Sonnenlicht fällt durch helle Gardine neben gemustertem Vorhang

Lichtechtheit

Lichtechtheit beschreibt, wie gut ein gefärbtes oder gedrucktes Material seine Farbe unter Lichteinwirkung behält. Bei Textilien wird sie auf der Blauwollskala von 1 (sehr gering) bis 8 (höchste Stufe) angegeben. Je höher die Zahl, desto langsamer bleichen Vorhänge, Polster, Teppiche oder Farbanstriche aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verblassen entsteht durch Licht, nicht nur durch UV-Strahlung. Auch sichtbares Licht und Wärme tragen dazu bei.
  • Für Textilien im Wohnraum sind Stufen ab etwa 5 sinnvoll, an sonnigen Fenstern eher 6 und höher (Richtwert).
  • Jede Stufe der Blauwollskala bedeutet ungefähr die doppelte Lichtbeständigkeit der Stufe davor.

Was ist Lichtechtheit?

Farbstoffe und Pigmente sind chemische Verbindungen. Licht kann sie zerstören oder verändern. Das Material bleicht aus, vergilbt oder wechselt den Farbton. Bei Kunststoffen und Lacken kommt Versprödung dazu. Lichtechtheit ist daher eine Materialeigenschaft des Farbmittels und des Trägers, nicht nur des Stoffs oder Anstrichs.

Messung: die Blauwollskala

Für Textilien beschreibt DIN EN ISO 105-B02 die Prüfung mit Xenonbogenlicht, das Tageslicht nachbildet. Die Probe wird gemeinsam mit acht Wollstreifen belichtet, die als Bezugsmaterial dienen und unterschiedlich lichtempfindlich gefärbt sind. Vergleicht man, welcher Streifen ähnlich stark ausbleicht, ergibt sich die Stufe von 1 bis 8.

Blauwollskala der LichtechtheitAcht Kästchen von 1 bis 8, gruppiert in vier Bereiche: 1 und 2 sehr gering, 3 und 4 mäßig, 5 und 6 gut, 7 und 8 sehr gut bis höchste Stufe, jeweils mit passendem Einsatzbereich im Haus. Blauwollskala 1 bis 8 1 2 3 4 5 6 7 8 sehr gering mäßig gut sehr gut bis höchste nur dunkle Räume wenig Sonne helle Räume, Fenster stark besonnte Bereiche steigende Lichtbeständigkeit, jede Stufe etwa doppelt so lange haltbar
Die Blauwollskala bewertet die Lichtbeständigkeit von Färbungen. Die Einsatzhinweise sind Richtwerte.

Was verändert sich durch Licht?

  • Textilien: Vorhänge, Polster und Teppiche bleichen am Fenster zuerst auf der Sonnenseite aus. Man erkennt es oft an Falten, wo die Faltenunterseite dunkler bleibt.
  • Wandfarben und Tapeten: Die Stabilität hängt vor allem von den Pigmenten ab. Anorganische Pigmente wie Eisenoxide sind meist beständiger als viele organische. Leuchtende, sehr satte Töne bleichen eher aus.
  • Kunststoffe: Nicht UV-stabilisierte Kunststoffe vergilben und werden spröde. Das betrifft ältere Fensterrahmen und Rohre im Freien.
  • Holz: Es verändert unter Licht die Farbe, je nach Holzart dunkler oder heller. Offene Oberflächen vergrauen im Freien. Lasuren mit Pigmenten verlangsamen das.

Anwendung in Wohnen und Renovierung

  • Vorhänge und Polster: Auf Etikett oder Datenblatt achten. Gewebe aus spinngefärbten Fasern gelten als besonders lichtbeständig, zum Beispiel bestimmte Polyester-Garne. Auch bei Jacquard-Geweben entscheidet das verwendete Garn.
  • Naturfasern: Wolle wie Alpakawolle und Baumwolle bleichen je nach Farbstoff unterschiedlich. Dunkle und gesättigte Färbungen sind oft kritischer.
  • Möbel und Oberflächen: Dekore auf Melaminbeschichtung sind für Innenräume ausgelegt. Direkte Dauersonne kann Töne verändern.
  • Bodenbeläge: Teppiche und Parkett an Fenstertüren und im Wintergarten bleichen oder dunkeln ungleichmäßig. Möbel und Teppiche gelegentlich umstellen.

Praxis-Tipps

  • Sonnenschutz außen oder innen (Rollo, Jalousie, Vorhang mit Futter) senkt die Belastung stärker als jede Pflegemaßnahme.
  • Fensterfolien und moderne Verglasungen filtern einen Teil der UV-Strahlung. Sichtbares Licht und Wärme bleiben und lassen weiter ausbleichen. Ein Vollschutz ist das nicht.
  • Ersatzstoffe für Vorhänge am besten aus derselben Charge kaufen, weil ausgeblichene und neue Stoffe sonst sichtbar auseinanderfallen.
  • Bei Tapeten und Wandfarben an sonnigen Flächen auf Herstellerangaben zur Lichtbeständigkeit achten und Probeflächen anlegen.

Normen und Prüfverfahren

Die Lichtechtheit von Textilien wird nach DIN EN ISO 105-B02 mit Xenonbogenlicht geprüft. Daneben gibt es ein Verfahren mit natürlichem Tageslicht (DIN EN ISO 105-B01). Die Prüfung dauert je nach Stufe von Stunden bis zu Wochen. Wichtig ist der Unterschied zu anderen Echtheiten: Waschechtheit, Reibechtheit und Schweißechtheit sind eigene Kennwerte. Ein Stoff kann sehr waschecht und trotzdem wenig lichtecht sein.

Für Wandfarben, Lacke und Kunststoffe gibt es keine einheitliche Stufe von 1 bis 8, die man im Baumarkt findet. Hersteller geben dort Farbtonbeständigkeit, Wetterbeständigkeit oder UV-Stabilität an. Wer helle Räume streicht, kann an einer Probefläche am Fenster prüfen, wie die Farbe nach einigen Wochen wirkt.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Lichtechte Stoffe und Farben sind oft teurer, weil hochwertigere Farbmittel eingesetzt werden. Dem steht gegenüber, dass ausgeblichene Vorhänge, Polster und Bezüge früher ersetzt werden müssen. In stark besonnten Räumen lohnt sich die höhere Qualität meist, in dunklen Räumen kaum.

Häufige Fragen zu Lichtechtheit

Welche Lichtechtheit sollte ein Vorhangstoff haben?

Für Fenster mit Sonneneinstrahlung sind Werte ab etwa 5, besser 6 oder höher sinnvoll. In wenig besonnten Räumen reichen niedrigere Stufen. Die Angaben sind Richtwerte und hängen vom Hersteller ab.

Ist Lichtechtheit dasselbe wie UV-Beständigkeit?

Nein. Die Lichtechtheit bezieht sich auf das gesamte Lichtspektrum. UV-Beständigkeit meint die Widerstandsfähigkeit des Materials selbst, etwa von Kunststoff, gegen UV-Strahlung. Beides kann zusammenwirken.

Warum bleichen Farben am Fenster aus?

Licht zerstört die Farbstoffe nach und nach. Direktes Sonnenlicht ist besonders intensiv, Wärme beschleunigt den Vorgang. Deshalb zeigen Flächen am Fenster zuerst Veränderungen.

Kann man ausgeblichene Textilien retten?

Meist nicht. Die Farbstoffe sind zerstört. Möglich sind Neufärben, Abdecken oder der Austausch des Stoffs. Vorbeugen mit Sonnenschutz ist wirksamer.

Verwandte Begriffe

Polyester, Jacquard, Alpakawolle, Melaminbeschichtung, Bienenwachs

über Thomas

Mein Name ist Thomas Petzold und ich bie Schreinermeister und Holztechniker und war 22 Jahre selbstständig mit einer Möbelschreinerei. Meine Leidenschaft ist das umsetzen von Bauprorjekten aller Art und möchte hier an dieser Stelle mein Fachwissen mit Euch teilen, aber auch neu erlernte Dinge über Maschinen, Materialien und Vorgehensweisen mit Euch teilen, denn: Man lernt nie aus!

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