Verchromter Wasserhahn vor Marmorwand

Chrom

Chrom ist ein silbrig glänzendes, hartes Metall mit dem Symbol Cr. Im Haus begegnet es vor allem als sehr dünne Verchromung auf Messing, Stahl oder Kunststoff, etwa an Armaturen, Beschlägen und Leuchten. Die Schicht ist hart, glänzend und pflegeleicht, schützt aber nur so gut wie der Aufbau darunter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Chrom wird im Haushalt kaum massiv verbaut, sondern als galvanische Schicht auf einem Grundwerkstoff. Darunter liegt meist Nickel.
  • Die Chromschicht selbst ist nur Bruchteile eines Mikrometers dick. Den Korrosionsschutz liefert vor allem das Schichtsystem.
  • Chrom ist nicht dasselbe wie Edelstahl. Edelstahl ist durchgehend nichtrostend, verchromte Teile nur an der Oberfläche.
  • Gepflegt wird mit mildem Reiniger und weichem Tuch. Kratzer, Säuren und Chlor schaden der Schicht.

Was ist Chrom?

Chrom ist ein chemisches Element und ein Metall. Es ist sehr hart, glänzt und ist an Luft durch eine unsichtbare Oxidhaut geschützt. Es wird vor allem als Legierungsbestandteil von Edelstahl und als galvanischer Überzug verwendet. Aus Chrom entsteht der Chrom-Look, der seit Jahrzehnten an Wasserhähnen, Duscharmaturen und Handtuchhaltern üblich ist.

Aufbau einer dekorativen Verchromung

Eine dekorative Verchromung besteht aus mehreren Schichten, die elektrisch (galvanisch) aufgebracht werden. Auf das Grundmaterial folgt häufig eine Kupferschicht, dann Nickel und zuletzt die Chromschicht. Das Nickel glättet die Oberfläche und bildet den eigentlichen Korrosionsschutz. Die oberste Chromschicht ist als Richtwert nur etwa 0,2 bis 0,5 Mikrometer dick. Sie gibt Glanz, Härte und Kratzfestigkeit.

Zu unterscheiden ist die Hartverchromung im Maschinenbau. Sie ist deutlich dicker und dient dem Verschleißschutz, etwa bei Kolbenstangen, und spielt im Haus keine Rolle.

Chrom und Edelstahl im Vergleich

Merkmal Verchromte Teile Edelstahl
Aufbau Dünne Schicht auf Grundwerkstoff Durchgehend Legierung
Optik Spiegelnd, bläulich-silbrig Matt, gebürstet oder poliert, eher warmes Grau
Beschädigung Kratzer oder Abplatzer können Korrosion des Untergrunds auslösen Kratzer heilen durch die Passivschicht meist wieder
Pflege Empfindlich gegen Kratzer und Chlor, Wasserflecken sichtbar Unempfindlicher, Fingerabdrücke sichtbar
Reparatur Meist nur Austausch oder Neuverchromung Schleifen oder polieren möglich

Mehr zum Werkstoff steht im Eintrag Edelstahl.

Anwendung in Bau und Renovierung

  • Bad und Küche: Wasserhähne, Brausen, Duscharmaturen, Siphons, Handtuchhalter, Seifenspender, Abflussblenden.
  • Möbel und Türbeschläge: Griffe, Knäufe, Möbelfüße und Türbeschläge in Chrom-Optik.
  • Licht: Leuchten, Fassungen und Abdeckungen.
  • Sanitärzubehör und Heizkörper: Verchromte Rohre, Anschlussarmaturen und Halterungen.

Beim Kauf von Sanitärarmaturen weist das Prüfzeichen auf normgerechte Beschichtung hin. DIN EN 248 beschreibt Anforderungen an galvanische Nickel-Chrom-Überzüge für Sanitärarmaturen. Kunststoffteile mit Chromoptik sind oft ebenfalls galvanisiert, bei dünnerem Aufbau aber empfindlicher.

Pflege und typische Fehler

  • Weiche Tücher: Mit Wasser und mildem Reiniger abwischen, danach trockenreiben. Scheuermilch, Stahlwolle und harte Schwämme zerkratzen die Schicht.
  • Kalk: Verdünnte Zitronensäure oder Essigreiniger kurz einwirken lassen, abspülen und trocknen. Zu lange Einwirkzeit greift Dichtungen und Schicht an.
  • Keine aggressiven Mittel: Chlorreiniger, Rohrreiniger und Salzsäure sollten nicht auf Chrom gelangen. Sie lösen Beschichtungen an und verursachen Flecken.
  • Abplatzer ernst nehmen: Blasen oder Rostpunkte zeigen, dass Wasser unter die Schicht gelangt ist. Dann schreitet der Schaden fort. Das Teil sollte ersetzt werden.
  • Billigware: Sehr dünne oder poröse Schichten halten Feuchte, Salz und Reinigern weniger stand. Qualitätsunterschiede zeigen sich oft erst nach Monaten.

Chrom im Baustoffbereich: Chromat im Zement

Ein zweiter Bezug zum Bau betrifft Zement. Er enthält herstellungsbedingt Spuren von Chrom(VI), auch Chromat genannt. Chromat kann bei Hautkontakt Allergien auslösen, das sogenannte Maurerekzem. Deshalb werden Zementen und zementhaltigen Produkten Chromatreduzierer zugesetzt. Als chromatarm gilt ein Produkt mit höchstens 2 Milligramm löslichem Chromat pro Kilogramm. Wirksam ist der Zusatz nur begrenzte Zeit, weshalb Lagerzeiten zu beachten sind. Beim Mischen und Verarbeiten sind Handschuhe und lange Kleidung zu tragen.

Umwelt und Vorschriften

Für die klassische Verchromung wird Chromtrioxid mit sechswertigem Chrom verwendet. Der Stoff unterliegt der europäischen Chemikalienverordnung REACH und ist zulassungspflichtig. Viele Hersteller stellen deshalb auf Verfahren mit dreiwertigem Chrom um. Das fertige Bauteil enthält metallisches Chrom, und im normalen Gebrauch geht von verchromten Armaturen keine Gefährdung aus.

Häufige Fragen zu Chrom

Ist Chrom dasselbe wie Edelstahl?

Nein. Chrom ist ein Metall, das meist als dünne Beschichtung verwendet wird. Edelstahl ist eine Legierung, die Chrom enthält und durchgehend nichtrostend ist. Chrom-Optik gibt es auch bei Edelstahl, aber nicht jede Chromoberfläche ist Edelstahl.

Wie reinige ich verchromte Armaturen?

Mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und weichem Tuch. Kalk entfernt kurz einwirkende verdünnte Zitronensäure. Anschließend gründlich abspülen und trocken polieren.

Warum blättert Chrom ab?

Meist ist die Schicht beschädigt oder zu dünn und porös. Dann dringt Wasser zum Nickel oder Grundwerkstoff vor, korrodiert dort und sprengt die Chromschicht ab. Eine Reparatur ist selten sinnvoll, die Armatur wird meist ausgetauscht.

Ist verchromtes Metall wasserfest und rostfrei?

Solange die Schicht intakt ist, schützt sie den Grundwerkstoff gut. Sie ist aber nicht absolut dicht. Kratzer, Stöße und aggressive Reiniger können sie schädigen, danach kann der Untergrund rosten.

Ist Chrom gesundheitsschädlich?

Metallisches Chrom auf verchromten Oberflächen gilt im normalen Gebrauch als unproblematisch. Kritisch ist sechswertiges Chrom, etwa als Chromat in Zement oder in der Galvanik. Dort gelten Schutz- und Arbeitsschutzvorschriften.

Verwandte Begriffe

Edelstahl, Lochfraß, Grauschleier, Estrich

über Thomas

Mein Name ist Thomas Petzold und ich bie Schreinermeister und Holztechniker und war 22 Jahre selbstständig mit einer Möbelschreinerei. Meine Leidenschaft ist das umsetzen von Bauprorjekten aller Art und möchte hier an dieser Stelle mein Fachwissen mit Euch teilen, aber auch neu erlernte Dinge über Maschinen, Materialien und Vorgehensweisen mit Euch teilen, denn: Man lernt nie aus!

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