Helle Betonsteinwand mit abgeschrägtem Betonsockel am unteren Rand

Perimeterdämmung

Perimeterdämmung ist die Wärmedämmung erdberührter Bauteile von außen, also von Kellerwänden, Sockel und teils unter der Bodenplatte. Die Dämmstoffe müssen druckfest sein und kaum Wasser aufnehmen. Üblich sind XPS, spezielle EPS-Platten und Schaumglas. Sie liegt auf der Abdichtung und wird durch Schutzschichten und Drainage geschützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Perimeterdämmung dämmt Kellerwand, Sockel und gegebenenfalls Bodenplatte außen im Erdreich.
  • Geeignet sind nur Dämmstoffe mit hoher Druckfestigkeit und sehr geringer Wasseraufnahme, vor allem XPS, wasserabweisende EPS und Schaumglas.
  • Die Dämmung ersetzt keine Abdichtung. Abdichtung nach DIN 18533 und gegebenenfalls Drainage sind getrennt zu planen.
  • Im Bestand erfordert sie ein Freilegen der Wand und ist daher aufwendig und teuer.

Definition und Abgrenzung

Das Wort Perimeter stammt vom lateinischen Begriff für Umfang. Gemeint ist der Bereich rund um das Gebäude, der an das Erdreich grenzt. Die Perimeterdämmung liegt außen an der Abdichtung. Sie ist von anderen Dämmungen abzugrenzen.

  • Sockeldämmung: Dämmung im Spritzwasserbereich oberhalb und knapp unterhalb des Geländes. Hier wirkt Spritzwasser, und das Wärmedämmverbundsystem der Fassade endet.
  • Dämmung unter der Bodenplatte: lastabtragende Dämmung unter oder auf der Bodenplatte. Sie ist eine Form der Perimeterdämmung, wenn sie im Erdreich liegt.
  • Innendämmung des Kellers: liegt raumseitig und verändert das Feuchteverhalten der Wand (siehe Innendämmung).
  • Kellerdeckendämmung: dämmt die Decke zum unbeheizten Keller, nicht die Außenwand.

Aufbau und Wirkprinzip

Das Bauteil im Erdreich ist Feuchte ausgesetzt. Es besteht Druck durch Erdreich, Wasser und Setzung. Die Dämmung muss daher dauerhaft belastbar sein. Sie wird auf die Abdichtung geklebt oder mit Punkten befestigt. Davor liegen Schutzschicht, Filtervlies und Verfüllung.

Schichtaufbau einer Perimeterdämmung an der KellerwandSchnitt von außen nach innen: Erdreich, Filtervlies, Drainageschicht, Noppenbahn, Perimeterdämmung, Abdichtung, Kellerwand und Innenputz.Außen (Erdreich)Erdreich, VerfüllungFiltervliesDrainageschicht, KiesNoppenbahn, SchutzschichtPerimeterdämmungAbdichtung (Bitumen, Dickbeschichtung)KellerwandInnenputzInnen (Keller)
Schichtaufbau von außen nach innen an der Kellerwand (schematisch, nicht maßstäblich).

Die Dämmung hält die Kellerwand warm und senkt Wärmeverlust ins Erdreich. Sie vermindert damit auch die Gefahr von Tauwasser an der Innenseite der Wand. Der Wärmeverlust ins Erdreich ist geringer als in die Außenluft, weil das Erdreich nach unten ein gleichmäßigeres Temperaturniveau hat. Die Dämmung ist trotzdem wichtig für beheizte Kellerräume und gegen Wärmebrücken am Fundament und am Sockel.

Arten und Varianten

Dämmstoff λ ca. in W/(m·K) Druckfestigkeit Wasseraufnahme Merkmal
XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum) 0,030 bis 0,040 meist 300 bis 700 kPa sehr gering weit verbreitet, geschlossenzellig
EPS für Perimeter (hydrophobiert) 0,033 bis 0,040 meist 100 bis 200 kPa gering günstiger, begrenzte Wasserbelastung
Schaumglas 0,040 bis 0,050 hoch, produktabhängig praktisch wasserdicht nicht brennbar, geeignet bei Wasser, teurer
Schaumglasschotter 0,08 bis 0,10 lastabtragend nimmt Wasser nicht in die Zelle auf unter der Bodenplatte

Die Werte sind Richtwerte. Bei Mineralwolle, Holzfaser und Zellulose ist der Einsatz im Erdreich nicht zulässig, weil sie Wasser aufnehmen. Kork wird im Erdreich nur mit bauaufsichtlichem Nachweis und Herstellerfreigabe eingesetzt.

Kennwerte, Bemessung und Normen

  • Druckfestigkeit: angegeben als Druckspannung bei 10 Prozent Stauchung (kPa). Wichtig für Erdlast, Verdichtung und Gebäudelast. Für Kellerwände reichen meist 300 kPa, unter Bodenplatten sind je nach Belastung höhere Werte erforderlich.
  • Wasseraufnahme: wird beim Eintauchen und beim Frost-Tau-Wechsel geprüft. Je nach Produkt liegt sie bei XPS im niedrigen Prozentbereich und weniger.
  • Diffusionswiderstand: XPS hat eine Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ von etwa 80 bis 250 (siehe Wasserdampfdiffusionswiderstand).
  • Wärmeleitfähigkeit: der Bemessungswert bestimmt die Dicke, siehe Wärmeleitfähigkeit. Feuchte erhöht λ, daher ist der Zuschlag im Erdreich wichtig.
  • Abdichtung: seit der Ablösung der DIN 18195 gilt DIN 18533 für die Abdichtung erdberührter Bauteile. Abdichtung und Dämmung müssen verträglich sein.
  • Anforderung nach GEG: für Bauteile gegen Erdreich galt bisher ein Höchstwert von 0,30 W/(m²·K) bei Änderung. Die aktuelle Fassung nach GModG ist vor der Planung zu prüfen.

Für Bereiche mit drückendem Wasser, wie bei hohem Grundwasser, sind spezielle Produkte nötig. Dafür gelten Zulassungen, die nur bis bestimmte Eintauchtiefen und Wasserbelastungen gelten.

Anwendung in Neubau und Bestand

Im Neubau wird die Dämmung nach der Abdichtung angebracht. Bei Schwarzer Wanne liegt die Abdichtung außen, bei Weißer Wanne ist das Betonbauteil selbst wasserundurchlässig. Die Perimeterdämmung wird dann außen auf das Betonbauteil gesetzt. Am Übergang zum Sockel werden Dämmung der Kellerwand und Fassadendämmung abgestimmt, damit keine Wärmebrücke entsteht. Die Abdichtung wird mindestens 15 cm über das Gelände geführt, die Sockeldämmung endet darüber unter einem Schutz.

Im Bestand wird die Wand ausgegraben, gereinigt, neu abgedichtet und gedämmt. Das lohnt sich vor allem, wenn ohnehin Feuchte saniert wird (siehe aufsteigende Feuchtigkeit) oder wenn der Keller zum Wohnraum wird. Parallel wird die Drainage geprüft und gegebenenfalls erneuert. Alternativ ist eine Innendämmung möglich, die weniger Aushub braucht, aber mehr bauphysikalische Risiken hat. Bei Denkmalschutz sind Auflagen zu klären.

Kosten (grobe Richtwerte)

Das Dämmmaterial kostet je nach Art und Dicke grob etwa 20 bis 80 Euro pro Quadratmeter, Schaumglas liegt höher. Bei der Sanierung im Bestand dominieren Aushub, Abdichtung, Drainage und Wiederverfüllung. Gesamtkosten liegen häufig im Bereich von 100 bis 300 Euro pro Quadratmeter Wandfläche, bei tiefem Keller oder schwierigen Böden auch darüber. Regionale Preise und die Zugänglichkeit des Grundstücks beeinflussen den Betrag stark. Mehrere Angebote einholen ist üblich.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude fördert Dämmung der Gebäudehülle. Nach dem Stand 2026 gilt eine Grundförderung von 15 Prozent. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent bezieht sich nur auf den Kostenanteil über 30.000 Euro. Ob erdberührte Flächen anrechenbar sind, regeln die Technischen Mindestanforderungen. Aktuelle Konditionen sind zu prüfen.

Typische Fehler und Schäden

  • Dämmung ohne funktionierende Abdichtung. Die Dämmung ersetzt die Abdichtung nicht.
  • Ungeeigneter Dämmstoff, der Wasser aufnimmt und im Erdreich nass wird.
  • Lösemittelhaltige Kleber oder Anstriche, die Polystyrol angreifen und auflösen.
  • Fehlende Schutzschicht. Beim Verfüllen werden Platten und Abdichtung beschädigt.
  • Auftrieb der Platten bei Grundwasser oder Stauwasser, wenn nicht zugelassene Systeme verwendet werden.
  • Fehlende Drainage bei bindigem Boden. Wasser staut sich an der Wand (siehe Oberflächenwasser).
  • UV-Schäden an offen liegenden Platten oberhalb des Geländes. Sockel brauchen Putz oder Verkleidung.
  • Wärmebrücke am Übergang zwischen Perimeter- und Fassadendämmung.

Wartung und Prüfung

Die Dämmung im Erdreich ist nach dem Einbau nicht mehr zugänglich. Wartung betrifft deshalb vor allem Sockel, Anschlüsse, Drainage und Gelände. Das Gelände soll vom Haus weg abfallen, Rinnen und Fallrohre müssen das Wasser wegführen. Spritzwasserbereich und Sockelputz werden regelmäßig auf Risse geprüft. Feuchte Flecken im Keller sind ein Anlass für eine fachliche Untersuchung. Zur Beurteilung im Einzelfall ist ein Sachverständiger hinzuzuziehen (siehe Bausachverständiger).

Häufige Fragen zu Perimeterdämmung

Welche Dämmstoffe sind für die Perimeterdämmung geeignet?

Geeignet sind druckfeste Dämmstoffe mit geringer Wasseraufnahme, vor allem XPS, hydrophobiertes EPS für Perimeter und Schaumglas. Mineralwolle und Holzfaser sind im Erdreich nicht geeignet.

Braucht die Perimeterdämmung eine Abdichtung?

Ja. Die Dämmung ist keine Abdichtung. Die Kellerwand wird nach DIN 18533 abgedichtet, danach folgt die Dämmung. Abdichtung und Dämmung müssen aufeinander abgestimmt sein.

Wie dick sollte die Perimeterdämmung sein?

Die Dicke hängt vom Ziel-U-Wert, vom Dämmstoff und von der Nutzung des Kellers ab. Üblich sind 8 bis 16 cm. Die genaue Dicke berechnet der Planer mit dem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit.

Kann man eine Perimeterdämmung nachträglich einbauen?

Ja, aber die Wand muss freigelegt werden. Das macht die Maßnahme aufwendig. Sie lohnt sich meist in Verbindung mit einer Kellersanierung, einer neuen Abdichtung oder dem Ausbau zum Wohnraum.

Was ist der Unterschied zwischen Perimeter- und Sockeldämmung?

Die Sockeldämmung gehört zum Übergang zwischen Fassade und Gelände und ist Spritzwasser ausgesetzt. Die Perimeterdämmung liegt tiefer im Erdreich. Beide werden aufeinander abgestimmt, damit keine Wärmebrücke entsteht.

Wird eine Perimeterdämmung gefördert?

Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle können über die BEG gefördert werden. Die Grundförderung beträgt nach Stand 2026 15 Prozent. Welche Flächen anrechenbar sind und welche Konditionen gelten, ist vor der Beauftragung zu prüfen.

Verwandte Begriffe

Drainage, Bodenplatte, Schwarze Wanne, Wärmeleitfähigkeit, Wärmebrücke

über Thomas

Mein Name ist Thomas Petzold und ich bie Schreinermeister und Holztechniker und war 22 Jahre selbstständig mit einer Möbelschreinerei. Meine Leidenschaft ist das umsetzen von Bauprorjekten aller Art und möchte hier an dieser Stelle mein Fachwissen mit Euch teilen, aber auch neu erlernte Dinge über Maschinen, Materialien und Vorgehensweisen mit Euch teilen, denn: Man lernt nie aus!

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