Wärmepumpe ist ein Heizgerät, das Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser aufnimmt und mithilfe von Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau bringt. Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen so typischerweise drei bis fünf Kilowattstunden Heizwärme. Die Effizienz beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Besonders gut arbeitet die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Wärmepumpe nutzt Strom nur zum Antrieb des Kältekreislaufs. Der größere Teil der Heizwärme stammt aus der Umwelt.
- Die Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt die Effizienz: Feldmessungen des Fraunhofer ISE nennen im Mittel etwa 3,4 für Luft-Wasser- und etwa 4,3 für Sole-Wasser-Geräte.
- Seit 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die frühere pauschale 65-Prozent-Pflicht beim Heizungstausch ist laut aktuellen Berichten entfallen, die Förderung über die BEG läuft weiter.
- Entscheidend für den Erfolg sind eine saubere Heizlastberechnung, niedrige Vorlauftemperaturen und ein hydraulischer Abgleich.
Was ist eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe verhält sich wie ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung. Der Kühlschrank entzieht dem Innenraum Wärme und gibt sie an die Küche ab. Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme und gibt sie an das Heizsystem des Hauses ab. Sie erzeugt Wärme also nicht durch Verbrennung, sondern verschiebt vorhandene Energie von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau. Dafür benötigt sie Antriebsenergie, in der Regel Strom für einen Verdichter.
Weil der größte Teil der Wärme aus der Umwelt stammt, kann die abgegebene Heizenergie ein Mehrfaches der eingesetzten elektrischen Energie betragen. Dieses Verhältnis ist die Basis aller Effizienzkennzahlen. Eine Wärmepumpe eignet sich für Neubau und Bestand. Im Bestand hängt die Eignung vor allem vom Wärmebedarf des Gebäudes und von den benötigten Vorlauftemperaturen ab.
Funktionsweise des Kältekreislaufs
Im Inneren zirkuliert ein Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf mit vier Hauptbauteilen. Im Verdampfer nimmt das flüssige Kältemittel die Umweltwärme auf und verdampft schon bei niedriger Temperatur. Der Verdichter (Kompressor) saugt den Dampf an und komprimiert ihn. Dabei steigen Druck und Temperatur stark an. Im Verflüssiger gibt das heiße Gas seine Wärme an das Heizwasser ab und wird wieder flüssig. Das Expansionsventil senkt den Druck, das Kältemittel kühlt ab, und der Kreislauf beginnt von vorn.
Ein Pufferspeicher und ein Trinkwarmwasserspeicher ergänzen die Anlage. Die Regelung steuert Verdichterleistung und Heizkurve. Kältemittel unterscheiden sich in Klimawirkung und Brennbarkeit. Propan ist ein verbreitetes natürliches Kältemittel, das brennbar ist und besondere Aufstellungs- und Sicherheitsanforderungen mit sich bringt. Planer und Hersteller geben die Vorgaben vor.
Arten von Wärmepumpen
Je nach Wärmequelle unterscheidet man drei Hauptgruppen. Die Wahl beeinflusst Kosten, Effizienz, Genehmigung und Platzbedarf.
| Typ | Wärmequelle | JAZ im Feld (Mittelwert) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | Außenluft | etwa 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9) | günstigster Einbau, Schallschutz beachten |
| Sole-Wasser (Erde) | Erdsonde oder Flächenkollektor | etwa 4,3 (Spanne 3,6 bis 5,4) | Bohrung oder Erdarbeiten, Genehmigung nötig |
| Wasser-Wasser | Grundwasser | oft hoch, standortabhängig | Brunnen, wasserrechtliche Erlaubnis, Wasserqualität |
Die Zahlen zur JAZ stammen aus Feldmessungen des Fraunhofer ISE an Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern. Einzelne Anlagen weichen deutlich ab. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am weitesten verbreitet, weil sie ohne Erdarbeiten auskommt. Das Außengerät steht neben dem Haus, oder die Anlage wird als Splitgerät mit Innen- und Außeneinheit ausgeführt. Bei Frost sinkt die Effizienz, weil die Quelle kälter wird.
Die Erdwärmepumpe nutzt das ganzjährig mildere Temperaturniveau im Boden. Erdsonden reichen als Tiefenbohrung senkrecht in den Untergrund. Flächenkollektoren liegen waagerecht in etwa 1,2 bis 1,5 m Tiefe und brauchen viel freie Fläche. Beides ist teurer, bringt aber meist höhere Jahresarbeitszahlen. Für Bohrungen ist in der Regel eine behördliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde nötig.
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe entnimmt Grundwasser über einen Förderbrunnen und leitet es über einen Schluckbrunnen zurück. Sie kann sehr effizient sein, ist aber auf geeignetes Grundwasser und eine wasserrechtliche Erlaubnis angewiesen. Der Aufwand für Brunnen und Wasserqualitätsprüfung ist höher.
Jahresarbeitszahl und Vorlauftemperatur
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Heizwärme zur im selben Zeitraum aufgenommenen elektrischen Energie. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Davon zu unterscheiden ist der COP (Coefficient of Performance), ein Messwert unter festgelegten Prüfbedingungen. Die JAZ gilt für den realen Betrieb und ist daher die aussagekräftigere Größe.
Die JAZ hängt stark von der Temperaturdifferenz zwischen Quelle und Heizsystem ab. Je geringer sie ist, desto weniger muss der Verdichter leisten. Eine Faustregel nennt Vorlauftemperaturen unter etwa 55 °C als Voraussetzung für effizienten Betrieb. Eine Fußbodenheizung kommt oft mit 30 bis 40 °C aus. Heizkörper brauchen höhere Werte, größere Heizkörper können das ausgleichen. Einflussgrößen auf die JAZ sind außerdem der Dämmstandard, die Warmwassertemperatur, der hydraulische Abgleich und die Einstellung der Heizkurve. Der U-Wert der Außenbauteile bestimmt den Wärmebedarf.
Wärmepumpe im Altbau
Wärmepumpen funktionieren auch in unsanierten Häusern, wenn Heizlast und Heizflächen zusammenpassen. Der erste Schritt ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Sie zeigt, welche Vorlauftemperatur an kalten Tagen nötig ist. Reicht die Heizfläche der vorhandenen Heizkörper, kann das System ohne Umbau laufen. Manchmal genügt es, einzelne Heizkörper in kritischen Räumen auszutauschen. Dämmmaßnahmen wie ein Wärmedämmverbundsystem oder die Dämmung der obersten Geschossdecke senken die Heizlast und damit die nötige Vorlauftemperatur. Ein Energieberater erstellt auf Wunsch einen individuellen Sanierungsfahrplan.
Praxis: Vorgehen in sieben Schritten
- Wärmebedarf und Heizlast prüfen lassen, am besten raumweise, und die erforderliche Vorlauftemperatur bestimmen.
- Wärmequelle wählen. Grundstück, Budget, Platz und Genehmigungslage entscheiden zwischen Luft, Erde und Wasser.
- Aufstellort festlegen und Schallschutz klären. Außengeräte unterliegen Immissionsrichtwerten der TA Lärm, nachts etwa 35 dB(A) in reinen Wohngebieten und 40 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten, jeweils am nächsten Immissionsort.
- Förderung prüfen und beantragen, bevor ein bindender Liefervertrag ohne Rücktrittsmöglichkeit geschlossen wird. Die Details bestimmt die Förderstelle.
- Angebote einholen und vergleichen. Wichtig sind Heizlastberechnung, Leistungsdaten, Speichergrößen und Hydraulik.
- Einbau, hydraulischer Abgleich, Heizkurve einstellen und Inbetriebnahmeprotokoll erstellen lassen.
- Betrieb im ersten Winter beobachten. Stromverbrauch und Wärmemenge zählen, um die tatsächliche JAZ zu bestimmen.
Förderung und Rechtsstand 2026
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten und ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz. Nach den vorliegenden Berichten ist die pauschale Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, entfallen. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen. Wer eine neue Öl-, Gas- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss nach einer sogenannten Bio-Treppe ab 2029 steigende Mindestanteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen, genannt werden 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Ob das für einen konkreten Fall gilt, klärt ein Fachbetrieb.
Bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurden die Konditionen zum 21. Juli 2026 angepasst. Berichten zufolge bleibt die Grundförderung bei 30 Prozent. Die maximal förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sinken von 30.000 auf 28.000 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus wurde von 20 auf 16 Prozent gesenkt und soll ab Februar 2027 weiter abschmelzen. Der Einkommensbonus ist gestaffelt, genannt werden 10, 30 und 40 Prozent. Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent soll entfallen sein. Den Zuschuss beantragt man über die KfW (Programm 458). Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Alle Zahlen können sich ändern, bitte aktuelle Konditionen bei der KfW prüfen. Zusätzlich gibt es teils regionale Programme von Ländern, Kommunen und Energieversorgern.
Kosten (grobe Richtwerte)
- Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus: etwa 20.000 bis 40.000 Euro inklusive Montage und Nebenarbeiten, vor Abzug der Förderung.
- Erdwärmepumpe mit Sonde oder Kollektor: oft deutlich teurer, häufig fünfstellige Mehrkosten durch Bohrung oder Erdarbeiten.
- Wasser-Wasser-Anlage: abhängig von Brunnentiefe und Genehmigung, meist im Bereich der Erdwärmepumpe oder darüber.
- Betrieb: Der Stromverbrauch ergibt sich aus Wärmebedarf geteilt durch JAZ. Bei 15.000 kWh Wärmebedarf und JAZ 3,5 sind es rund 4.300 kWh Strom im Jahr.
Die Preise unterscheiden sich regional und nach Marktlage. Wartung, Schornsteinfeger-Entfall und mögliche Stromtarife für Wärmepumpen sollten in die Rechnung einfließen.
Typische Fehler
- Zu große Dimensionierung ohne Heizlastberechnung, was zu häufigem Takten führt.
- Kein hydraulischer Abgleich und zu hohe Heizkurve, dadurch unnötig hoher Stromverbrauch.
- Standort des Außengeräts ohne Schallprognose, mit späterem Konflikt mit Nachbarn.
- Förderantrag zu spät gestellt oder Vertrag ohne Rücktrittsklausel unterschrieben.
- Warmwassertemperatur dauerhaft zu hoch eingestellt.
- Heizkörper und Rohrnetz nicht auf niedrige Vorlauftemperaturen geprüft.
Normen und Vorschriften
Für Heizlast gilt DIN EN 12831, für Wärmepumpen-Prüfwerte die Normenreihe DIN EN 14511. Geräuschemissionen bewertet die TA Lärm. Erdsonden, Brunnen und Kollektoren unterliegen dem Wasserrecht, und Bohrungen müssen bei den zuständigen Behörden angezeigt oder genehmigt werden. Kältemittelkreisläufe dürfen nur von zertifizierten Fachbetrieben geöffnet werden. Elektroanschluss und Netzanmeldung sind Sache einer Elektrofachkraft und des Netzbetreibers. Bauliche Veränderungen können eine Baugenehmigung betreffen, je nach Landesbauordnung.
Häufige Fragen zu Wärmepumpe
Wie funktioniert eine Wärmepumpe einfach erklärt?
Ein Kältemittel nimmt Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser auf und verdampft. Ein Verdichter erhöht Druck und Temperatur, und das Gas gibt die Wärme an das Heizwasser ab. Der Strom treibt nur den Verdichter an.
Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?
Feldmessungen des Fraunhofer ISE nennen im Mittel etwa 3,4 für Luft-Wasser- und etwa 4,3 für Sole-Wasser-Anlagen. Werte ab etwa 3,5 gelten bei Luft-Wärmepumpen als gut. Die tatsächliche JAZ hängt stark von Vorlauftemperatur und Einstellung ab.
Funktioniert eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau?
Das ist möglich, wenn Heizlast und Heizflächen zusammenpassen. Eine raumweise Heizlastberechnung zeigt, ob die vorhandenen Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur genügen oder einzelne ausgetauscht werden müssen.
Gibt es 2026 noch eine Pflicht für 65 Prozent erneuerbare Energien?
Nach dem seit 29. Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz ist die pauschale 65-Prozent-Pflicht laut aktuellen Berichten entfallen. Für neue fossile Heizungen gelten steigende Mindestanteile klimafreundlicher Brennstoffe. Im Einzelfall sollte ein Fachbetrieb den Rechtsstand prüfen.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?
Berichten zufolge liegt die Grundförderung bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten, mit Boni für Einkommen und frühen Austausch und einer Obergrenze von 28.000 Euro förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit. Der Antrag erfolgt vor Vorhabenbeginn. Aktuelle Konditionen bitte bei der KfW prüfen.
Wie laut ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Das hängt von Gerät und Aufstellort ab. Moderne Geräte erreichen im Betrieb Schallleistungspegel im mittleren bis niedrigen Dezibel-Bereich. Entscheidend ist der Pegel am Nachbarhaus, für den nachts strenge Richtwerte der TA Lärm gelten. Eine Schallprognose vor dem Einbau schafft Klarheit.
Verwandte Begriffe
Fußbodenheizung, Energieausweis, U-Wert, Wärmedämmverbundsystem, Wärmepass









