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Schleifpapier: Auf der Suche nach der richtigen Körnung

Schleifarbeiten sind bei einigen Heimwerkprojekten enorm wichtig, um ein optimales Endergebnis zu erreichen. Doch welches Papier ist eigentlich das richtige für den eigenen Bedarf? Immerhin ist die Auswahl mittlerweile in Bezug auf Streuung und Körnung sehr groß.

Und grundsätzlich gilt, dass jede Körnung ihre Existenzberechtigung hat und es so möglich ist, immer wieder aufs Neue das passende Equipment für den eigenen Bedarf zu finden. Diejenigen, die sich mit den verschiedenen Körnungen auskennen und einschätzen können, wie grob oder fein die einzelnen Schleifpapiere sind, sind hier klar im Vorteil.

Besonders wichtig ist es in diesem Zusammenhang, beim Schleifen von Materialien keine Kompromisse einzugehen. Denn: Mit dem richtigen Schleifpapier lässt sich nicht nur das Endergebnis, sondern auch der Arbeitskomfort optimieren. Wer dementsprechend schon von Vornherein weiß, dass er in Zukunft vermehrt schleifen wird, kann gut beraten sein, sich einen kleinen Vorrat an Schleifpapier anzulegen. Auf diese Weise kann ein hohes Maß an Flexibilität gewahrt werden.

Welche Körnung eignet sich für welchen Einsatzbereich?

Schleifpapier wird unter anderem auch oft als Schmirgel-, Sand- oder Glaspapier bezeichnet. Besonders interessant ist es in diesem Zusammenhang, dass sich der Markt mittlerweile jedoch klar gewandelt hat. So werden immer weniger Produkte als „Sandpapier“ bezeichnet.

Der Grund: Früher war es üblich, Schleifpapier zu einem großen Teil aus Sand herzustellen. Mittlerweile bildet dieses Material jedoch eher selten die Basis für das klassische Schleifpapier.

Für die Körnung gilt allgemein: Je höher die Zahl ist, mit der das Schleifpapier versehen ist, desto feiner ist die Körnung. Häufig wird in diesem Zusammenhang zwischen „grob“, „mittel“, „fein“ und „sehr fein“ unterschieden. Die folgenden Abschnitte zeigen auf, welche Körnung am besten zu welchem Einsatzbereich passt.

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Grobe Körnung: sechs bis 30

Schleifpapier mit einer Körung zwischen sechs und 30 eignet sich ideal zur Entfernung von unerwünschten Rückständen, wie beispielsweise Farbe, Lack und Kleberresten. Für Vorschliffarbeiten kommt diese Körnung jedoch nicht in Frage, da hier ansonsten die Gefahr zu groß wäre, dass Oberflächen zerstört werden.

Mittlere Körnung: 36 bis 80

Diese Körnung ist ideal für die ersten Vorschliffarbeiten an Holzuntergründen geeignet. Auf ihrer Basis kann für eine glatte Oberfläche gesorgt werden. Schleifpapier dieser Art ist auch super dazu geeignet, um Splitter und Co. zu entfernen.

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Grobschliff bis Körnung 100

Feine Körnung: 100 bis 180

Nachdem auf der Basis der mittleren Körnung der Vorschliff absolviert wurde, ist es an der Zeit, ein Schmirgelpapier mit einer feinen Körnung zu verwenden. Unter anderem ist in diesem Zusammenhang auch immer wieder vom „Feinschliff“ die Rede. Im Zuge einer entsprechenden Bearbeitung von Holz kann so das Risiko, dass absplitternde Teile entstehen, gesenkt werden.

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Feinschliff Holz bis Körnung 180 vor erster Lack- oder Ölschicht

Sehr feine Körnung: 220 bis 1.000

Auch wenn diese Art der Körnung vergleichsweise weich in Erscheinung tritt, ist es durchaus auch auf ihrer Basis möglich, zu schleifen.

Doch welche Oberflächen werden mit einer derart feinen Körnung bearbeitet? Die Antwort: Vor allem gebeizte, grundierte und lackierte Werkstoffe können mit Schmirgelpapier dieser Art optimal auf die folgenden Handwerkstätigkeiten vorbereitet werden.

Wer noch ein wenig mehr in die Materie eintauchen möchte, sollte sich jedoch nicht nur mit den Zahlen der Körnung, sondern auch mit den Buchstaben befassen. Mit den Buchstaben A bis K werden feine Körnungen, mit den Buchstaben I bis O mittlere Körnungen und mit den Buchstaben P bis Z werden ausschließlich die groben Körnungen kenntlich gemacht. Als Grundregel gilt: Je weiter der Buchstabe im Alphabet hinten angesiedelt ist, desto gröber ist die Körnung.

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Lack Zwischenschliff Körnung 220 – 1000

Welche Materialien werden für die Körnung von Schleifpapier verwendet?

Das Material, auf dessen Basis Schleifpapier hergestellt wird, unterscheidet sich teilweise deutlich voneinander. So zeichnen sich manche Materialien beispielsweise durch eine hohe Hitzebeständigkeit aus, während andere so aufgebaut sind, dass sie auch an Schleifmaschinen eingesetzt werden können. Die folgende Auflistung zeigt, durch welche Charakteristika sich die einzelnen Materialien auszeichnen:

  • Aluminiumoxid: hart, wird vergleichsweise häufig verwendet
  • Siliziumcarbid: härter als Aluminiumoxid, zeichnet sich durch einen hohen Reibwiderstand und einen hohen Schmelzwiderstand aus
  • Diamant: extrem hart, kann jedoch aufgrund einer geringen Hitzebeständigkeit nicht überall eingesetzt werden
  • Bornitrid: hart UND hitzebeständig.

Wer sich auf der Suche nach Schleifpapier für ein bestimmtes Projekt befindet, sollte sich daher immer zunächst fragen, welche Eigenschaften gefordert sind, um sich danach für das richtige Produkt zu entscheiden.

Die Streuung – interessante Hintergrundinfos zur Herstellung von Schleifpapier

Die Streuung ist ausschlaggebend dafür, wie grob oder fein das jeweilige Schleifpapier letztendlich daherkommt. Um den entsprechenden Zusammenhang zu verstehen, ist es wichtig, sich ein wenig genauer mit der Herstellung des Schleifpapiers auseinanderzusetzen.  

Grundsätzlich gilt: Das Schleifmaterial wird auf das mit Leim benetzte Papier aufgebracht. Bei grobem Schleifpapier liegen die einzelnen Körner sehr weit auseinander. Je enger die Körner beieinanderliegen, desto feiner ist die Körnung am Ende.

Die verwendeten Körner sind meist alle gleich groß und tatsächlich nur auf die Dichte der Körner bestimmt, wie fein oder wie grob das Endergebnis ist.

Wie ist Schleifpapier aufgebaut?

Obwohl sich das Schleifpapier in Bezug auf Material, Verwendungszweck und Körnung mitunter deutlich voneinander unterscheiden kann, sind alle Papiere nach demselben Prinzip aufgebaut. Das bedeutet: Sie bestehen allesamt aus vier Schichten, die nach und nach im Zuge der Produktion zusammengesetzt werden und schlussendlich das fertige Produkt ergeben.

Erste Schicht: das Trägermaterial

Das Trägermaterial kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Für klassisches Schleifpapier, das für den Handgebrauch bestimmt ist, wird meist Papier genutzt. Zur Herstellung von maschinengeeignetem Schleifpapier kommt in der Regel Leinen oder Vulkanfiber zum Einsatz. Letztere sind wesentlich widerstandsfähiger als Papier und reißen auch bei hoher Belastung nicht so schnell ein.

Zweite Schicht: der Grundbinder

Auf die Trägerschicht wird nun auf einer Seite ein Klebstoff aufgetragen, damit die herabrieselnden Körner auf der Oberfläche haften können. Viele Hersteller verwenden hierfür Hautleim, andere wiederum bedienen sich Kunstharz. Beide Varianten sorgen für eine hohe Haftung.

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Dritte Schicht: die Schleifkörner

Auch die Schleifkörner können, wie oben erwähnt, aus den unterschiedlichsten Materialen bestehen. Jede Variante verfügt über andere Eigenschaften und eignet sich somit für die unterschiedlichsten Arbeiten.

Vierte Schicht: der Deckbinder

Der Deckbinder sorgt dafür, dass die Körner auf ihrem Platz bleiben und auch größeren Belastungen standhalten. Der Deckbinder wird nach dem ersten Benutzen mit heruntergeschliffen und ist zudem verantwortlich für die markante Farbe des Schleifpapiers. In den meisten Fällen charakterisiert sich Schleifpapier durch seine rot-braune Oberfläche. Es gibt jedoch auch Varianten in Weiß, Türkis, usw.. Die Farbe des Deckbinders lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die Körnung zu, sondern variiert vielmehr von Hersteller zu Hersteller.

Fazit

Die meisten Hobbyhandwerker dürften in der Vergangenheit schon mit Schleifpapier in den unterschiedlichsten Varianten konfrontiert worden sein. Immerhin handelt es sich hierbei um eine praktische Möglichkeit, um eine Oberfläche zu glätten und – entweder mit der Hand oder mit der Maschine – auf die weiteren handwerklichen Arbeiten vorzubereiten.

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Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigt werden sollte: Schleifpapier ist auf der Basis unterschiedlicher Körnungen erhältlich. Hier von „besser“ oder „schlechter“ zu sprechen, ist nicht möglich. Vielmehr ist es wichtig, dass die jeweilige Körnung optimal an den Einsatzbereich angepasst wird. Auf diese Weise kann nicht nur der Arbeitskomfort erhöht, sondern auch das Risiko, gegebenenfalls eine Oberfläche zu beschädigen, vermindert werden. Unabhängig von der jeweiligen Körnung sollte Schleifpapier, das nicht mehr die gewünschte Leistung bringt, natürlich ausgetauscht werden. Viele Hobby- und selbstverständlich auch Profihandwerker legen sich in diesem Zusammenhang einen kleinen Vorrat an.

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