Dreifachverglasung ist ein Wärmeschutzglas aus drei Glasscheiben, die durch zwei mit Edelgas (meist Argon) gefüllte Scheibenzwischenräume getrennt sind. Beschichtungen auf den Scheiben reflektieren Wärmestrahlung. Der Ug-Wert liegt typisch bei 0,5 bis 0,7 W/(m²·K) und damit deutlich unter dem einer Zweifachverglasung.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Scheiben und zwei Edelgasfüllungen senken den Wärmeverlust über das Glas auf grob die Hälfte einer modernen Zweifachverglasung.
- Entscheidend ist der Uw-Wert des gesamten Fensters, nicht nur der Ug-Wert des Glases. Rahmen und Randverbund wirken mit.
- Dreifachglas ist schwerer (grob 30 kg/m²) und lässt etwas weniger Sonnenenergie durch (niedrigerer g-Wert).
- Die Förderung hängt am Uw-Wert und an den aktuellen BEG-Bedingungen. Konditionen vor der Beauftragung prüfen.
Was ist Dreifachverglasung?
Bei einer Dreifachverglasung werden drei Scheiben aus Floatglas (Floatglas) zu einer Isolierglaseinheit verbunden. Die Scheiben sitzen in einem Abstand von jeweils etwa 12 bis 18 Millimetern zueinander. Ein umlaufender Abstandhalter hält sie auf Distanz. Die Zwischenräume sind luftdicht verschlossen und mit einem Edelgas gefüllt. Edelgase leiten Wärme schlechter als Luft.
Zusätzlich tragen einzelne Scheiben eine hauchdünne, metallische Beschichtung (Low-E-Beschichtung, von englisch low emissivity). Sie reflektiert Wärmestrahlung in den Raum zurück, lässt aber sichtbares Licht weitgehend hindurch. Diese Kombination macht das Glas zu einem wirksamen Wärmeschutz.
Der Begriff beschreibt nur das Glas. Ein Fenster besteht jedoch aus Glas, Rahmen, Randverbund und Einbau. Erst alle Teile zusammen bestimmen, wie viel Wärme verloren geht.
Aufbau und Funktion
Von außen nach innen folgen drei Scheiben, dazwischen je ein Gasraum. Die Beschichtungen liegen auf den Scheibenflächen innerhalb der Zwischenräume, damit sie geschützt sind. Die Funktionsweise beruht auf drei Effekten:
- Wärmeleitung: Das Edelgas leitet Wärme schlechter als Luft. Argon verbessert den Ug-Wert gegenüber Luft spürbar, Krypton etwas mehr, ist aber teurer und wird meist nur bei schmalen Zwischenräumen genutzt.
- Wärmestrahlung: Die Low-E-Beschichtung sendet Wärmestrahlung zurück in den Raum.
- Konvektion: Je schmaler und geschlossener der Raum, desto weniger Wärme wird durch Luftbewegung transportiert. Zwei Räume statt einem unterteilen den Weg der Wärme.
Die wichtigsten Kennwerte
Der Ug-Wert (U von englisch glazing) beschreibt den Wärmedurchgang durch die Verglasung in W/(m²·K). Je kleiner, desto besser. Allgemein zum Begriff siehe U-Wert. Typische Richtwerte: Einfachglas rund 5,8, Zweifach-Wärmeschutzglas rund 1,1, Dreifach-Wärmeschutzglas 0,5 bis 0,7.
Der Uw-Wert (w von window) gilt für das ganze Fenster. Er berücksichtigt Glas, Rahmen (Uf-Wert) und den Randverbund (Psi-Wert). Gute Dreifachfenster erreichen Uw-Werte von etwa 0,7 bis 1,0. Ein schlechter Rahmen kann das Ergebnis verderben.
Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, welcher Anteil der Sonnenstrahlung als Wärme in den Raum gelangt. Dreifachgläser liegen meist bei etwa 0,50 bis 0,55, Zweifachgläser bei etwa 0,60 bis 0,65. Der Wärmegewinn im Winter fällt also etwas geringer aus, der Sonnenschutz im Sommer etwas besser.
Die Warme Kante bezeichnet einen Abstandhalter aus Kunststoff oder einem Kunststoff-Metall-Verbund statt Aluminium. Er leitet weniger Wärme, verringert die Kälte am Glasrand und senkt das Risiko von Tauwasser dort. Der Effekt auf den Uw-Wert liegt grob im Bereich von einigen hundertstel W/(m²·K).
Arten und Varianten im Überblick
| Verglasung | Ug-Wert (Richtwert) | g-Wert (Richtwert) | Gewicht (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Einfachglas | ca. 5,8 | ca. 0,85 | ca. 10 kg/m² |
| Zweifach-Wärmeschutzglas | ca. 1,0 bis 1,1 | ca. 0,60 bis 0,65 | ca. 20 kg/m² |
| Dreifach-Wärmeschutzglas | ca. 0,5 bis 0,7 | ca. 0,50 bis 0,55 | ca. 30 kg/m² |
Die Gewichte gelten für Scheiben von jeweils 4 Millimetern Dicke. Glas wiegt rund 2,5 Kilogramm je Quadratmeter und Millimeter. Dickere Scheiben, etwa für Schallschutz oder Sicherheit, erhöhen das Gewicht entsprechend.
Daneben gibt es Varianten mit Schallschutzscheiben, Sonnenschutzbeschichtung oder Sicherheitsglas. Sonnenschutzgläser senken den g-Wert weiter und eignen sich für stark besonnte Südfassaden. Für den Wärmegewinn im Winter sind sie weniger günstig.
Praxis: Wann lohnt sich der Austausch?
Ob sich eine Dreifachverglasung lohnt, hängt vom Ausgangszustand ab. Der größte Sprung entsteht beim Wechsel von Einfach- oder alter Zweifachverglasung ohne Beschichtung. Beim Wechsel von einem modernen Zweifachfenster auf Dreifachglas fällt die Einsparung deutlich kleiner aus. Rechnerisch spart ein Quadratmeter Fenster mit einer Differenz von etwa 0,5 W/(m²·K) im Winter nur wenige Kilowattstunden je Jahr. Als Mehrwert kommen höherer Komfort, wärmere Innenoberflächen und weniger Zugerscheinungen hinzu.
Erkennen, welche Verglasung vorhanden ist
- Der Randverbund zeigt oft eingeprägte Kennzeichen des Herstellers mit Jahr und Aufbau.
- Die Flammenprobe (Spiegelbilder einer Flamme) zeigt die Zahl der Scheiben und der beschichteten Flächen. Bei Dreifachglas erscheinen mehr Spiegelbilder.
- Ein Fachbetrieb misst den Aufbau mit einem optischen Gerät.
Schritt für Schritt zum Fensteraustausch
- Bestand aufnehmen: Zahl, Größe, Rahmenmaterial, Zustand der Anschlüsse.
- Ziel festlegen: Uw-Wert, Schallschutz, Einbruchschutz, Optik, gegebenenfalls Förderbedingungen.
- Angebote einholen und vergleichen, jeweils mit Angabe des Uw-Werts des Gesamtfensters.
- Förderung vor Auftragserteilung klären, soweit der Antrag vorab nötig ist.
- Einbau nach dem Prinzip innen luftdicht, außen schlagregendicht ausführen (RAL-Montage als Maßstab).
- Lüftungskonzept prüfen: Dichtere Fenster verändern den Luftaustausch.
- Rechnungen und Nachweise für Förderstelle und Dokumentation aufbewahren.
Ein reiner Glastausch im alten Rahmen ist möglich, wenn Rahmen und Beschläge das Mehrgewicht tragen und die Falztiefe ausreicht. Häufig scheitert das an der Statik des Flügels. Zudem bleibt der Uw-Wert wegen des alten Rahmens oft über den Förderanforderungen.
Kosten: grobe Richtwerte
Die Preise schwanken stark nach Region, Rahmenmaterial, Größe und Ausstattung. Als grober Richtwert gilt: Dreifachglas kostet im Fenster einen Aufpreis von etwa 10 bis 20 Prozent gegenüber Zweifachglas. Ein komplettes, eingebautes Fenster liegt je nach Größe und Material häufig im Bereich von einigen hundert bis über tausend Euro. Dazu kommen Demontage, Entsorgung, Putz- und Malerarbeiten sowie eventuell neue Fensterbänke und Rollladenkästen. Konkrete Angebote vor Ort einholen.
Gewicht, Rahmen und Statik
Mehr Gewicht belastet Flügel, Beschläge und Bänder. Moderne Dreifachfenster sind dafür ausgelegt. Bei großen Flügeln, Hebeschiebetüren oder bei Nachrüstung in alten Rahmen ist eine fachliche Prüfung nötig. Der Rahmen trägt außerdem zum Wärmeschutz bei: Kunststoffrahmen mit mehreren Kammern, gedämmte Holzrahmen und Aluminiumrahmen mit thermischer Trennung sind gängig.
Feuchte, Schimmel und Lüften
Dichte Fenster mit warmer Glasinnenseite führen dazu, dass sich Feuchtigkeit eher an der kältesten Stelle des Raums niederschlägt. Das sind häufig Außenwandecken und Wärmebrücken. Wer Fenster tauscht, ohne die Lüftung anzupassen, riskiert Schimmel. Mehr zur Entstehung von Tauwasser steht unter Taupunkt. Eine Wohnraumlüftung oder ein klares Lüftungsverhalten hilft.
Ein Nebeneffekt: Wegen des guten Wärmeschutzes ist die Außenscheibe im Winter sehr kalt. Bei klarer, windstiller Nacht kann sich außen Tauwasser oder Reif bilden. Das ist ein physikalisch normaler Effekt und kein Mangel.
Typische Fehler
- Nur auf den Ug-Wert des Glases achten und den Uw-Wert des Fensters ignorieren.
- Den Einbau vernachlässigen: Undichte Anschlussfugen verursachen Wärmeverlust und Feuchteschäden.
- Die Lüftung nicht anpassen und danach Schimmel an Wandecken bekommen.
- Alte Rahmen mit Dreifachglas bestücken, ohne Statik und Falz zu prüfen.
- Förderantrag erst nach Auftragserteilung stellen, obwohl ein Vorabantrag nötig ist.
- Angebote vergleichen, ohne dass überall derselbe Uw-Wert und dieselbe Einbauart gelten.
Normen und Vorschriften
Die Berechnung der Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern und Verglasungen folgt den europäischen Normen der Reihe DIN EN ISO 10077 (Uw-Wert) und DIN EN 673 (Ug-Wert), der g-Wert wird nach DIN EN 410 ermittelt. Bei Sanierung gelten die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes, das seit 29.07.2026 überarbeitet als Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt. Die bisherigen U-Wert-Anforderungen für Bauteile bleiben bestehen. Wer Fenster erneuert, muss die dort genannten Höchstwerte einhalten; die genauen Werte sind im Einzelfall zu prüfen. Der Nachweis läuft meist über die Herstellerangabe des Uw-Werts.
Altbau, Denkmal und Mietrecht
Im Altbau ist der Fensteraustausch oft die erste Maßnahme. Bei Gebäuden mit Fassadengliederung oder unter Denkmalschutz sind Optik, Profile und Sprossen häufig vorgeschrieben. Die untere Denkmalbehörde klärt vorab, ob Kastenfenster oder Dreifachglas in schlanken Profilen zulässig sind. Ohne Genehmigung droht ein Rückbau.
In Mietwohnungen ist der Fenstertausch Sache des Vermieters. Er darf die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen über die Modernisierungsumlage auf die Miete umlegen. Fördermittel sind davon abzuziehen. Mieter sollten bei Mängeln der Fenster auf die Gewährleistung des ausführenden Betriebs und auf die Vermieterpflichten verweisen.
Förderung
Fenster gehören zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach dem Stand der Reform vom 21.07.2026 beträgt die Grundförderung 15 Prozent. Ein iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan) von 5 Prozent wird nur für den Kostenanteil über 30.000 Euro gewährt. Für Fenster wird in der Regel ein Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²·K) verlangt, was in der Praxis Dreifachverglasung bedeutet. Antragsverfahren, Fristen, Kostenobergrenzen und Fachunternehmerbestätigung ändern sich häufig. Aktuelle Konditionen bei der Förderstelle prüfen und den Antrag vor dem Vertragsabschluss klären.
Häufige Fragen zu Dreifachverglasung
Lohnt sich Dreifachverglasung gegenüber Zweifachverglasung?
Das hängt vom Ausgangszustand und den Zielen ab. Gegenüber alten Fenstern ist die Einsparung groß, gegenüber modernem Zweifachglas fällt sie kleiner aus. Hinzu kommen Komfortgewinn und die Fördermöglichkeit bei Erfüllung der Uw-Anforderung.
Wie schwer ist Dreifachverglasung?
Bei drei Scheiben von je 4 Millimetern wiegt sie grob 30 Kilogramm je Quadratmeter. Zweifachglas liegt bei etwa 20 Kilogramm. Dickere Scheiben erhöhen das Gewicht.
Was bedeutet der Ug-Wert und was der Uw-Wert?
Der Ug-Wert beschreibt den Wärmedurchgang nur durch das Glas, der Uw-Wert den des gesamten Fensters inklusive Rahmen und Randverbund. Für Anforderungen und Förderung zählt in der Regel der Uw-Wert.
Kann ich Dreifachglas in alte Rahmen einsetzen?
Das ist nur möglich, wenn Falztiefe, Beschläge und Rahmen das Mehrgewicht tragen und der Rahmen in gutem Zustand ist. Häufig ist ein kompletter Fenstertausch sinnvoller. Ein Fachbetrieb sollte das im Einzelfall prüfen.
Wird Dreifachverglasung gefördert?
Fenster können über die BEG-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gefördert werden, derzeit mit 15 Prozent Grundförderung. Bedingungen wie der Uw-Wert und das Antragsverfahren ändern sich, daher aktuelle Konditionen prüfen.
Warum beschlägt die Außenseite neuer Fenster?
Die Außenscheibe bleibt durch den guten Wärmeschutz sehr kalt. In klaren Nächten kann sich deshalb außen Tauwasser oder Reif bilden. Das ist ein normaler physikalischer Effekt und kein Mangel.
Verwandte Begriffe
U-Wert, Floatglas, Wärmebrücke, Taupunkt, Denkmalschutz









