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Fogging: Was tun gegen Schwarzstaub in der Wohnung?

Viele Mieter oder Eigentümer einer Wohnung haben bereits unangenehme Erfahrungen mit Schimmel im eigenen Wohnraum machen müssen. Sobald sich an den Decken oder Wänden ein Film mit ungewöhnlicher Färbung bildet, befürchten viele Menschen (oft auch zurecht) einen Schimmelbefall in ihrer Wohnung. Und die Betroffenen fragen sich dann häufig, wie sie nun konkret vorgehen sollen, um etwas gegen diese unerwünschte Erscheinung zu unternehmen.

Doch nicht immer muss es sich bei Schimmel-ähnlichen Verfärbungen an den Wänden auch tatsächlich um Schimmel handeln. Wenn ein schmieriger Film entsteht, der eine recht graue oder schwarze Färbung hat, dann besteht auch eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass man es mit Schwarzstaub zu tun hat – eine Erscheinung, die allgemein auch unter dem Begriff „Fogging“ bekannt ist. In einigen Fällen kann ein Schwarzstaub-Befall auch in Wohnungen auftreten, die gerade erst frisch renoviert wurden, und/oder über eine gute Dämmung verfügen.

Dabei stellen sich viele natürlich die Frage: Woher kommt das „Fogging“? Wodurch wird der Schwarzstaub in der Wohnung verursacht? Und vor allem: was lässt sich wirkungsvoll dagegen unternehmen? Die Antworten auf diese Fragen, sowie weitere Informationen zu diesem Thema können aus diesem Artikel entnommen werden.

Fogging und die Ursachen

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Sobald sich der schmierige schwarze Film zum ersten Mal in einer Wohnung bemerkbar macht, sorgt er bei den dort lebenden Bewohnern oft für einen sehr unheimlichen Eindruck. Immerhin ist die plötzliche dunkle Verfärbung von (meist hellen) Wänden alles andere als ein alltägliches Phänomen. In Extremfällen kann es sogar passieren, dass sich der Schwarzstaub-Film innerhalb von nur wenigen Stunden bildet, wo vorher noch überhaupt nichts davon zu entdecken war. In der Regel dauert es mehrere Wochen, bis Fogging an einer Stelle in der Wohnung zweifelsfrei festgestellt werden kann. Darüber hinaus ist man sich in der Forschung bis heute noch nicht über die genaue Ursache des Foggings im Klaren.

Laut den Erkenntnissen des Umweltbundesamtes (kurz: „UBA“) tritt Schwarzstaub vor allem in den Wohnungen auf, wo vor kurzer Zeit noch größere Renovierungsarbeiten stattfanden. Die Arbeiten, die vergleichsweise häufiger für ein anschließendes Fogging in der Wohnung sorgten, waren meist entweder Malerarbeiten, oder die Installation einer Fußbodenheizung. Anscheinend sorgen diese Renovierungsarbeiten häufiger dafür, dass sich Schwarzstaub vermehrt in den Zimmerdecken absetzt. Als Verursacher festgestellt wurden dabei schwerflüchtige organische Verbindungen (kurz: SVOC). Diese Verbindungen entweichen unter anderem aus Farben, Klebern, Lacken, Tapeten und Teppichböden, und gelangen somit in die Raumluft.

Bislang vermutet das Umweltbundesamt, dass sich nach diesen Arbeiten die entwichenen SVOC’s mit Staubteilchen verbinden, die sich während und nach den Arbeiten in der Luft befinden. Diese Verbindungen setzen sich dann wiederum entweder auf kalten, oder auf elektrostatisch geladenen Flächen ab. Als Ursache dafür stehen besonders Weichmacherverbindungen in Verdacht, welche der Gruppe der „Phthalate“ angehören. Des Weiteren haben die Nachforschungen des UBA gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für Fogging in der Wohnung während der Heizperiode um einiges größer ist. Grund dafür ist die Tatsache, dass während der Heizperiode wesentlich weniger gelüftet wird, sodass die Konzentration der SVOC-Verbindungen in der Luft des betroffenen Raumes ansteigt.

Besteht durch Fogging eine Gefahr?

Laut des Umweltbundesamtes konnten bislang noch keinerlei Gefahren für die menschliche Gesundheit durch einen Schwarzstaub-Befall in der Wohnung festgestellt werden. Allerdings ist es von größter Wichtigkeit, diese Erscheinung auch zweifelsfrei als Fogging feststellen zu lassen. Schwarzstaub an den Wänden und Decken wird nämlich auch sehr oft mit Schimmelbefall oder Rußablagerungen verwechselt, welche für Menschen wiederum sehr wohl gesundheitsschädigend wirken können. Außerdem kann es vorkommen, dass ein Schimmelbefall und ein Fogging-Effekt gleichzeitig auftreten, und sich somit überlagern.

Den Schwarzstaub entfernen

Um Fogging-Erscheinungen in einem Wohnraum zu beseitigen, sind Kunststoffreiniger und Spülwasser unabdingbar. Mit diesen beiden Dingen werden die Schwarzstaub-Schichten gründlich abgewaschen. Dies kann jedoch bei Tapeten problematisch werden, da Tapeten durch eine derartige Reinigung mit großer Wahrscheinlichkeit beschädigt werden. Bei solch einem Schaden hilft hinterher auch kein Überstreichen mehr, sodass in diesen Fällen danach meist komplett neu tapeziert werden muss.

Bei einem Befall von Vorhängen und Gardinen sieht die Sache jedoch anders aus. Sollten derartige Textilien von Schwarzstaub befallen sein, reicht es meist, diese Textilien einfach nur zu waschen. Zu diesem Zweck eignet sich ein bleichhaltiges Waschmittelpulver am besten. Auf Teppichen hingegen lassen sich diese unschönen Ablagerungen nicht ganz so einfach beseitigen. Befallene Vorleger und Läufer können (und sollten) direkt in die Reinigung gegeben werden.

Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt sich regelmäßiges Lüften. Des Weiteren empfiehlt das Umweltbundesamt, bei sämtlichen Renovierungsarbeiten Farben zu verwenden, welche frei von Lösemitteln und Weichmachern sind. Außerdem sollten nach Möglichkeit nur Möbel und Teppiche in den Raum kommen, die mit dem blauen Engel versehen sind.

Fogging schon im Vorfeld verhindern

Am besten ist es natürlich, wenn schon von vorneherein die Wahrscheinlichkeit für Fogging-Effekte in der Wohnung so gering wie möglich gehalten wird. Um das zu erreichen, empfiehlt es sich, in den entsprechenden Räumen (vor allem während der Heizperiode) keine Kerzen, Zigaretten oder Räucherstäbchen anzuzünden und abbrennen zu lassen. Falls doch mal Kerzen oder ähnliches angezündet wurden, sollten diese Flammen mit einem Löschhütchen gelöscht werden. Auf diese Weise gelangen wesentlich weniger Partikel und Paraffine in die Raumluft, welche einen Schwarzstaub-Befall fördern könnten.

Darüber hinaus ist es noch wichtig, die Räume möglichst gleich warm und staubfrei zu halten. Der Fußboden und die Heizkörper sollten ebenso in regelmäßigen Abständen gewissenhaft gereinigt werden. Außerdem ist es sehr zu empfehlen, anstehende Renovierungsarbeiten im Frühjahr durchzuführen, und nicht während der Heizsaison. Grund dafür ist, dass die in den Baumaterialien befindlichen Lösungsmittel am Anfang noch ausdünsten. Daher sollten die dafür gebrauchten Materialien auch möglichst frei von Lösungsmitteln sein.

Wer muss für die Schäden aufkommen?

Die Kostenfrage ist in derartigen Szenarien oft eine Frage, die zu rechtlichen Streitereien zwischen Vermieter und Mieter führt. Die meisten dieser Streitfälle werden allerdings zugunsten der Mieter entschieden. Der Bundesgerichtshof hatte einst beschlossen, dass Schwarzstaub-Ablagerungen in der Wohnung als „Mangel am Mietobjekt“ gelten. Dies verpflichtet den Eigentümer der betroffenen Wohnung dazu, diese Schäden zu beheben und selbst dafür aufzukommen. Für den Mieter ist es jedoch wichtig, dass er die Wohnung möglichst vertragsgemäß genutzt hat, und bei Malerarbeiten nur handelsübliche Farbe genutzt hat.

Mietminderung?

In einigen Fällen kann Fogging in einer Mietwohnung ein legitimer Grund für eine Verringerung der Miete sein – sofern dabei gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Wenn die Ursache des Schwarzstaub-Befalls nicht geklärt werden kann, muss der Vermieter nachweisen können, dass der Mieter für den Schaden verantwortlich ist. Sollte dem nicht so sein, kann der Mieter vom Vermieter zurecht eine Mietminderung einfordern. Dabei halten unterschiedliche Gerichte einen Betrag von etwa 15 bis 20 % für einen angemessenen Mietnachlass – wobei es da natürlich auch auf den jeweiligen Einzelfall ankommt.

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