Baugrube mit Bewehrung und Schalung für eine Bodenplatte, Arbeiter im Hintergrund

Schwarze Wanne

Die Schwarze Wanne ist eine wannenförmige Außenabdichtung eines Kellers aus mehreren Lagen Bitumenbahnen oder bitumenhaltigen Schichten, die Bodenplatte und Außenwände lückenlos umhüllt. Sie hält drückendes Wasser vom Bauwerk fern. Der Beton trägt nur, die Abdichtung liegt außen. Maßgeblich ist die Normenreihe DIN 18533.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abdichtung liegt außen am Bauwerk und bildet eine geschlossene Wanne aus Bitumenbahnen, die unter der Bodenplatte beginnt.
  • Nach DIN 18533 gilt für drückendes Wasser die Wassereinwirkungsklasse W2-E, abgestuft nach Eintauchtiefe.
  • Die Schwarze Wanne ist ein Standardverfahren, verlangt aber sorgfältige Details an Übergängen und Durchdringungen.
  • Im Bestand lässt sie sich nur mit Freilegen der Außenwände nachrüsten, nicht unter der Bodenplatte.

Definition und Abgrenzung

Der Name leitet sich von der schwarzen Farbe des Bitumens ab. Bitumen ist ein Erdölprodukt, das wasserabweisend und gut verarbeitbar ist. In der Schwarzen Wanne wird Bitumen als Bahn (Bitumenbahn) oder als Beschichtung eingesetzt. Die Abdichtung wirkt unabhängig vom Beton und folgt der Form des Bauwerks, daher „Wanne“.

Abzugrenzen ist die Schwarze Wanne von der Weißen Wanne, bei der der Beton selbst wasserundurchlässig ist. Ebenso unterscheidet sie sich von der reinen Bodenfeuchteabdichtung, die nur gegen Feuchtigkeit im Boden schützt, aber keinen Wasserdruck aufnimmt. Auch die Bitumendickbeschichtung ist verwandt, wird aber flüssig aufgetragen und ist nur für bestimmte Einwirkungen geeignet.

Aufbau und Wirkprinzip

Eine klassische Schwarze Wanne besteht von innen nach außen aus:

  1. Tragende Konstruktion: Bodenplatte und Kellerwand aus Beton oder Mauerwerk.
  2. Untergrundvorbereitung: Wände mit Ausgleichsputz oder Kehle, Bodenplatte mit Unterbeton als Sauberkeitsschicht.
  3. Voranstrich: Bitumenlösung oder Emulsion, die Staub bindet und die Haftung verbessert.
  4. Abdichtung: mehrere Lagen Bitumenbahnen, vollflächig verklebt oder verschweißt.
  5. Schutzschicht: Schutzlage, Schutzplatten oder Perimeterdämmung, die die Bahn vor Steinen und Verfüllung schützt.
  6. Verfüllung der Baugrube oder Anschluss an die Drainage.

Die Dichtwirkung beruht auf der geschlossenen Hülle. Die Bahn darf weder Lücken noch Hohlstellen haben. Wasserdruck drückt die Abdichtung an den Untergrund. Deshalb ist bei Druckwasser ein tragender, ebener Untergrund wichtig. Bei sehr hohem Druck wird die Abdichtung zudem durch eine Gegenwand oder Auflast gesichert.

Die Bahnen sind meist polymermodifiziert (PYE oder PYP). Das heißt, sie enthalten Kunststoffanteile, die Elastizität und Wärmestandfestigkeit verbessern. Als Trägereinlage dienen Glasvlies, Polyestervlies oder Metallbänder.

Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533

DIN 18533 regelt die Abdichtung erdberührter Bauteile. Sie ersetzt seit 2017 die frühere DIN 18195. Die Norm unterscheidet Wassereinwirkungsklassen mit dem Zusatz „E“ für erdberührt.

Klasse Einwirkung Typische Situation
W1-E Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser Wand in gut durchlässigem Boden
W2-E Drückendes Wasser, abgestuft nach Eintauchtiefe Keller im Grundwasser oder bei Stauwasser
W3-E Nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken Tiefgaragendecke, überdeckte Kellerdecke
W4-E Spritzwasser, Bodenfeuchte am Wandsockel und Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden Sockelbereich, Wand auf Bodenplatte

Für die Schwarze Wanne ist vor allem W2-E relevant. Die Norm unterteilt dabei in mäßige und hohe Einwirkung. Für W2-E gilt die Abdichtung als zweilagig mit mindestens 4 mm dicken, polymermodifizierten Bahnen als verbreiteter Ansatz. Die konkreten Anforderungen stehen in DIN 18533-1 und -2 und sind in der aktuellen Fassung zu prüfen.

Arten und Varianten

Variante Beschreibung Einsatz
Bahnenwanne, zweilagig Zwei Lagen polymermodifizierte Bitumenbahnen, verschweißt Neubau bei drückendem Wasser
Bahnenwanne mit Metallbandeinlage Eine Lage Kupferband- oder Aluminiumbandbahn plus weitere Lagen Hoher Druck, Gas- oder Radonschutz
Wanne mit Dickbeschichtung PMBC mit Verstärkungseinlage, zweilagig Begrenzte Eintauchtiefe laut Herstellerzulassung
Wanne mit Sandwichaufbau Abdichtung zwischen zwei Betonschalen Sonderbauten, Sanierung
Schichtaufbau der Schwarzen WanneSchematischer Schnitt durch eine Kellerwand mit Außenabdichtung: Betonwand, Voranstrich, Bitumenbahnen, Schutzschicht und Erdreich, daneben das Grundwasser.BetonKellerwand1 Voranstrich2 Bitumenbahn, 1. Lage3 Bitumenbahn, 2. Lage4 Schutzschicht5 Grundwasser, drückend (W2-E)Hohlkehle amFußpunkt, Bahnhochziehen
Schichtaufbau einer Schwarzen Wanne an der Kellerwand (schematisch, nicht maßstäblich).

Kennwerte, Bemessung und Normen

Die wichtigsten Regelwerke sind:

  • DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen, Teile 1 bis 3.
  • DIN 18195: Bauwerksabdichtungen (ältere Fassung, teils noch in Altverträgen).
  • DIN SPEC und Herstellerzulassungen für Bahnen und Beschichtungen.
  • DIN EN 13969: Bitumenbahnen für Bauwerksabdichtungen gegen Bodenfeuchte und Wasser.

Kennwerte sind Dicke, Reißfestigkeit, Kaltbiegeverhalten (Verhalten bei Kälte) und Wärmestandfestigkeit. Als Richtwert gelten für W2-E-Bahnen mindestens 4 mm Dicke pro Bahnlage. Der Wasserstand für die Planung ist der Bemessungswasserstand. Bei Druckwasser ist ein Planer mit Erfahrung einzubinden. Die Fassung der Normen ist vor Planungsbeginn zu prüfen.

Anwendung in Neubau und Bestand

Im Neubau wird die Schwarze Wanne gewählt, wenn eine Weiße Wanne nicht gewünscht oder nicht möglich ist, etwa bei Mauerwerkskellern. Die Abdichtung beginnt auf einer Sauberkeitsschicht unter der Bodenplatte, wird an den Wänden hochgezogen und schließt oberhalb der Geländeoberkante an die Sockelabdichtung an. Die Bodenplatte wird auf die Abdichtung betoniert. Dazu braucht es Gegendruck oder eine Auflast.

Im Bestand ist die Lage anders. Die Bodenplatte lässt sich meist nicht von unten abdichten. Es bleibt die Abdichtung der Wände von außen, wenn die Wände freigelegt werden. Das ist aufwendig und kostet Gartenfläche und Bepflanzung. Alternative Verfahren sind Innenabdichtung, nachträgliche Horizontalsperre und Injektion. Wo Wasser in Mauerwerk steigt, hilft der Beitrag aufsteigende Feuchtigkeit. Kombinationen mit Perimeterdämmung sind üblich.

Kosten

Die Kosten hängen stark von Wandfläche, Zugänglichkeit, Wasserdruck und Region ab. Als grober Richtwert werden für die Außenabdichtung bestehender Kellerwände mit Aushub oft mehrere Hundert Euro je laufendem Meter Wand genannt, bei Bahnenwanne im Neubau deutlich weniger pro Quadratmeter, aber mit höheren Gesamtkosten. Die Spanne ist groß. Ein Angebot nach Aufmaß klärt den tatsächlichen Preis. Angaben ohne Besichtigung sind unsicher.

Typische Fehler und Schäden

  • Fehlende oder zu kleine Hohlkehle am Übergang von Wand zu Bodenplatte.
  • Bahnen nicht vollflächig verklebt, Hohlstellen.
  • Falscher Voranstrich oder feuchter Untergrund.
  • Nähte und Überlappungen zu schmal oder nicht dicht verschweißt.
  • Fehlende Schutzschicht, Beschädigung durch Verfüllmaterial.
  • Undichte Rohrdurchführungen und Wandanschlüsse.
  • Abdichtung endet zu niedrig, Spritzwasser dringt hinter die Bahn.
  • Wasserdruck größer als geplant.

Folgen sind feuchte Wände, Salzausblühungen und Schimmel. Die Ursache liegt oft in einem Detail, nicht im System.

Wartung und Prüfung

Nach dem Verfüllen ist die Abdichtung nicht mehr einsehbar. Deshalb wird sie vor dem Verfüllen geprüft und fotografiert. Eine Sichtprüfung auf Beschädigungen gehört dazu. Bei Druckwasser kann eine Dichtheitsprüfung sinnvoll sein. Danach ist die Wanne wartungsarm. Im Sockelbereich sollten Putz und Sockelabdichtung auf Risse geprüft werden. Fachleute wie ein Bausachverständiger können Fotos und Protokolle beurteilen.

Häufige Fragen zur Schwarzen Wanne

Wie unterscheidet sich die Schwarze Wanne von der Weißen Wanne?

Bei der Schwarzen Wanne dichtet eine außen aufgebrachte Bitumenabdichtung ab. Bei der Weißen Wanne ist der Beton selbst wasserundurchlässig. Die Wahl hängt von Bauweise, Wasserstand und Kosten ab.

Welche Wassereinwirkungsklasse gilt bei drückendem Wasser?

Nach DIN 18533 ist es die Klasse W2-E. Sie wird nach der Eintauchtiefe in mäßige und hohe Einwirkung unterteilt. Die genauen Anforderungen sind in der aktuellen Norm nachzulesen.

Kann man eine Schwarze Wanne im Bestand nachrüsten?

Nur teilweise. Die Wände lassen sich nach Freilegen von außen abdichten, die Bodenplatte meist nicht. Ob das ausreicht, entscheidet ein Gutachten zu Wasserstand und Konstruktion.

Wie lange hält eine Bitumenabdichtung?

Bei fachgerechter Ausführung und Schutzschicht gilt eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten als realistisch. Eine feste Zahl lässt sich nicht garantieren. Beschädigungen beim Verfüllen verkürzen die Dauer.

Braucht die Schwarze Wanne eine Dränage?

Bei Druckwasser ist die Wanne so bemessen, dass sie ohne Dränage dicht bleibt. Eine Dränage kann den Wasserdruck senken, ist aber an Genehmigung und Baugrund gebunden. Sie ersetzt keine Abdichtung.

Verwandte Begriffe

Weiße Wanne, Bitumendickbeschichtung, Bodenplatte, Drainage, Horizontalsperre

über Thomas

Mein Name ist Thomas Petzold und ich bie Schreinermeister und Holztechniker und war 22 Jahre selbstständig mit einer Möbelschreinerei. Meine Leidenschaft ist das umsetzen von Bauprorjekten aller Art und möchte hier an dieser Stelle mein Fachwissen mit Euch teilen, aber auch neu erlernte Dinge über Maschinen, Materialien und Vorgehensweisen mit Euch teilen, denn: Man lernt nie aus!

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