Kurz erklärt: Kies hat gerundete Körner, Splitt und Schotter sind gebrochen und kantig. Die Körnungsangabe wie 2/5 oder 16/32 nennt die kleinste und größte Siebgröße in Millimetern. Feines Korn dient dem Pflasterbett, mittleres Korn Beton und Drainage, ein Gemisch wie 0/32 der Frostschutzschicht. Die Menge ergibt sich aus Volumen mal Schüttdichte.
Das Wichtigste in Kürze
- Kies ist natürlich gerundet, Splitt und Schotter sind gebrochen und verzahnen sich besser.
- Die Angabe d/D beschreibt den Siebbereich, etwa 8/16 für Körner zwischen 8 und 16 Millimetern.
- Einkorn wie 2/5 ist wasserdurchlässig, kornabgestufte Gemische wie 0/32 lassen sich dicht verdichten.
- Pflasterbett aus Splitt 2/5 und Frostschutzschicht 0/32 sind die häufigsten Kombinationen im Außenbereich.
- Die Menge in Tonnen ergibt sich aus Fläche, Schichtdicke, Verdichtungszuschlag und Schüttdichte.
- Typische Fehler sind zu dünne Schichten, ungeeignete Körnung und fehlende Verdichtung.
Begriffe: Kies, Splitt, Schotter, Brechsand, Edelsplitt
Im Handel werden die Begriffe oft vermischt. Fachlich gilt folgende Unterscheidung.
- Kies: Natürlich entstandenes, durch Wasser gerundetes Gestein, meist aus Flüssen oder Gruben. Die Körner sind glatt.
- Splitt: Gebrochenes Gestein mit kantiger Form, in der Regel im Bereich von etwa 2 bis 32 Millimetern.
- Schotter: Gröber gebrochenes Gestein. Der Begriff wird auch für gemischte Tragschicht-Materialien wie 0/32 oder 0/45 verwendet.
- Brechsand: Gebrochenes Feinkorn, etwa 0/2, das beim Brechen von Hartgestein entsteht.
- Edelsplitt: Gewaschener, gebrochener Splitt aus hartem Gestein mit enger Körnung und sauberer Oberfläche. Er wird für Pflasterbett, Fugen und Zierflächen genutzt.
Die Abgrenzung ist im Handel nicht einheitlich. Maßgeblich sind immer Körnungsangabe, Gesteinsart und Lieferschein.
Körnungsangaben erklärt
Gesteinskörnungen werden über Siebe sortiert. Die Angabe d/D nennt die untere Siebgröße d und die obere Siebgröße D in Millimetern. Ein Material 8/16 besteht überwiegend aus Körnern, die durch das 16-mm-Sieb fallen und auf dem 8-mm-Sieb liegen bleiben. In Normen für Beton ist die Angabe als Lieferkörnung geregelt, in der Praxis geht es um die Frage: Welcher Anteil liegt im vorgesehenen Bereich?
- Einkorn (z. B. 2/5, 8/16, 16/32): enger Bereich, viele Hohlräume, sehr wasserdurchlässig.
- Korngemisch (z. B. 0/32): Alle Größen vom Feinanteil bis 32 Millimeter. Die Hohlräume werden von kleineren Körnern gefüllt, daher lässt sich das Gemisch dicht verdichten.
Sieblinien: Wie das Korngemisch zusammengesetzt ist
Eine Sieblinie ist eine Kurve, die zeigt, welcher Massenanteil eines Gemischs durch welches Sieb fällt. Sie macht sichtbar, ob ein Material gleichmäßig abgestuft ist oder Lücken hat.
- Eine stetige Sieblinie hat Körner in allen Größen. Das ergibt wenig Hohlraum und hohe Tragfähigkeit nach der Verdichtung.
- Eine unstetige Sieblinie lässt einzelne Größen aus. Sie wird gezielt eingesetzt, etwa bei Sichtbeton oder Drainagematerial.
- Bei Beton beeinflusst die Sieblinie den Zement- und Wasserbedarf und damit Verarbeitbarkeit und Festigkeit. Wie Mörtel im Kleinen aufgebaut wird, zeigt der Beitrag Mörtel selbst mischen.
Gerundet oder gebrochen: Was ist besser?
| Merkmal | Gerundet (Kies) | Gebrochen (Splitt, Schotter) |
|---|---|---|
| Kornform | rund, glatt | kantig, rau |
| Verzahnung | gering, Material rollt | hoch, Körner verkeilen sich |
| Tragfähigkeit | geringer | höher |
| Begehbarkeit lose | weich, wandert leicht | stabiler, aber rauer |
| Einsatz | Beton, Zierflächen, Drainage | Tragschichten, Pflasterbett, Wege |
Für alles, was Last tragen muss, ist gebrochenes Material besser, weil es sich verzahnt. Gerundeter Kies eignet sich für Beton und Dekoration, wo glatte Körner gut mischbar sind oder die Optik zählt.
Anwendung: Welche Körnung wofür?
| Anwendung | Typische Körnung (Richtwert) | Hinweis |
|---|---|---|
| Beton | 0/2, 2/8, 8/16, 16/32 gemischt | Sieblinie und Größtkorn nach Bauteil |
| Drainage | 8/16 oder 16/32, gewaschen | Mit Filtervlies, siehe Drainage |
| Pflasterbett | Splitt 2/5, teils 1/3 oder 0/5 | Etwa 3 bis 5 cm, siehe Pflasterbett |
| Frostschutz, Tragschicht | 0/32 oder 0/45 | Lagenweise verdichten, siehe Frostschutzschicht |
| Gartenweg | 0/16 oder 0/32 unten, Splitt oder Kies oben | Unkrautvlies, Randeinfassung |
| Zierkies | 8/16, 16/32 | Schichtdicke 3 bis 5 cm |
| Gabionenfüllung | je nach Maschenweite 32/63 und größer | Körner müssen größer als die Masche sein |
Zur Füllung von Gabionen gibt es einen eigenen Beitrag: Gabionenfüllung. Wie ein Weg aufgebaut wird, steht in Der Schotterweg. Für Einfahrten ist Einfahrt pflastern (Teil 2) relevant.
Beton
Für Beton wird Gesteinskörnung gemischt. Das Fundament oder die Bodenplatte verlangt ein Größtkorn, das zur Bauteildicke und zur Bewehrung passt. Gerundeter Kies verbessert die Verarbeitbarkeit, gebrochenes Korn die Haftung.
Pflasterbett und Frostschutz
Das Pflasterbett aus feinem Splitt liegt auf der Tragschicht und wird abgezogen, aber vor dem Verlegen nicht verdichtet. Erst die verlegten Pflastersteine werden mit der Rüttelplatte abgerüttelt. Die Tragschicht darunter aus Korngemisch 0/32 wird in Lagen verdichtet. Ihre Dicke richtet sich nach Belastung und Frosttiefe. Für Gehwege genügen oft geringere Dicken als für Einfahrten, Richtwerte reichen von etwa 15 bis über 30 cm.
Wege und Zierkies
Ein Gartenweg besteht wie eine kleine Straße aus Schichten. Unten liegt ein verdichtetes Gemisch, darauf eine dünne Deckschicht aus Splitt oder Kies. Ein Vlies zwischen Boden und Tragschicht verhindert, dass sich Erde und Steine vermischen. Zierkies ist reine Deckschicht und kein Unterbau. Wählt man zu feines Korn, bleibt es an Schuhen hängen. Zu grobes Korn läuft sich unangenehm. Für Wege haben sich mittlere Körnungen bewährt, die sich leicht verdichten lassen.
Drainage und Wasser
Bei einer Drainage kommt es auf Durchlässigkeit an. Deshalb wird gewaschenes Einkorn verwendet, das keine Feinteile enthält. Gemische mit Feinanteil würden die Hohlräume zusetzen. Das Material wird meist in Filtervlies eingeschlagen, damit Erde nicht einschwemmt. Anfallendes Wasser sollte kontrolliert abgeleitet werden.
Stützmauern und Hinterfüllung
Hinter einer Stützmauer wird häufig ein grobes, wasserdurchlässiges Material eingebaut. Es leitet Sickerwasser ab und verringert den Wasserdruck auf das Bauwerk. Die genaue Ausführung gehört in die Planung des Bauwerks und wird nicht pauschal gewählt.
Verdichtung
Verdichten bedeutet, die Körner mechanisch enger zu packen, damit Hohlräume kleiner werden und die Schicht trägt. Dafür wird bei Wegen und Einfahrten eine Rüttelplatte genutzt. Wichtige Regeln:
- Schüttgut in Lagen einbauen, nicht in einem Zug.
- Material leicht feucht halten, trockenes Korn verdichtet schlechter.
- Mehrere Übergänge fahren, bis sich die Oberfläche nicht mehr setzt.
- Gefälle beachten, damit Oberflächenwasser abfließt.
- Einkorn wie 2/5 als Bettung nicht vorverdichten, sonst stimmt die Höhe nicht.
Mengenberechnung mit Schüttdichte
Die Schüttdichte gibt an, wie viel Masse ein Kubikmeter lose geschüttetes Material hat, inklusive der Hohlräume. Sie ist niedriger als die Rohdichte des einzelnen Korns, die bei Hartgestein etwa 2,6 bis 2,8 t/m³ beträgt. Für Schüttgut liegen übliche Richtwerte bei etwa 1,4 bis 1,8 t/m³, je nach Körnung, Gestein und Feuchte. Frostschutzmaterial 0/32 wird häufig mit etwa 1,8 t/m³ angesetzt.
Formel: Volumen (m³) = Fläche (m²) mal Schichtdicke (m). Masse (t) = Volumen mal Zuschlag für Verdichtung mal Schüttdichte (t/m³).
Beispiel 1: Frostschutzschicht Einfahrt
Fläche 30 m², Dicke 30 cm, Schüttdichte 1,8 t/m³, Verdichtungszuschlag 15 Prozent als Richtwert.
- Volumen: 30 m² mal 0,30 m gleich 9 m³
- Mit Zuschlag: 9 m³ mal 1,15 gleich 10,35 m³
- Masse: 10,35 m³ mal 1,8 t/m³ gleich etwa 18,6 t
Beispiel 2: Pflasterbett Terrasse
Fläche 40 m², Dicke 4 cm, Splitt 2/5 mit etwa 1,5 t/m³.
- Volumen: 40 m² mal 0,04 m gleich 1,6 m³
- Masse: 1,6 m³ mal 1,5 t/m³ gleich 2,4 t
Die genaue Schüttdichte nennt der Lieferant. Kleine Mengen werden oft im Sack, größere als Schüttgut per Lkw geliefert. Etwas Reserve für Verlust und Ungenauigkeiten einplanen.
Kosten als Richtwert
Preise hängen stark von Region, Gesteinsart, Abnahmemenge und Lieferweg ab. Aus aktuellen Preisübersichten ergeben sich grobe Spannen ab Werk:
| Material | Preis pro Tonne (Richtwert) |
|---|---|
| Standard-Schotter | etwa 8 bis 15 Euro |
| Frostschutzmaterial 0/32 | etwa 17 bis 22 Euro |
| Splitt | etwa 20 bis 35 Euro |
| Zierkies | etwa 30 bis 80 Euro |
Dazu kommen Lieferkosten, die je nach Entfernung bei etwa 50 bis 150 Euro liegen können. Kleinmengen im Sack sind pro Tonne deutlich teurer. Verbindlich sind nur Angebote vor Ort.
Typische Fehler
- Falsche Körnung im Pflasterbett: Zu grobes oder zu feines Material verändert die Verlegehöhe und das Fugenbild.
- Schichten zu dünn: Besonders die Frostschutzschicht wird gern eingespart. Dadurch drohen Setzungen und Frostschäden.
- Keine lagenweise Verdichtung: Dicke Lagen bleiben locker und setzen sich später.
- Rundkies unter Last: Gerundete Körner verzahnen nicht und weichen aus.
- Fehlendes Gefälle: Wasser staut sich und gefriert in der Schicht.
- Falsche Mengenplanung: Volumen und Masse werden verwechselt, oder der Verdichtungszuschlag fehlt.
- Verschmutztes Material: Lehm im Drainagekies verstopft die Hohlräume.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Körnung 8/16?
Die Angabe 8/16 beschreibt Körner zwischen 8 und 16 Millimetern. Die untere Zahl ist die kleinere Siebgröße, die obere die größere. Das Material wird oft für Beton, Drainage und Zierflächen genutzt.
Was ist der Unterschied zwischen Kies und Splitt?
Kies ist natürlich gerundet, Splitt wird aus Gestein gebrochen und ist kantig. Splitt verzahnt sich besser und trägt mehr Last. Kies eignet sich für Beton und Dekoration.
Welche Körnung gehört unter Pflaster?
Als Pflasterbett wird häufig Splitt 2/5 in etwa 3 bis 5 cm Dicke verwendet. Darunter liegt eine verdichtete Tragschicht, oft 0/32. Die genauen Vorgaben hängen von Belastung und Herstellerangaben ab.
Wie viel wiegt ein Kubikmeter Kies?
Lose geschüttet wiegt ein Kubikmeter Kies oder Splitt meist etwa 1,4 bis 1,8 Tonnen. Feuchte, Körnung und Gestein beeinflussen den Wert. Der Lieferant gibt die genaue Schüttdichte an.
Muss Frostschutzmaterial verdichtet werden?
Ja, die Frostschutzschicht wird in Lagen verdichtet, meist mit einer Rüttelplatte. Erst verdichtet ist sie tragfähig und setzt sich später kaum noch.
Reicht Zierkies als Untergrund für einen Weg?
Nein, Zierkies ist rund und trägt kaum. Ein Weg braucht eine verdichtete Tragschicht aus gebrochenem Material, darauf folgt eine Deckschicht.
Weiterführende Lexikon-Begriffe
Frostschutzschicht, Pflasterbett, Drainage, Gabionen, Fundament, Bodenplatte, Oberflächenwasser, Stützmauer

