Ein Hausanschluss ist die Verbindung zwischen dem öffentlichen Versorgungsnetz und der Hausinstallation. Er führt Strom, Wasser, Gas, Fernwärme und Telekommunikation von der Straße ins Gebäude, die Entwässerung in umgekehrter Richtung zum Kanal. Der Netzbetreiber stellt ihn her, der Eigentümer beantragt und bezahlt ihn.
Das Wichtigste in Kürze
- Jede Sparte (Strom, Wasser, Gas, Fernwärme, Telekommunikation, Abwasser) hat ihren eigenen Anschluss und ihren eigenen Versorger.
- Der Eigentümer beantragt die Anschlüsse und trägt die Kosten. Sie hängen stark von der Leitungslänge ab.
- Früh planen. Vorlauf von Wochen bis Monaten ist üblich, besonders bei Neubau.
- Bei Heizungswechsel, Wärmepumpe, Wallbox oder Photovoltaik kann der Anschluss anzupassen sein.
Was ist ein Hausanschluss?
Der Hausanschluss besteht aus der Anschlussleitung vom Netz bis ins Gebäude, der Hauseinführung durch die Wand oder Bodenplatte und den Übergabeeinrichtungen. Dazu zählen beim Strom der Hausanschlusskasten, beim Wasser Hauptabsperrung und Wasserzähler und beim Gas Hauptabsperreinrichtung und Zähler. Hinter dieser Übergabestelle beginnt die Kundenanlage, für die der Eigentümer verantwortlich ist.
Aufbau und Lage
Der Anschluss liegt meist im Keller oder in einem Hausanschlussraum. Er sollte nach DIN 18012 geplant werden, die Planungsgrundlagen für Hausanschlusseinrichtungen festlegt. Bei kleineren Gebäuden genügt oft eine Hausanschlusswand. Ohne Keller wird ein Technik- oder Hauswirtschaftsraum genutzt. Entscheidend sind Platz, Zugänglichkeit für Ablesung und Wartung sowie eine dichte Hauseinführung.
Arten von Anschlüssen
| Sparte | Zweck | Regelwerk |
|---|---|---|
| Strom | Elektrische Energie | Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), Technische Anschlussbedingungen des Netzbetreibers |
| Wasser | Trinkwasser | AVBWasserV, Satzung des Versorgers |
| Gas | Erdgas für Heizung und Kochen | Niederdruckanschlussverordnung (NDAV) |
| Fernwärme | Wärme aus dem Netz | AVBFernwärmeV, Anschlussbedingungen |
| Telekommunikation | Internet, Telefon, TV | Telekommunikationsrecht, Bedingungen des Anbieters |
| Abwasser | Schmutz- und Regenwasser | Entwässerungssatzung der Gemeinde |
Nicht jede Sparte ist überall verfügbar. Das hängt von Region, Bebauungsplan und Netzbetreiber ab. Für eine Wärmepumpe ist meist kein Gasanschluss nötig, aber ein ausreichend dimensionierter Stromanschluss.
Ablauf in Neubau und Sanierung
- Verfügbarkeit und Bedingungen beim Netzbetreiber der jeweiligen Sparte erfragen.
- Antrag mit Lageplan und technischen Angaben stellen. Der Lageplan kommt vom Katasteramt oder einem Vermessungsbüro.
- Leerrohre, Gräben und Wanddurchführungen vorbereiten. Bei Erdarbeiten die Lage fremder Leitungen vorab erfragen.
- Der Netzbetreiber oder ein beauftragtes Unternehmen verlegt die Leitungen, offen im Graben oder grabenlos per Bohrung.
- Zähler und Absperrungen werden gesetzt und in Betrieb genommen.
Beim Neubau braucht die Baustelle oft zuerst Baustrom und Bauwasser. Bei Sanierung kann ein Heizungswechsel, eine Wallbox oder Photovoltaik eine Anpassung des Anschlusses und des Zählerplatzes nötig machen. Als Rechtsrahmen für Heizungen gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, vormals Gebäudeenergiegesetz. Die aktuelle Fassung prüfen.
Kosten
Zwei Posten sind zu unterscheiden: Hausanschlusskosten für die Herstellung der Leitung und ein Baukostenzuschuss oder Netzkostenbeitrag, der sich am Netzausbau beteiligt. Beides legt der Versorger nach Preisblatt fest. Pro Sparte fallen häufig niedrige bis mittlere vierstellige Beträge an. Für alle Sparten zusammen sind bei einem Einfamilienhaus mit längerem Leitungsweg grob fünfstellige Summen möglich. Das sind Richtwerte, das Angebot des Versorgers ist maßgeblich. Eine gebündelte Mehrsparten-Hauseinführung spart oft Platz und Arbeitsschritte.
Praxis-Tipps und typische Fehler
- Anträge früh stellen. Lange Vorlaufzeiten verzögern sonst den Einzug.
- Sparten abstimmen, Leitungswege bündeln und Leerrohre für später mitverlegen.
- Hauseinführungen wasser- und gasdicht ausführen, besonders bei drückendem Wasser.
- Zählerplatz und Hausanschlussraum nicht zustellen oder verbauen.
- Vor Baggerarbeiten Leitungspläne einholen, um Leitungsschäden zu vermeiden.
Häufige Fragen zu Hausanschluss
Was gehört alles zum Hausanschluss?
Je nach Gebäude Strom, Wasser, Abwasser, Gas, Fernwärme und Telekommunikation. Jede Sparte hat eigene Leitungen, Übergabepunkte und einen eigenen Versorger.
Wer bezahlt den Hausanschluss?
In der Regel der Grundstückseigentümer beziehungsweise Bauherr. Hinzu kann ein Baukostenzuschuss kommen. Die Höhe steht in den Preisblättern der Netzbetreiber.
Wo sitzt der Hausanschluss im Haus?
Meist im Keller oder in einem Hausanschlussraum. Bei kleineren Häusern ist es oft eine Hausanschlusswand. Ohne Keller wird ein Technikraum genutzt.
Wie lange dauert die Herstellung?
Als Richtwert benötigt sie Wochen bis mehrere Monate, je nach Sparte, Netzbetreiber und Tiefbauaufwand. Deshalb früh beantragen.
Brauche ich für eine Wärmepumpe einen neuen Hausanschluss?
Nicht zwingend, aber der Stromanschluss muss die zusätzliche Leistung tragen. Der Netzbetreiber prüft das bei der Anmeldung. Gegebenenfalls ist ein größerer Anschluss oder ein neuer Zählerplatz nötig.
Verwandte Begriffe
Wärmepumpe, Oberflächenwasser, Katasteramt, Baugenehmigung, Kernsanierung










