelt. Motorisch betriebene Dachfenster können automatisch geöffnet werden, sobald bestimmte Temperaturen erreicht werden.
Gleichzeitig müssen ausreichend große Zuluftöffnungen vorhanden sein. Ohne nachströmende Luft kann auch ein Dachlüfter nur begrenzt arbeiten.
Mehrere Maßnahmen können einen Wintergarten vor Überhitzung schützen, wenn Verschattung und Luftaustausch als gemeinsames System betrachtet werden. Ein vollständig beschatteter, aber geschlossener Wintergarten kann sich weiterhin erwärmen. Ein unbeschatteter Raum mit geöffnetem Fenster wiederum bekommt ständig neue Sonnenenergie geliefert.
Nachts und morgens intensiv auskühlen
An heißen Sommertagen lohnt sich eine intensive Lüftung besonders dann, wenn die Außenluft kühler ist als die Luft im Wintergarten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei sommerlicher Hitze, vor allem zwischen Abend und frühem Morgen über längere Zeit zu lüften.
Im Wintergarten lässt sich damit nicht nur die Luft austauschen. Auch Boden, Möbel und andere erwärmte Oberflächen können während der kühleren Nachtstunden Wärme abgeben.
Tagsüber sollte die Lüftung nach den tatsächlichen Temperaturen gesteuert werden. Ist der Wintergarten erheblich wärmer als die Außenluft, kann ein großer Luftaustausch weiterhin sinnvoll sein. Gleichzeitig sollte die direkte Sonneneinstrahlung möglichst reduziert werden.
Automatische Lüftung macht den Hitzeschutz zuverlässiger
Ein Wintergarten kann sich bereits aufheizen, während das Haus leer steht. Automatische Fensteröffner und Temperatursteuerungen verhindern, dass die Lüftung ausschließlich davon abhängt, ob gerade jemand zu Hause ist.
Elektrische Dachfenster lassen sich beispielsweise mit Temperatur- und Regensensoren koppeln. Steigt die Innentemperatur, öffnen sich definierte Lüftungsflächen. Beginnt es zu regnen, können sie wieder schließen.
Beschattung und Lüftung gemeinsam steuern
Noch komfortabler wird eine zentrale Steuerung. Sonnensensoren fahren die Markise aus, bevor sich der Raum stark erwärmt. Temperaturfühler öffnen geeignete Lüftungsflächen. Wind- und Regensensoren schützen empfindliche Außenanlagen.
Dadurch reagiert der Wintergarten nicht erst auf eine bereits extreme Temperatur, sondern begrenzt den Wärmeeintrag frühzeitig.
Bei umfangreicheren Lüftungslösungen lohnt sich außerdem ein Blick auf den renovieren.net-Ratgeber Wohnraumlüftung im Bestand nachrüsten. Dort werden zentrale und dezentrale Lüftungssysteme sowie die notwendige Planung der Luftwege ausführlicher erklärt.
Die Verglasung entscheidet mit über den sommerlichen Wärmeeintrag
Bei Wintergärten wird häufig zuerst über den U-WertDer U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) ist ei... Mehr gesprochen. Er beschreibt vereinfacht, wie gut ein Bauteil den Wärmedurchgang begrenzt. Für die sommerliche Sonneneinstrahlung ist jedoch zusätzlich ein anderer Kennwert interessant: der g-Wert.
Der g-Wert gibt an, welcher Anteil der auftreffenden Sonnenenergie durch die Verglasung nach innen gelangt. Je niedriger der Wert, desto geringer fällt der solare Wärmeeintrag aus.
Die Verbraucherzentrale nennt für normale Fensterverglasungen einen g-Wert von ungefähr 0,6 und für Sonnenschutzverglasungen Werte unter 0,4. Diese Angaben sind Orientierungswerte für Fenster; welche Verglasung für einen Wintergarten geeignet ist, muss anhand der gesamten Konstruktion geplant werden.
Sonnenschutzglas kann die Beschattung ergänzen
Sonnenschutzverglasungen besitzen spezielle Beschichtungen, welche einen größeren Anteil der Sonnenenergie reflektieren oder absorbieren.
Das kann bei großflächigen Süd- und Westverglasungen interessant sein. Allerdings entsteht ein Zielkonflikt: Was im Sommer draußen bleiben soll, fehlt möglicherweise in den kühleren Monaten als gewünschter solarer Wärmegewinn.
Außerdem können stark wirksame Sonnenschutzgläser Lichtdurchlässigkeit und Farbeindruck verändern. Deshalb sollte ein Glasmuster vor einer größeren Investition bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen betrachtet werden.
Sonnenschutzglas ersetzt eine gut geplante Außenbeschattung nicht zwangsläufig. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt bei größeren Fensterflächen eine Kombination mit geeigneter Verschattung.
Welche Maßnahmen bringen bei einem bestehenden Wintergarten am meisten?
Bei einer Nachrüstung muss nicht sofort die Verglasung ersetzt werden. Häufig lässt sich der größte praktische Unterschied bereits durch Verschattung und bessere Lüftung erzielen.
| Maßnahme | Wirkung gegen sommerliche Hitze | Nachrüstung |
|---|---|---|
| Außenmarkise am Dach | hoch bei direkter Sonneneinstrahlung | häufig möglich |
| Außenraffstores | hoch an senkrechten Glasflächen | abhängig von Konstruktion |
| Innenrollos oder Plissees | mäßig, guter Blend- und Sichtschutz | meist einfach |
| größere Lüftungsöffnungen | hoch gegen Wärmestau | baulich zu prüfen |
| automatische Dachfenster | gute Unterstützung der Lüftung | häufig möglich |
| Sonnenschutzverglasung | reduziert solaren Wärmeeintrag | vor allem bei Glastausch sinnvoll |
| Ventilator | verbessert das Wärmeempfinden | sehr einfach |
| aktive Klimatisierung | kann Raumtemperatur senken | technisch und energetisch aufwendiger |
Diese Reihenfolge zeigt, weshalb zunächst die Ursache angegangen werden sollte. Sonnenenergie, die gar nicht erst ins Innere gelangt, muss später nicht mit Ventilator oder Klimagerät wieder bekämpft werden.

Ein Ventilator kühlt den Menschen, nicht den Wintergarten
Ventilatoren sind eine unkomplizierte Ergänzung. Durch die Luftbewegung kann Wärme angenehmer empfunden werden.
Die eigentliche Raumtemperatur wird dadurch jedoch nicht nennenswert gesenkt. Im Gegenteil erzeugt der Motor selbst eine kleine Menge Wärme.
Ein Deckenventilator oder leiser Standventilator ist deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn die grundlegenden Maßnahmen gegen Sonneneinstrahlung und Wärmestau bereits vorhanden sind.
Klimaanlage erst nach dem baulichen Hitzeschutz prüfen
Eine Klimaanlage kann die Temperatur aktiv senken. Bei einem stark verglasten und unzureichend beschatteten Wintergarten müsste sie allerdings permanent gegen einen hohen solaren Wärmeeintrag arbeiten.
Das ist energetisch wenig überzeugend. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, zunächst Maßnahmen gegen die eigentliche Ursache der Überhitzung umzusetzen. Klimageräte behandeln in erster Linie die bereits entstandene Hitze.
Bei einem dauerhaft als Wohnraum genutzten Wintergarten kann eine fachgerecht ausgelegte Kühlung dennoch sinnvoll sein. Dann sollten Beschattung, Kühllast, Luftfeuchtigkeit und Kondensat gemeinsam geplant werden.
Kaltwintergarten und Wohnwintergarten unterscheiden
Nicht jeder Wintergarten stellt dieselben Anforderungen an die Sommertemperatur. Ein Wohnwintergarten ist Teil des dauerhaft genutzten Wohnbereichs und sollte entsprechend komfortabel bleiben.
Ein Kaltwintergarten besitzt dagegen üblicherweise keine vollwertige Beheizung und Wärmedämmung wie ein Wohnraum. Trotzdem kann auch er sich bei Sonneneinstrahlung sehr stark erwärmen.
Der renovieren.net-Beitrag über die Besonderheiten eines Kalt-Wintergartens weist ausdrücklich darauf hin, dass sich diese Bauweise an warmen Tagen schnell erhitzen kann und Sonnenschutz sowie Lüftung berücksichtigt werden sollten.
Verbindung zum Wohnhaus nicht vergessen
Befindet sich zwischen Wintergarten und Wohnraum eine große Tür- oder Schiebeanlage, kann die Wärme aus dem Wintergarten in das Haus gelangen.
An heißen Tagen sollte deshalb vermieden werden, dass ein überhitzter Wintergarten den angrenzenden Wohnbereich zusätzlich erwärmt. Verschattung und Lüftung gehören damit nicht nur zum Komfort im Wintergarten selbst, sondern können auch das Raumklima im Haus beeinflussen.
Pflanzen können unterstützen, aber keinen Sonnenschutz ersetzen
Große Pflanzen tragen zur Atmosphäre eines Wintergartens bei und können einzelne Bereiche verschatten. Über die Verdunstung geben Pflanzen außerdem Feuchtigkeit ab.
Als alleinige Kühlmaßnahme reichen sie jedoch nicht aus. Gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit kann eine große Pflanzenmenge sogar zusätzliche Anforderungen an die Lüftung stellen.
Interessanter ist eine gezielte Verschattung außerhalb des Wintergartens. Laubabwerfende Bäume oder größere Sträucher können im Sommer Schatten erzeugen und im Winter nach dem Blattfall wieder mehr Sonnenlicht durchlassen. Auch die Verbraucherzentrale nennt Bäume und größere Sträucher als mögliche natürliche Unterstützung beim sommerlichen Hitzeschutz.
Sonnenschutz bereits bei der Planung berücksichtigen
Bei einem neuen Wintergarten sind viele Maßnahmen einfacher umzusetzen als bei einer späteren Nachrüstung. Das beginnt bei der Ausrichtung und reicht über Dachform und Verglasung bis zu Kabeln für elektrische Markisen und Fensterantriebe.
Besonders wichtig ist genügend Platz für außenliegende Beschattung. Wird eine Markise erst nachträglich eingeplant, können Befestigungspunkte, Dachrinnen oder konstruktive Elemente im Weg sein.
Auch Stromanschlüsse für Motoren, Sensoren und automatische Fensteröffner lassen sich während des Baus wesentlich unauffälliger integrieren.
Überhitzung nicht mit maximaler Glasfläche provozieren
Mehr Glas bedeutet nicht automatisch einen besseren Wintergarten. Große transparente Flächen bringen mehr Tageslicht und Ausblick, erhöhen aber zugleich den möglichen solaren Wärmeeintrag.
Ein teilweise geschlossenes Dach oder bewusst eingesetzte opake Bauteile können die Temperaturentwicklung erleichtern. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Architektur, Ausrichtung und gewünschter Nutzung ab.
Auch das Gebäudeenergiegesetz kennt den sommerlichen Wärmeschutz als eigenständiges Planungsziel: Bei Neubauten soll der Sonneneintrag durch bauliche Maßnahmen begrenzt werden. Für größere beheizte oder gekühlte Erweiterungen können ebenfalls entsprechende Anforderungen relevant werden.
Fazit: Der beste Hitzeschutz beginnt vor der Glasscheibe
Ein Wintergarten muss im Sommer nicht zwangsläufig zum Treibhaus werden. Problematisch wird es vor allem dann, wenn große Glasflächen unverschattet der Sonne ausgesetzt sind und gleichzeitig zu wenig warme Luft entweichen kann.
Die wirksamste Strategie besteht deshalb darin, Sonnenenergie möglichst früh abzufangen. Außenmarkisen auf dem Glasdach und Raffstores an den Seitenflächen besitzen dabei klare Vorteile gegenüber rein innenliegenden Lösungen. Die Sonnenstrahlung wird bereits reduziert, bevor sie durch das Glas in den Wintergarten gelangt.
Die zweite Säule bildet eine leistungsfähige Lüftung. Große Öffnungen auf unterschiedlichen Höhen nutzen den natürlichen Auftrieb warmer Luft. Besonders wirkungsvoll kann eine Kombination aus tiefer Zuluft und hoch gelegenen Dachfenstern sein. In den kühleren Abend-, Nacht- und Morgenstunden lässt sich der Wintergarten zusätzlich intensiv auslüften.
Bei einer Neuplanung lohnt sich außerdem der Blick auf die Verglasung. Neben dem bekannten U-Wert verdient dabei der g-Wert Aufmerksamkeit. Er beschreibt den solaren Energieeintrag durch die Scheibe. Sonnenschutzverglasungen können den Wärmeeintrag reduzieren, müssen aber sorgfältig mit Tageslicht, Winterbetrieb und Außenbeschattung abgestimmt werden.
Ein bestehender Wintergarten muss deshalb nicht sofort vollständig umgebaut werden. Häufig ist eine schrittweise Verbesserung sinnvoll. Zuerst wird geprüft, wo und wann die stärkste Sonne auftrifft. Anschließend kann eine geeignete Außenbeschattung folgen. Danach lässt sich feststellen, ob die vorhandenen Öffnungsflächen für einen ausreichenden Luftaustausch genügen.
Automatische Steuerungen können das System zusätzlich verbessern. Eine Markise, die bereits bei starker Sonneneinstrahlung ausfährt, verhindert Überhitzung zuverlässiger als eine Beschattung, die erst bei 35 Grad Innentemperatur geschlossen wird. Dasselbe gilt für automatisch gesteuerte Lüftungsöffnungen.
Ventilatoren und Klimageräte stehen dagegen eher am Ende der Kette. Ein Ventilator verbessert das Wärmeempfinden, beseitigt aber keinen Wärmestau. Eine Klimaanlage kann aktiv kühlen, muss bei fehlendem Sonnenschutz jedoch ständig gegen neu einfallende Sonnenenergie arbeiten.
Ein sommerlich angenehmer Wintergarten entsteht daher nicht durch eine einzelne technische Lösung. Außenbeschattung, geeignete Verglasung und kontrollierter Luftaustausch müssen zusammenpassen. Wird dieser Grundsatz bereits bei der Planung berücksichtigt, bleibt der lichtreiche Raum nicht nur im Frühling und Herbst attraktiv, sondern kann auch an warmen Sommertagen sinnvoll genutzt werden.
Die wichtigsten Fragen: Bei der Nachrüstung eines bestehenden Wintergartens geht es besonders häufig darum, welche Maßnahme zuerst umgesetzt werden sollte und ob Sonnenschutz, Lüftung oder eine Klimaanlage den größten Effekt bringt.
Was hilft am besten gegen Hitze im Wintergarten?
Besonders wirksam ist ein außenliegender Sonnenschutz, weil ein großer Teil der direkten Sonnenstrahlung abgefangen wird, bevor er durch die Verglasung gelangt. Ergänzend benötigt der Wintergarten ausreichend große Lüftungsöffnungen, damit bereits entstandene Wärme entweichen kann. Die Kombination aus Beschattung und Lüftung ist deshalb meist wirkungsvoller als eine einzelne Maßnahme.
Ist eine Außenmarkise besser als eine Innenmarkise?
Für den eigentlichen Hitzeschutz ist eine außenliegende Beschattung in der Regel wirksamer. Bei einer Innenmarkise hat die Sonnenstrahlung das Glas bereits passiert, bevor sie auf den Stoff trifft. Innenliegende Systeme bleiben dennoch sinnvoll für Blendschutz, Sichtschutz und als Ergänzung einer Außenbeschattung.
Wann sollte ein Wintergarten im Sommer gelüftet werden?
Eine besonders intensive Lüftung lohnt sich am Abend, in der Nacht und am frühen Morgen, wenn die Außenluft kühler ist. Tagsüber können große Lüftungsöffnungen ebenfalls sinnvoll sein, wenn sich im Wintergarten bereits deutlich heißere Luft gesammelt hat. Gleichzeitig sollte direkte Sonneneinstrahlung über Beschattung begrenzt werden.
Was bringt Sonnenschutzglas im Wintergarten?
Sonnenschutzverglasung reduziert den Anteil der Sonnenenergie, der durch die Scheibe nach innen gelangt. Maßgeblich ist dabei der g-Wert. Je niedriger er ausfällt, desto geringer ist der solare Wärmeeintrag. Allerdings werden dadurch auch gewünschte solare Wärmegewinne in kühleren Jahreszeiten reduziert. Eine Außenbeschattung kann Sonnenschutzglas deshalb weiterhin sinnvoll ergänzen.
Welcher g-Wert ist bei Sonnenschutzglas wichtig?
Der g-Wert beschreibt den Anteil der auftreffenden Sonnenenergie, der durch die Verglasung nach innen gelangt. Die Verbraucherzentrale nennt für übliche Fensterverglasungen ungefähr 0,6 und für Sonnenschutzverglasungen weniger als 0,4. Für einen konkreten Wintergarten sollte der passende Wert zusammen mit Ausrichtung, Glasfläche und Beschattung geplant werden.
Hilft ein Ventilator gegen einen heißen Wintergarten?
Ein Ventilator senkt die eigentliche Raumtemperatur nicht nennenswert. Die bewegte Luft verbessert allerdings die Verdunstung auf der Haut, wodurch die Temperatur angenehmer empfunden werden kann. Ein Ventilator eignet sich deshalb als Ergänzung, ersetzt aber weder Verschattung noch ausreichende Lüftung.
Lohnt sich eine Klimaanlage für den Wintergarten?
Bei einem ganzjährig als Wohnraum genutzten Wintergarten kann eine fachgerecht geplante Klimatisierung sinnvoll sein. Zuvor sollten jedoch Außenbeschattung und Lüftung optimiert werden. Andernfalls muss die Anlage ständig gegen den hohen solaren Wärmeeintrag arbeiten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, zunächst die Ursachen der sommerlichen Überhitzung zu begrenzen.
Können Pflanzen einen Wintergarten kühlen?
Pflanzen können kleinere Bereiche verschatten und über Verdunstung das lokale Raumgefühl beeinflussen. Einen leistungsfähigen technischen Sonnenschutz ersetzen sie jedoch nicht. Große Pflanzenmengen erhöhen zudem die Feuchtebelastung, weshalb eine ausreichende Lüftung weiterhin erforderlich bleibt.
Wie lässt sich ein bestehender Wintergarten nachträglich gegen Hitze schützen?
Bei vielen bestehenden Wintergärten lässt sich zunächst eine außenliegende Dachmarkise oder Beschattung der Seitenflächen ergänzen. Anschließend sollte geprüft werden, ob genügend große Lüftungsöffnungen vorhanden sind. Automatische Fensterantriebe und Sensorsteuerungen können später ergänzt werden. Ein Austausch der Verglasung ist eher dann interessant, wenn ohnehin eine Modernisierung ansteht.








