Pflasterbett (auch Bettung oder Pflastersplittbett) ist die dünne, gleichmäßige Schicht aus Splitt oder Brechsand zwischen Tragschicht und Pflasterbelag. Sie gleicht kleine Höhenunterschiede aus, lagert die Steine satt und leitet Lasten in die Tragschicht. Üblich ist eine Dicke von etwa 3 bis 5 cm.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Pflasterbett besteht meist aus Splitt 2/5 oder einem Brechsand-Splitt-Gemisch und ist nur etwa 3 bis 5 cm dick.
- Es wird locker abgezogen und erst nach dem Verlegen der Steine mitverdichtet. Es dient nicht dazu, grobe Unebenheiten des Unterbaus auszugleichen.
- Gefälle, Randeinfassung und Fugenfüllung bestimmen mit, ob eine Fläche dauerhaft eben bleibt.
- Setzungen haben meist ihre Ursache im Unterbau, in schlechter Entwässerung oder im Verlust von Fugenmaterial.
Definition und Abgrenzung
Eine gepflasterte Fläche besteht aus mehreren Schichten. Von unten nach oben liegen im Regelfall Untergrund, Frostschutzschicht, Tragschicht, Pflasterbett und der Belag aus Pflastersteinen oder Platten. Das Pflasterbett ist dabei die oberste ungebundene Schicht. Sie ist erheblich dünner als alle Schichten darunter. Ihre Aufgabe ist begrenzt: Sie soll den Steinen ein gleichmäßiges Auflager geben und Toleranzen in der Höhe der Tragschicht und der Steindicke aufnehmen.
Das Pflasterbett ist nicht mit der Tragschicht zu verwechseln. Die Tragschicht aus Schotter nimmt die Lasten auf und stabilisiert die Fläche. Sie wird mit einer gleichmäßigen Oberfläche hergestellt. Wer mit einer dicken Splittschicht Unebenheiten der Tragschicht ausgleicht, riskiert ungleichmäßige Verdichtung. Dort setzt sich die Fläche später stärker.
Ebenfalls zu unterscheiden ist die Verlegung im Mörtelbett. Dabei wird eine gebundene Bettung aus Zement und Zuschlägen verwendet. Diese Bauweise wird für besondere Beanspruchungen oder Natursteinbeläge genutzt, ist aber nicht wasserdurchlässig und stellt höhere Anforderungen an Bewegungsfugen und Entwässerung. Der Eintrag beschreibt die ungebundene Bauweise, die im Garten- und Wegebau am häufigsten ist.
Aufbau und Wirkprinzip
Die Bettung wird auf der fertigen Tragschicht eingebaut. Der Splitt wird in gleichmäßiger Dicke aufgebracht und mit Richtlatten oder Abziehschienen auf Höhe gezogen. Die Höhe muss so gewählt werden, dass die Oberfläche nach dem Abrütteln auf Sollhöhe liegt. Dabei verdichtet sich die lose Schicht um einen kleinen Betrag. Als Richtwert wird für die lose eingebaute Schicht eine Dicke von etwa 4 bis 5 cm angegeben, die verdichtete Bettung ist dann etwas dünner.
Die Bettung bleibt vor dem Verlegen unberührt. Sie darf nicht betreten und nicht nachträglich verdichtet werden. Die Steine werden von der fertigen Fläche aus verlegt, von der bereits verlegten Fläche aus nach vorn. Anschließend wird die Fläche mit einer Rüttelplatte abgerüttelt, bei empfindlichen Oberflächen mit Gummiunterlage. Dadurch pressen sich die Steine in das Bett, und die Fugen werden im unteren Bereich vom Splitt gefüllt. Danach werden die Fugen mit Fugenmaterial eingefegt und eingeschlämmt.
Materialien, Arten und Varianten
| Variante | Material | Eigenschaften | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Splittbett | Splitt 2/5 (gebrochen, enges Korngemisch) | wasserdurchlässig, formstabil, wenig Feinanteil | übliche Wahl für Wege, Terrassen, Zufahrten |
| Brechsand-Splitt-Gemisch | Gemisch 0/5, gebrochen | lässt sich gut verdichten, weniger durchlässig als reiner Splitt | Flächen ohne Versickerungsanforderung |
| Sickerfähige Bettung | Splitt 2/5 mit durchlässigem Unterbau | Wasser versickert durch Fugen oder Öffnungen | wasserdurchlässige Bauweise, Sickerpflaster |
| Gebundene Bettung | Mörtel oder Drainmörtel | starr, hohe Tragfähigkeit | Natursteinbeläge, besondere Lasten |
Rundkorn wie Rundkies oder Sand ist als Bettung ungeeignet. Die Körner verzahnen sich nicht, und die Bettung gibt unter Last nach. Gebrochenes Material verzahnt sich dagegen und bleibt formstabil.
Kennwerte, Bemessung und Regelwerke
Die wichtigsten Kennwerte des Pflasterbetts betreffen Dicke, Körnung und Durchlässigkeit. Die Dicke liegt üblicherweise im Bereich von 3 bis 5 cm, in manchen Regelwerken wird eine Spanne um 3 bis 4 cm für die verdichtete Bettung genannt. Das Material sollte frostsicher und gleichmäßig gekörnt sein. Ein hoher Feinanteil, etwa aus Lehm oder Sand, mindert die Wasserdurchlässigkeit und führt zu Wasseransammlungen.
Für gepflasterte Verkehrsflächen gibt es technische Regeln, die den Aufbau, die Baustoffe und die Ausführung beschreiben, etwa Merkblätter zu Pflasterdecken und die zugehörigen technischen Vertragsbedingungen. Sie fordern, dass Bettung und Fugenfüllung aufeinander abgestimmt sind und das Wasser aus der Bettung abfließen kann. Die Normen und Merkblätter sind urheberrechtlich geschützt und werden hier nur in eigenen Worten zusammengefasst. Wer Verkehrsflächen für Fahrzeuge plant, sollte die aktuellen Regeln und die Planung eines Fachbetriebs beachten.
Für das Gefälle gilt als Richtwert, dass Wasser auf der Oberfläche frei abfließen muss. Häufig wird ein Mindestquergefälle von etwa 2,5 % genannt, bei Platten gelegentlich 2 %. Das Gefälle zeigt vom Gebäude weg oder zu einer Entwässerungsrinne, siehe auch Oberflächenwasser und Drainage.
Fugen und Randeinfassung
Die Fugen tragen wesentlich zur Stabilität des Belags bei. Sie sorgen dafür, dass die Last von Stein zu Stein übertragen wird. Als Fugenmaterial werden meist Fugensand oder feiner Splitt eingesetzt. Wasserdurchlässige Fugenfüllungen und Spezialprodukte wie kunstharzgebundene Fugenmörtel unterscheiden sich in Durchlässigkeit, Unkrautbewuchs und Haltbarkeit. Bei Fugen, die sich leeren, verlieren die Steine ihren seitlichen Halt und beginnen zu wandern. Die Fuge muss daher regelmäßig kontrolliert und nachgefüllt werden.
Die Randeinfassung, zum Beispiel aus Randsteinen, Tiefbordsteinen oder Rasenkantensteinen, hält die Fläche seitlich zusammen. Sie wird in Beton gesetzt und mit einer Rückenstütze versehen. Ohne diese Stütze wandern die äußeren Steinreihen. Die Einfassung wird vor dem Verlegen der Fläche hergestellt, damit sie die Höhe und Flucht vorgibt. Ihre Gründung muss tragfähig und frostsicher sein, vergleiche Fundament.
Anwendung in Neubau und Bestand
Im Neubau wird das Pflasterbett als Teil der Außenanlagen mit dem gesamten Aufbau geplant. Anschlüsse an Türschwellen, Entwässerungsrinnen und Gebäudesockel erfordern abgestimmte Höhen. Die Oberfläche der Pflasterfläche liegt unter dem Fußboden im Innenraum. Zugleich muss der Anschluss an Fassade und Abdichtung beachtet werden, damit kein Wasser in den Sockelbereich läuft.
Im Bestand wird das Pflasterbett häufig bei Sanierungen eingebaut. Setzt sich eine Fläche, wird sie aufgenommen, die Steine werden gereinigt und gelagert. Dann wird der Unterbau geprüft und gegebenenfalls ergänzt. Die Bettung wird neu eingebaut, weil das alte Material verunreinigt und verdichtet ist. Danach werden die Steine in neuem Verband gesetzt. Für Terrassen auf alten Betonplatten ist auch eine Verlegung auf Stelzlagern möglich, diese ist aber eine andere Bauweise.
Bei der wasserdurchlässigen Bauweise werden Fugen und Bettung so ausgeführt, dass Regenwasser durch die Fläche versickern kann. Der Unterbau muss dann entsprechend durchlässig und ausreichend mächtig sein. Der Boden muss das Wasser aufnehmen können. Auf stark bindigem Untergrund ist das nicht immer möglich.
Kosten
Das Pflasterbett macht einen kleinen Teil der Gesamtkosten einer Pflasterfläche aus. Der Splitt wird nach Gewicht verkauft. Für einen Quadratmeter mit 4 cm Dicke wird etwa ein Zentner Material benötigt, der Preis liegt je nach Region meist bei einigen Euro je Quadratmeter. Die Hauptkosten entstehen beim Aushub, beim Unterbau und bei den Steinen. Bei Vergabe an Fachbetriebe wird das gesamte Pflastern häufig als Pauschale je Quadratmeter angeboten. Diese Angaben sind grobe Richtwerte, regionale Preise weichen stark ab.
Typische Fehler und Schäden
- Die Bettung ist zu dick und wird als Ausgleichsschicht für eine unebene Tragschicht benutzt, es entstehen ungleichmäßige Setzungen.
- Es wird Sand, Rundkies oder lehmhaltiges Material statt gebrochenem Splitt verwendet.
- Die Bettung wurde vor dem Verlegen betreten oder bereits verdichtet, die Oberfläche wird wellig.
- Das Gefälle fehlt, Wasser steht auf der Fläche oder läuft zum Haus.
- Die Randeinfassung ist nicht oder zu schwach gegründet, die Fläche wandert nach außen.
- Die Fugen sind nicht vollständig gefüllt oder werden ausgespült, die Steine kippen und wippen.
- Die Tragschicht oder Frostschutzschicht ist unzureichend verdichtet, wodurch sich Spurrillen bilden.
- Der Splitt der Bettung wird in die Tragschicht gespült, weil es an einer durchlässigen Trennung fehlt.
Wartung und Prüfung
Gepflasterte Flächen sollten jährlich kontrolliert werden. Dabei werden Fugen nachgefüllt, Unkraut entfernt und einzelne gesetzte Steine neu gelegt. Dazu werden die Steine herausgenommen, die Bettung wird aufgefüllt und geebnet, und die Steine werden neu gesetzt. Hochdruckreiniger können Fugenmaterial ausspülen und sollten mit Vorsicht benutzt werden. Nach starkem Regen und Frost lohnt eine Sichtkontrolle. Ist auf größerer Fläche eine Absenkung zu sehen, deutet das auf Probleme im Unterbau hin und sollte von einem Fachbetrieb oder Bausachverständigen geprüft werden.
Häufige Fragen zu Pflasterbett
Wie dick sollte ein Pflasterbett sein?
Üblich sind etwa 3 bis 5 cm. Die lose eingebaute Schicht wird meist mit etwa 4 bis 5 cm angelegt, nach dem Abrütteln ist sie dünner. Dicke Betten gleichen Fehler der Tragschicht nur scheinbar aus.
Splitt 2/5 oder Brechsand für das Pflasterbett?
Splitt 2/5 ist wasserdurchlässig und bleibt formstabil. Ein Brechsand-Splitt-Gemisch lässt sich gut verdichten, ist aber weniger durchlässig. Für wasserdurchlässige Bauweisen ist ein feinarmer Splitt die bessere Wahl.
Darf das Pflasterbett verdichtet werden?
Das Bett wird vor dem Verlegen nur abgezogen und nicht verdichtet. Die Verdichtung erfolgt erst, nachdem die Steine verlegt sind. So entsteht ein gleichmäßiges Auflager.
Welches Gefälle braucht eine gepflasterte Fläche?
Als Richtwert wird ein Gefälle von mindestens etwa 2,5 % genannt, bei Platten teils etwa 2 %. Es soll von Gebäuden wegführen. Genaue Vorgaben ergeben sich aus der Planung.
Womit werden die Fugen gefüllt?
Üblich sind Fugensand oder feiner Splitt, der eingefegt und eingeschlämmt wird. Spezielle Fugenmörtel sind eine Alternative, sie sind aber nicht immer wasserdurchlässig. Das Material muss zur Bettung passen.
Warum senkt sich mein Pflaster ab?
Häufige Gründe sind eine ungenügend verdichtete Trag- oder Frostschutzschicht, fehlende Entwässerung und ausgespülte Fugen. Auch eine zu dicke Bettung oder eine nicht gesicherte Randeinfassung kann die Ursache sein. Eine Untersuchung klärt die Ursache.
Verwandte Begriffe
Frostschutzschicht, Drainage, Oberflächenwasser, Fundament, Stützmauer









