Zarge: Die Zarge ist der feste Rahmen, der in eine Wandöffnung eingebaut wird und das Türblatt aufnimmt. Sie trägt die Türbänder (Scharniere) und das Schließblech, schließt die Öffnung sauber ab und überträgt die Kräfte der Tür in die Wand. Zargen bestehen meist aus Holzwerkstoff, Stahl oder beschichteten Materialien.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zarge verbindet Wand und Türblatt; sie trägt Bänder, Schloss-Gegenstück und Dichtung.
- Wichtige Bauarten sind Umfassungszarge, Blockzarge und Eckzarge; für die Renovierung gibt es Überzargen.
- Die Zargenmaße müssen zu Wandstärke (inklusive Putz) und Türblatt passen; Standardmaße regeln DIN 18100 und DIN 18101.
- Brandschutz- und Schallschutztüren sind nur als geprüftes Gesamtsystem zulässig.
Was ist eine Zarge?
Im Bauwesen meint Zarge den dreiseitigen Rahmen aus zwei senkrechten Seitenteilen und einem Querstück, der in die Maueröffnung (Wandöffnung) eingesetzt wird. Eine Schwelle gehört nicht dazu. Bei Innentüren ist Türzarge der übliche Begriff; im Alltag spricht man auch vom Türrahmen. Bei Fenstern heißt das entsprechende Bauteil Blendrahmen. Das Wort Zarge steht außerdem für Seitenteile bei Möbeln, etwa Schubladen- oder Tischzargen.
Aufbau einer Türzarge
- Zargenprofil: der Rahmen, meist U-förmig und passend zur Wandstärke.
- Falz: die Anschlagkante, an der das geschlossene Türblatt anliegt.
- Bekleidung: sichtbare Abdeckleisten, die den Spalt zwischen Zarge und Wand verdecken.
- Bandaufnahme: Aussparungen oder Beschläge, in die die Türbänder greifen.
- Schließblech: Gegenstück zum Schlossriegel und zur Falle im Türblatt.
- Dichtung: optional, für Schall-, Rauch- oder Zugluftschutz.
Arten von Zargen
| Art | Beschreibung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Umfassungszarge | Umfasst die Wand und wird mit Bekleidung auf beiden Seiten verkleidet, meist in Holzwerkstoff | Innentüren im Wohnungsbau, Neubau und Sanierung |
| Blockzarge | Massiver Rahmen, der im Rohbau eingesetzt und anschließend verputzt wird | Eingangs- und Altbautüren, Holzbau |
| Eckzarge | Meist aus Stahl, sitzt in der Mauerecke und schließt mit dem Putz ab | Gemauerte Wände, Keller, Technikräume |
| Stahlzarge im Trockenbau | Wird an die Ständerprofile der Wand angeschlossen | Leichte Trennwände, Büros, Mehrfamilienhäuser |
| Renovierungszarge (Überzarge) | Wird über die alte Zarge gesetzt, die dabei bleibt | Türsanierung ohne Stemmarbeiten |
Materialien
- Holzwerkstoff und Holz: warm, leicht zu bearbeiten, mit Lack, Furnier oder Dekor erhältlich.
- Stahl: robust, formstabil und für Brandschutz geeignet; wird häufig im Trockenbau und in Mehrfamilienhäusern verwendet.
- Beschichtete Zargen: Kunststoff- oder Dekorbeschichtungen sind pflegeleicht und schlagfest.
- Aluminium: leicht, für besondere Designs und Feuchträume.
Maße und Normen
Die Normen DIN 18100 (Wandöffnungen für Türen) und DIN 18101 (Türblätter, Bänder- und Schlossanordnung im Wohnungsbau) sorgen dafür, dass Blatt, Zarge und Beschläge zusammenpassen. Gängige Türblattbreiten sind 73,5 cm, 86 cm und 98,5 cm bei einer Höhe von 198,5 cm. Für ein Türblatt mit 86 cm Breite liegt das übliche Wandöffnungsmaß bei etwa 87,5 cm. Hersteller geben genaue Einbaumaße und Toleranzen an. Wer barrierefrei plant, braucht breitere, schwellenlose Durchgänge nach DIN 18040.
Einbau einer Türzarge
- Maß nehmen: Breite und Höhe der Wandöffnung messen, die Wandstärke einschließlich Putz bestimmen, den Türanschlag festlegen.
- Zarge vorbereiten: Bausatzzargen zusammenstecken oder verschrauben, Diagonalen prüfen und Spreizen einsetzen, damit sie nicht verzieht.
- Einsetzen und ausrichten: Zarge mit Keilen oder Montagestützen lot- und fluchtgerecht fixieren, Falzbreite kontrollieren.
- Befestigen: Fugen mit Montageschaum ausfüllen, in kurzen Abschnitten und sparsam, weil Schaum die Zarge verformen kann. Stahlzargen werden zusätzlich verschraubt oder mit Mörtel verfüllt.
- Abschließen: Spreizen erst nach dem Aushärten entfernen, Bekleidung anbringen, Türblatt einhängen und Bänder justieren.
Funktionale Zargenvarianten
- Brandschutzzarge: Nur zusammen mit dem zugehörigen Türblatt und den geprüften Beschlägen zulässig. Nachträgliche Änderungen am System sind nicht erlaubt.
- Schallschutzzarge: Mit umlaufender Dichtung und abgedichteter Fuge, um die Schalldämmung der Tür zu erreichen.
- Rauchschutzzarge: Mit Dichtungen gegen Rauchdurchtritt, etwa im Treppenhaus.
- Feuchtraumzarge: Aus feuchteunempfindlichem Material für Bad, Keller oder Technikräume.
Praxis-Tipps und typische Fehler
- Putz und Wandbeläge in die Wandstärke einrechnen, sonst passt die Zarge nicht.
- Zarge exakt lot- und fluchtgerecht ausrichten; kleine Abweichungen führen zu klemmenden Türen und ungleichen Spalten.
- Zu viel Schaum drückt die Zarge nach innen. Mehrere dünne Lagen sind besser.
- Sichtbare Fugen zwischen Bekleidung und Wand lassen sich mit Dichtstoff oder durch Streichen schließen.
- Bei Brand- und Schallschutztüren sowie Eingriffen in tragende Wände eine Fachfirma beauftragen.
Häufige Fragen zu Zarge
Was ist der Unterschied zwischen Zarge und Türrahmen?
Im Alltag bedeuten beide dasselbe. Fachlich ist die Zarge der in die Wand eingebaute Rahmen für das Türblatt. Bei Fenstern heißt er Blendrahmen, bei Möbeln bezeichnet Zarge die Seitenteile.
Wie messe ich eine Zarge richtig aus?
Gemessen werden Breite und Höhe der Wandöffnung, die Wandstärke inklusive Putz und die Falzmaße. Zusätzlich sind Türanschlag und Türblattgröße festzulegen. Hersteller geben passende Zargenmaße an.
Kann ich nur die Zarge tauschen?
Ja, mit einer Renovierungszarge wird die alte Zarge überdeckt und muss nicht herausgestemmt werden. Wenn die Wandöffnung verzogen oder beschädigt ist, ist ein kompletter Austausch sinnvoller.
Welche Zarge brauche ich für eine Trockenbauwand?
Üblich ist eine Stahlzarge oder eine Holzzarge für Ständerwände, die an der Unterkonstruktion befestigt wird. Die Wandstärke inklusive Beplankung bestimmt das Zargenmaß. Mehr dazu unter Trockenbau.
Kann ich eine Zarge selbst einbauen?
Für normale Innentüren ist das mit Sorgfalt und Werkzeug machbar. Wichtig sind exaktes Ausrichten und sparsamer Schaumeinsatz. Brandschutz- und Rauchschutztüren sollten Fachleute einbauen.
Verwandte Begriffe
Türanschlag, Trockenbau, Putz, Silikon-Dichtstoff, Trittschall










