Dunkel geölter Eichenparkettboden im Fischgrätmuster

Parkett

Parkett ist ein Bodenbelag aus Holz, der aus einzelnen Stäben, Dielen oder Lamellen besteht und verklebt, genagelt oder schwimmend verlegt wird. Man unterscheidet Massivparkett aus Vollholz und Mehrschicht- oder Fertigparkett, bei dem eine Nutzschicht aus Edelholz auf einem mehrlagigen Träger sitzt. Parkett lässt sich abschleifen und erneuern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Massivparkett besteht komplett aus Holz, Mehrschichtparkett hat eine dünnere Nutzschicht und ist formstabiler.
  • Vor der Verlegung müssen Estrichfeuchte, Ebenheit und Raumklima stimmen, sonst drohen Fugen, Wölbung oder Risse.
  • Auf Fußbodenheizung ist nur dafür freigegebenes Parkett geeignet, meist vollflächig verklebt.
  • Die Zahl der möglichen Schleifgänge hängt von der Dicke der Nutzschicht ab.

Was ist Parkett?

Parkett zählt zu den ältesten Holzböden in Wohnräumen. Der Begriff stammt aus dem Französischen und meint ursprünglich einen kleinen abgegrenzten Raum, dann den Holzboden darin. Heute bezeichnet er Holzbeläge aus Edelhölzern wie Eiche, Esche, Ahorn, Buche oder Nussbaum, deren Oberfläche geölt, gewachst oder lackiert wird.

Holz ist ein lebendiger Werkstoff. Es nimmt Feuchte aus der Raumluft auf und gibt sie wieder ab. Dabei quillt es und schwindet. Dieses Verhalten nennt man Arbeiten des Holzes. Es bestimmt, wie Parkett verlegt, gepflegt und beheizt werden muss.

Aufbau und Funktion

Beim Massivparkett besteht jedes Element durchgehend aus einer Holzart. Die gesamte Dicke dient als Nutzschicht. Das Parkett kann dadurch mehrfach abgeschliffen werden. Massivparkett reagiert aber stärker auf Schwankungen der Luftfeuchte als aufgebaute Systeme.

Mehrschichtparkett, oft Fertigparkett genannt, hat meist zwei oder drei Lagen. Oben liegt die Nutzschicht aus Edelholz. Darunter folgt eine Mittellage, häufig Nadelholz, deren Fasern quer laufen. Unten schließt ein Gegenzug ab. Die gekreuzten Lagen bremsen das Arbeiten des Holzes. Viele Fertigparkette werden bereits werkseitig oberflächenbehandelt und sind nach der Verlegung sofort nutzbar.

Die Funktion des Bodens hängt vom Untergrund ab. Er muss tragfähig, eben, sauber und trocken sein. Meist ist das ein Estrich, dessen Restfeuchte vorher gemessen wird.

Aufbau von Mehrschichtparkett und MassivparkettLinks drei Lagen des Mehrschichtparketts, rechts ein durchgehender Vollholzquerschnitt, beide auf dem Estrich.MehrschichtparkettNutzschicht EdelholzMittellage Nadelholz, querGegenzugMassivparkettVollholz, durchgehendEstrich (Feuchte vor der Verlegung messen)Schematische Darstellung, nicht maßstäblich
Schematischer Aufbau: Mehrschichtparkett mit gekreuzten Lagen und Massivparkett aus Vollholz.

Arten von Parkett

Parkett wird nach Aufbau, Format und Verlegemuster unterschieden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Art Merkmale Typische Verlegung
Massivparkett (Stäbe, Dielen) Vollholz, mehrfach schleifbar, empfindlicher gegen Feuchteschwankungen Vollflächig verklebt oder genagelt
Mehrschicht- oder Fertigparkett Edelholz-Nutzschicht auf Träger, formstabiler, oft fertig behandelt Verklebt oder schwimmend
Mosaikparkett Kleine Lamellen, zu Tafeln verbunden Verklebt
Lamparkett Schmale Lamellen auf Trägerplatte Verklebt, selten schwimmend
Landhausdiele Breite, lange Dielen, oft mit Nut und Feder Verklebt, genagelt oder schwimmend

Verlegemuster wie Fischgrät, Schiffsboden oder Würfel verändern die Optik, nicht den Aufbau. Die Anforderungen an Massivparkett regeln Produktnormen wie DIN EN 13226, für Mehrschichtparkett gilt DIN EN 13489.

Parkett auf Fußbodenheizung

Parkett ist auf einer Fußbodenheizung möglich, aber nicht jedes Produkt eignet sich. Holz ist ein mäßiger Wärmeleiter. Der Wärmedurchlasswiderstand des Belags sollte daher klein bleiben. Die Oberflächentemperatur des Bodens darf nach vielen Herstellerangaben 27 Grad Celsius nicht überschreiten.

Bewährt haben sich formstabile Holzarten und Mehrschichtaufbauten, die vom Hersteller ausdrücklich für Fußbodenheizung freigegeben sind. Breite Massivdielen gelten als riskant, weil sie stark arbeiten. Die vollflächige Verklebung leitet die Wärme besser als schwimmende Verlegung. Vor dem Belegen ist der Estrich nach Aufheizprotokoll zu trocknen und die Belegreife zu messen.

Praxis: Vorbereiten, Verlegen, Pflegen

Die Qualität eines Parkettbodens entsteht zu großen Teilen im Untergrund. Folgende Reihenfolge hat sich bewährt.

  1. Untergrund prüfen: trocken, eben, fest, sauber. Estrichfeuchte mit der CM-Methode messen. Als Belegreife gelten bei Zementestrich unbeheizt höchstens 2,0 CM-Prozent, beheizt 1,8, bei Calciumsulfatestrich unbeheizt 0,5, beheizt 0,3.
  2. Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgleichen, den Untergrund bei Bedarf mit einer Grundierung vorbereiten.
  3. Parkett im Raum akklimatisieren lassen, ungeöffnet und nach Herstellerangabe. Raumklima prüfen, oft sind 18 bis 22 Grad und 45 bis 55 Prozent Luftfeuchte gefordert.
  4. Bei Verklebung geeigneten, emissionsarmen Parkettkleber nach Herstellerangabe verwenden. Bei schwimmender Verlegung eine passende Unterlage einsetzen.
  5. Dehnungsfuge zur Wand und zu festen Bauteilen einhalten, Herstellerangaben beachten.
  6. Oberfläche behandeln, falls nicht bereits werkseitig geschehen: ölen, wachsen oder versiegeln.

Zur Pflege genügt meist trockenes oder nebelfeuchtes Wischen. Nasse Reinigung ist zu vermeiden. Filzgleiter unter Möbeln und Stuhlrollen mit weicher Lauffläche verhindern Kratzer.

Abschleifen und Erneuern

Kratzer und Gebrauchsspuren lassen sich durch Abschleifen entfernen. Dabei werden je Schliff etwa 0,5 bis 1 Millimeter Holz abgetragen. Mehrschichtparkett mit einer Nutzschicht von 2,5 bis 6 Millimetern lässt sich nach gängigen Angaben ein- bis zweimal schleifen. Massivparkett erlaubt oft mehr Schleifgänge. Danach wird die Oberfläche neu geölt oder versiegelt.

Holzfeuchte und Raumklima

Die Holzfeuchte beschreibt den Wassergehalt des Holzes in Prozent. Parkett wird getrocknet geliefert, meist mit einer Holzfeuchte von etwa 6 bis 10 Prozent, je nach Produkt und Herstellerangabe. Bei Fußbodenheizung liegt die geforderte Feuchte eher am unteren Ende. Steigt die Raumluftfeuchte stark an, quillt das Holz und kann sich wölben. Sinkt sie zu tief, entstehen Fugen. In der Heizperiode helfen Lüften und gegebenenfalls Luftbefeuchter, die Luftfeuchte stabil zu halten.

Kosten

Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte. Preise schwanken regional und mit Holzart, Sortierung und Marktlage. Aktuelle Konditionen prüfen.

  • Parkettmaterial: häufig etwa 20 bis 80 Euro je Quadratmeter, Edelsortierungen darüber.
  • Verlegung durch den Fachbetrieb: bei Mehrschichtparkett oft etwa 25 bis 40 Euro je Quadratmeter reine Arbeitsleistung.
  • Abschleifen und Versiegeln: zusammen häufig etwa 25 bis 65 Euro je Quadratmeter.
  • Zusätzlich: Untergrundvorbereitung, Sockelleisten, Entsorgung des alten Belags.

Typische Fehler

  • Verlegung auf nicht belegreifem Estrich mit zu hoher Restfeuchte.
  • Fehlende Akklimatisierung und zu trockenes oder zu feuchtes Raumklima.
  • Dehnungsfugen zu klein oder durch Sockelleisten blockiert.
  • Nicht für Fußbodenheizung freigegebenes Parkett oder zu hohe Vorlauftemperaturen.
  • Nasse Reinigung und ungeeignete Pflegemittel.
  • Parkett in Dauerfeuchträumen ohne passenden Aufbau.

Normen, Mietrecht und Förderung

Für die Ausführung gilt DIN 18356 Parkett- und Holzpflasterarbeiten, Teil der VOB/C. Estriche regelt DIN 18560. Wer Parkett kaufen will, kann auf Zertifizierungen wie FSC für nachhaltige Forstwirtschaft achten.

In Mietwohnungen ist ein Belagswechsel in der Regel mit dem Vermieter abzustimmen. Normale Abnutzung bei vertragsgemäßem Gebrauch muss der Mieter nicht ersetzen. Im Einzelfall sollte der Mietvertrag geprüft werden. Wer im Mehrfamilienhaus einen Parkettboden einbaut, sollte den Trittschall beachten, weil harte Böden Geräusche in die Etage darunter übertragen. Der Belag selbst wird in der Regel nicht über Förderprogramme bezuschusst.

Parkett im Vergleich

Im Vergleich zu Laminat und Vinylboden ist Parkett teurer, dafür schleifbar und langlebig. Laminat und Vinyl sind unempfindlicher gegen Feuchte und pflegeleichter. Parkett bietet dafür ein natürliches Raumgefühl und ist bei guter Pflege über Jahrzehnte nutzbar.

Häufige Fragen zu Parkett

Wie oft kann man Parkett abschleifen?

Das hängt von der Dicke der Nutzschicht ab. Mehrschichtparkett lässt sich häufig ein- bis zweimal schleifen, Massivparkett oft öfter. Je Schliff gehen etwa 0,5 bis 1 Millimeter Holz verloren.

Ist Parkett für Fußbodenheizung geeignet?

Ja, wenn das Produkt vom Hersteller dafür freigegeben ist. Meist wird es vollflächig verklebt, und die Oberflächentemperatur darf nach vielen Herstellerangaben 27 Grad Celsius nicht überschreiten. Der Estrich muss vorher belegreif sein.

Was ist der Unterschied zwischen Massiv- und Fertigparkett?

Massivparkett besteht komplett aus einer Holzart. Fertigparkett hat eine Nutzschicht aus Edelholz auf einem mehrlagigen Träger, ist formstabiler und oft schon oberflächenbehandelt.

Welche Holzfeuchte ist bei Parkett richtig?

Parkett wird meist mit etwa 6 bis 10 Prozent Holzfeuchte geliefert. Wichtig ist ein stabiles Raumklima mit etwa 45 bis 55 Prozent Luftfeuchte. Die genauen Werte stehen in der Verlegeanleitung des Herstellers.

Darf Parkett nass gewischt werden?

Besser nicht. Trockene oder nebelfeuchte Reinigung genügt. Stehende Nässe dringt in Fugen ein, lässt das Holz quellen und kann die Oberfläche schädigen.

Was kostet Parkett verlegen?

Bei Mehrschichtparkett liegt allein die Arbeitsleistung häufig bei etwa 25 bis 40 Euro je Quadratmeter, plus Material. Die Preise sind regional verschieden, aktuelle Angebote einholen.

Verwandte Begriffe

Laminat, Estrich, Fußbodenheizung, Vinylboden, Trittschall

über Thomas

Mein Name ist Thomas Petzold und ich bie Schreinermeister und Holztechniker und war 22 Jahre selbstständig mit einer Möbelschreinerei. Meine Leidenschaft ist das umsetzen von Bauprorjekten aller Art und möchte hier an dieser Stelle mein Fachwissen mit Euch teilen, aber auch neu erlernte Dinge über Maschinen, Materialien und Vorgehensweisen mit Euch teilen, denn: Man lernt nie aus!

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