Einbauschränke gehören zu den Möbeln, die einen Raum stärker verändern können, als ihre eigentliche Funktion zunächst vermuten lässt. Statt lediglich Stauraum bereitzustellen, können sie Nischen schließen, Dachschrägen nutzbar machen, ganze Wände beruhigen und Bereiche aufnehmen, für die ein freistehender Schrank kaum eine überzeugende Lösung bietet. Besonders bei Renovierungen lohnt es sich deshalb, Stauraum nicht erst nach Abschluss aller Arbeiten zu betrachten. Wird der Schrank früh in die Raumplanung aufgenommen, lassen sich Maße, Stromanschlüsse, Beleuchtung, Sockelleisten und angrenzende Wandflächen wesentlich besser aufeinander abstimmen.
Woher kommen die Bilder?
Die Bilder in diesem Beitrag sind allesamt von unserer Partner – Möbelschreinerei aus Wiesbaden. Im Raum Frankfurt, Wiesbaden und Mainz können Sie dort solche Möbel erhalten. Wenn Sie Interesse haben dann schreiben Sie uns an und wir vermitteln Ihnen den Kontakt : Hier anschreiben

Der große Unterschied zu einem klassischen Kleiderschrank besteht in der Verbindung mit dem vorhandenen Raum. Ein Einbauschrank kann von Wand zu Wand, vom Boden bis zur Decke oder passgenau unter eine Schräge geführt werden. Ungünstige Restflächen verschwinden hinter einer ruhigen Front und werden gleichzeitig nutzbar. Der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern verweist ebenfalls darauf, dass maßgefertigte Möbel insbesondere Nischen, Dachschrägen und schwierig möblierbare Restflächen erschließen können.
Dabei muss ein Einbauschrank keineswegs automatisch ein luxuriöses Einzelstück aus Massivholz sein. Zwischen einem modular aufgebauten Schrank mit angepassten Blenden und einer vollständig vom Schreiner gefertigten Einbauwand liegt ein breites Spektrum. Beschichtete Holzwerkstoffe, MDF, Furnier, Massivholz, Glas und Spiegel lassen sich ebenso einsetzen wie Drehtüren, Schiebetüren oder offene Bereiche. Entscheidend ist weniger das möglichst aufwendige Möbel als eine Planung, die zum Raum und zur späteren Nutzung passt.
Gerade beim Renovieren entsteht eine günstige Gelegenheit. Werden Böden ohnehin erneuert, Wände gestrichen oder elektrische Leitungen verändert, können Anschlüsse und Übergänge gleich so vorbereitet werden, dass der Schrank später nicht wie ein nachträglich eingeschobener Fremdkörper wirkt. Das gilt besonders für Konstruktionen bis zur Decke oder Einbauten, die optisch nahezu mit der Wand verschmelzen sollen.
Wer einen Einbauschrank planen möchte, sollte deshalb nicht mit der Auswahl einer Front beginnen. Zuerst muss geklärt werden, was überhaupt untergebracht werden soll, wie häufig die einzelnen Dinge gebraucht werden und welche Flächen tatsächlich zur Verfügung stehen. Erst danach folgen Aufmaß, Material, Türen, Innenleben und Gestaltung.
Der folgende Ratgeber zeigt, wie aus einer freien Wand, einer Nische oder einer Dachschräge ein sinnvoll geplanter Einbauschrank entsteht, welche Maße besonders wichtig sind, welche Materialien sich anbieten und mit welchen Kosten derzeit ungefähr gerechnet werden kann. Die Preisangaben sind Orientierungshilfen mit Stand August 2026. Ein verbindlicher Preis kann erst nach Aufmaß und konkreter Planung entstehen.

Was einen guten Einbauschrank von einem normalen Schrank unterscheidet
Ein freistehender Schrank ist ein Möbelstück mit vorgegebenen Außenmaßen. Bleibt zwischen Schrank und Wand eine Lücke, wird sie meistens nicht genutzt. Oberhalb des Möbels entsteht häufig zusätzlicher Raum, der entweder leer bleibt oder mit Kartons gefüllt wird. Bei Dachschrägen oder Vorsprüngen können Standardmöbel noch größere Restflächen hinterlassen.
Ein Einbauschrank verfolgt einen anderen Ansatz. Seine äußere Form orientiert sich an der Architektur. Dadurch können Wandbreite und Raumhöhe nahezu vollständig genutzt werden. Der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern beschreibt gerade Dachschrägen, Nischen und verwinkelte Flächen als klassische Einsatzgebiete passgenauer Einbaumöbel.
Maßanfertigung muss nicht bedeuten, dass jedes Teil individuell gebaut wird
Zwischen einem fertigen Möbelhaus-Schrank und einer vollständigen Schreineranfertigung gibt es zahlreiche Zwischenstufen. Ein bestehendes Korpussystem kann beispielsweise mit passgenauen Seitenblenden, einem Deckabschluss und individuell gefertigten Fronten an eine Wand angepasst werden. Dadurch entsteht optisch ein Einbauschrank, obwohl im Inneren teilweise standardisierte Module verwendet werden.
Eine vollständig maßgefertigte Lösung wird interessanter, wenn Dachschrägen, unregelmäßige Altbauwände, sehr schmale Nischen oder besondere Innenaufteilungen berücksichtigt werden müssen. Dann können Breite, Höhe, Tiefe und einzelne Abteile exakt nach den vorhandenen Gegebenheiten gefertigt werden.
Wer sich zunächst mit dem grundsätzlichen Aufbau eines Schranks beschäftigen möchte, findet im renovieren.net-Lexikon eine ausführliche Erklärung zum Korpus im Möbel- und Innenausbau. Dort wird der KorpusDer Begriff Korpus bezeichnet im Möbel- und Innenausbau den... Mehr als tragender Grundkörper beschrieben, zu dem anschließend Fronten, Schubladen, Fachböden und weitere Einbauten hinzukommen.

Vor dem Aufmaß muss klar sein, was in den Schrank gehört
Die Innenaufteilung entscheidet darüber, ob ein Einbauschrank über Jahre praktisch bleibt. Ein hoher Schrank mit vielen Fachböden hilft wenig, wenn eigentlich lange Mäntel, Staubsauger oder Bügelbrett untergebracht werden sollen. Umgekehrt wird wertvoller Raum verschenkt, wenn große Abteile für kleine Gegenstände vorgesehen werden.
Deshalb beginnt die Planung mit einer Bestandsaufnahme. Kleidung verlangt eine andere Unterteilung als Akten, Bücher oder Haushaltsgeräte. Im Flur kommen Schuhe, Taschen und Jacken hinzu. In einem Hauswirtschaftsraum müssen möglicherweise Reinigungsmittel, Wäschekörbe und größere Geräte berücksichtigt werden.
Der Beitrag Ordnung – die halbe Miete nach dem Renovieren greift genau diesen Zusammenhang auf: Stauraum sollte bereits während einer Renovierung so vorbereitet werden, dass Ordnung später ohne unnötigen Aufwand erhalten werden kann.
Häufig verwendete Dinge gehören in die bequem erreichbaren Bereiche
Ein Schrank bis zur Decke schafft viel Raum, doch nicht jeder Zentimeter ist gleich gut erreichbar. Die oberen Bereiche eignen sich eher für Koffer, Winterdecken, saisonale Kleidung oder selten benötigte Gegenstände. Alltägliche Kleidung, Schuhe und Haushaltsutensilien sollten dagegen ohne Trittleiter erreichbar bleiben.
Auch sehr tiefe Ablagen sind nicht automatisch hilfreich. Hinter zwei Reihen Kleidung oder Haushaltsgegenständen verschwinden Dinge schnell aus dem Blick. Auszüge, Schubladen oder ausziehbare Körbe können in solchen Bereichen deutlich praktischer sein als tiefe starre Fachböden.

Einbauschrank richtig ausmessen: Eine einzige Messung reicht nicht
Das Aufmaß ist einer der wichtigsten Schritte der gesamten Planung. Wände sehen oft rechtwinkliger aus, als sie tatsächlich sind. Besonders in Altbauten können Boden, Decke und Seitenwände deutlich voneinander abweichen. Auch bei neueren Gebäuden sollte nicht davon ausgegangen werden, dass eine Nische an jeder Stelle exakt dieselbe Breite besitzt.
Wer lediglich einmal von Wand zu Wand misst, riskiert deshalb ein unangenehmes Ergebnis: Der Schrank passt zwar laut Plan, lässt sich an der vorgesehenen Stelle aber nicht montieren.
Breite und Höhe sollten an mehreren Stellen ermittelt werden
Die Breite einer Nische wird sinnvollerweise unten, mittig und oben kontrolliert. Bei der Höhe erfolgt das Aufmaß links, mittig und rechts. Das jeweils kleinste nutzbare Maß ist für die Konstruktion besonders relevant, weil der Schrank andernfalls an der engsten Stelle klemmen kann.
Bei einem Einbau zwischen zwei Wänden müssen außerdem Montagespiel und Blenden vorgesehen werden. Eine exakt auf die gemessene Nischenbreite gefertigte Konstruktion lässt sich kaum sauber einsetzen, wenn Wände nur wenige Millimeter aus dem Lot laufen.
| Messpunkt | Was kontrolliert werden sollte | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Breite | unten, mittig und oben | Wände können auseinander- oder zusammenlaufen |
| Höhe | links, mittig und rechts | Decken und Böden sind nicht immer waagerecht |
| Tiefe | an mehreren Positionen | Vorsprünge oder schiefe Wände können die nutzbare Tiefe verändern |
| Ecken | Winkel zwischen Seiten- und Rückwand | besonders bei maßgenauen Seitenanschlüssen relevant |
| Boden | Gefälle und Unebenheiten | wichtig für Sockel und Türlauf |
| Wandflächen | Sockelleisten, Steckdosen, Rohre, Schalter | können Montage und spätere Nutzung behindern |
| Dachschräge | mehrere Höhen- und Tiefenpunkte | notwendig für den exakten Verlauf der Schräge |
Bei einem professionell gefertigten Maßschrank sollte das endgültige Aufmaß vom ausführenden Betrieb übernommen beziehungsweise bestätigt werden. Damit liegt die technische Verantwortung für die Fertigungsmaße nicht allein bei einer privaten Vorzeichnung.

Welche Tiefe sollte ein Einbauschrank haben?
Eine allgemeingültige Tiefe gibt es nicht. Sie richtet sich nach der Nutzung. Ein Kleiderschrank mit quer hängenden Kleiderbügeln benötigt wesentlich mehr Tiefe als ein Bücherregal oder ein Schuhschrank im schmalen Flur.
Bei klassischen Schrankkonstruktionen sind rund 60 Zentimeter Tiefe verbreitet. Auch technische Planungssysteme des Beschlagherstellers Hettich arbeiten für verschiedene Schrankausstattungen mit 600 Millimetern Schranktiefe. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Einbauschrank genau 60 Zentimeter tief sein muss.
Schmale Einbauschränke können trotzdem sehr nützlich sein
Eine Nische mit lediglich 30 oder 40 Zentimetern Tiefe eignet sich zwar kaum für eine klassische Kleiderstange mit quer aufgehängten Bügeln, kann aber hervorragenden Stauraum für Schuhe, Handtücher, Geschirr, Vorräte, Bücher oder Akten bieten.
Im Flur sind geringere Tiefen häufig sogar angenehmer, weil ausreichend Bewegungsfläche erhalten bleibt. Kleidung kann dort gegebenenfalls an ausziehbaren oder längs montierten Stangen untergebracht werden.
Bei besonders tiefen Nischen sollte dagegen nicht zwangsläufig die gesamte Tiefe mit starren Regalböden gefüllt werden. Auszüge oder ein zweigeteiltes Konzept können verhindern, dass der hintere Bereich kaum erreichbar ist.
Türen entscheiden über Platzbedarf und Bedienkomfort
Die Front eines Einbauschranks bestimmt nicht nur das Erscheinungsbild. Sie beeinflusst, wie gut der Inhalt erreichbar ist und wie viel freier Raum vor dem Schrank benötigt wird.
Drehtüren sind konstruktiv vergleichsweise unkompliziert und geben nach dem Öffnen den jeweiligen Schrankbereich vollständig frei. Dafür benötigen sie Bewegungsraum vor dem Möbel. In schmalen Fluren oder unmittelbar neben einem Bett kann dieser Öffnungsradius stören.

Schiebetüren sind platzsparend, öffnen aber nicht den ganzen Schrank gleichzeitig
Schiebetüren bewegen sich parallel zur Front und benötigen deshalb kaum zusätzlichen Raum nach vorne. Dadurch eignen sie sich besonders für enge Durchgänge und kleine Schlafzimmer. Auch renovieren.net empfiehlt Schiebetüren bei Dachschrägen als platzsparende Lösung.
Allerdings liegen die Türflügel hinter- beziehungsweise voreinander. Ein Teil des Schranks bleibt daher immer verdeckt. Außerdem benötigen hochwertige Schiebetüren präzise laufende Beschläge und eine sorgfältig ausgerichtete Konstruktion.
| Türart | Stärken | Eher ungünstig bei |
|---|---|---|
| Drehtür | kompletter Zugang zum jeweiligen Schrankteil, einfache Aufteilung | sehr engen Durchgängen |
| Schiebetür | kein Öffnungsraum vor dem Schrank erforderlich | Wunsch nach gleichzeitig vollständig geöffnetem Schrank |
| Falttür | große Öffnung bei geringerem Platzbedarf nach vorne | sehr schlichten, reduzierten Fronten |
| Offene Lösung | sofortiger Zugriff und günstiger Aufbau | Bereichen, die optisch besonders ruhig wirken sollen |
Bei großen Schrankwänden kann auch eine Kombination funktionieren. Beispielsweise bleiben häufig verwendete Bereiche offen, während Kleidung oder Haushaltsgeräte hinter geschlossenen Fronten verschwinden.
Materialien: Von beschichteter Platte bis Massivholz
Das Material beeinflusst Aussehen, Gewicht, Verarbeitung, Pflege und Preis. Für einen Einbauschrank muss jedoch nicht zwangsläufig überall dasselbe Material verwendet werden. Korpus und Front können unterschiedlich aufgebaut sein.
Bei vielen Möbeln kommen beschichtete Spanplatten zum Einsatz. Sie sind vergleichsweise wirtschaftlich, in vielen Dekoren erhältlich und lassen sich pflegeleicht nutzen. Das renovieren.net-Lexikon nennt melaminbeschichtete Spanplatte ebenfalls als häufiges Material für Möbelkorpusse.
MDF bietet eine gute Grundlage für lackierte Fronten
Mitteldichte Faserplatten besitzen eine gleichmäßige Oberfläche und eignen sich gut für lackierte oder gefräste Fronten. Dadurch lassen sich sehr ruhige, moderne Schrankwände herstellen. Besonders grifflose Fronten wirken mit sauber lackierten MDF-Oberflächen fast wie eine Wandverkleidung.
Für den sichtbaren Innenbereich können wiederum andere Materialien eingesetzt werden. Ein Korpus in Holzdekor und einfarbig lackierte Fronten sind ebenso möglich wie furnierte Fronten mit einer neutralen Innenausstattung.

Furnier und Massivholz bringen natürliche Oberflächen ins Möbel
Echtholzfurnier ermöglicht eine echte Holzoberfläche, ohne sämtliche Bauteile massiv ausführen zu müssen. Massivholz besitzt dagegen einen eigenständigen Charakter und lässt sich später häufig gut überarbeiten. Es ist allerdings aufwendiger in Herstellung und Verarbeitung.
Auch vorhandene Schränke müssen nicht immer ersetzt werden. Der renovieren.net-Beitrag über die Vielseitigkeit von Schränken weist darauf hin, dass Holzoberflächen durch eine neue farbliche Gestaltung verändert werden können.
Wer beim Einbauschrank planen Kosten und Gestaltung miteinander verbinden möchte, kann deshalb einen einfacheren Korpus mit hochwertigeren sichtbaren Fronten kombinieren. Gerade bei einem deckenhohen Schrank nimmt die Front den größten Teil der sichtbaren Fläche ein und prägt den Raum entsprechend stark.
Was kostet ein Einbauschrank nach Maß?
Die Preisspanne ist erheblich. Schon wenige Meter Schrankwand können sehr unterschiedlich kalkuliert werden, je nachdem, ob eine einfache beschichtete Konstruktion oder eine aufwendige Maßanfertigung mit Lackfronten, Schubladen, Beleuchtung und hochwertigen Beschlägen gewünscht ist.
MyHammer nennt für einen maßgeschneiderten Einbauschrank derzeit einen Einstieg ab ungefähr 800 Euro. Ein weiterer aktueller Marktüberblick von Juli 2026 nennt für maßgefertigte Einbauschränke ungefähr 600 bis 1.500 Euro je laufendem Meter, wobei Material, Fronten, Beschläge, Innenausstattung und die bauliche Anpassung den Endpreis stark verändern können.
Diese Werte sind ausdrücklich keine verbindliche Preisliste. Ein einfacher Einbau in einer geraden Nische ist nicht mit einem deckenhohen Dachschrägenschrank mit zahlreichen Auszügen vergleichbar.
| Ausführung | Grobe Einordnung |
|---|---|
| kleine, einfache Maßanfertigung | Einstieg laut MyHammer ab etwa 800 Euro |
| Maßschrank pro laufendem Meter | aktuelle Orientierung etwa 600 bis 1.500 Euro |
| Dachschräge oder schwierige Nische | meist höherer Fertigungs- und Montageaufwand |
| hochwertige Lack-, Furnier- oder Massivholzfronten | meist deutlich teurer als einfache beschichtete Flächen |
| viele Schubladen und Spezialauszüge | erhöhen Material- und Beschlagkosten |
| integrierte Beleuchtung | zusätzliche Elektro- und Ausstattungskosten |
Besonders wichtig ist die Frage, was im Angebot enthalten ist. Aufmaß, Planung, Lieferung, Montage, Blenden, Sockel, Beschläge und Elektroarbeiten können entweder Bestandteil des Gesamtpreises sein oder separat berechnet werden.

Mehrere Angebote sollten denselben Leistungsumfang enthalten
Ein scheinbar günstiger Preis hilft wenig, wenn wichtige Leistungen fehlen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Handwerkeraufträgen, mehrere möglichst detaillierte Kostenvoranschläge einzuholen und neben dem Preis auch Leistungsumfang und Materialien miteinander zu vergleichen. Absprachen zu Umfang, Termin und Vergütung sollten möglichst schriftlich festgehalten werden.
Als externer Trustlink bietet sich deshalb die ausführliche Übersicht der Verbraucherzentrale zu Handwerkeraufträgen und Kostenvoranschlägen an.
Einbauschrank selber bauen oder vom Schreiner fertigen lassen?
Ein gerader Einbauschrank aus Plattenmaterial ist für erfahrene Heimwerker grundsätzlich machbar. Die Konstruktion beginnt meist mit einem stabilen Korpus, der anschließend mit Fachböden, Fronten und Beschlägen ergänzt wird. renovieren.net beschreibt den Korpus entsprechend als Grundgerüst eines Möbelstücks.
Schwieriger wird es bei großen Schiebetüren, schiefen Wänden, deckenhohen Anlagen oder Dachschrägen. Schon ein kleiner Messfehler kann dazu führen, dass Fronten nicht sauber schließen oder Blenden ungleichmäßig wirken.
Modulare Systeme sind ein interessanter Mittelweg
Nicht jeder Einbauschrank muss vollständig selbst konstruiert werden. Fertige Korpusse können nebeneinandergestellt und anschließend mit passgenauen Blenden, Sockeln und Fronten an den Raum angepasst werden. Dadurch bleibt der Arbeitsaufwand überschaubarer, während die fertige Schrankwand trotzdem deutlich integrierter wirkt als mehrere lose Möbelstücke.
Wer jedoch ungewöhnliche Winkel, sehr hochwertige Oberflächen oder komplexe Beschläge plant, erhält mit einer Schreineranfertigung meist mehr gestalterische Freiheit. Maßmöbel können nach Angaben des Fachverbands Schreinerhandwerk Bayern gerade dort sinnvoll eingesetzt werden, wo Möbel von der Stange wegen Nischen oder Dachschrägen an Grenzen stoßen.
Einbauschrank im Schlafzimmer: Stauraum bis zur Decke
Das Schlafzimmer ist eines der klassischen Einsatzgebiete. Eine Schrankwand kann Kleidung, Bettwäsche, Taschen und saisonale Gegenstände aufnehmen und gleichzeitig für ein ruhiges Gesamtbild sorgen.
Besonders wirkungsvoll sind Lösungen, bei denen der Schrank die gesamte verfügbare Wandbreite nutzt. Seitliche und obere Blenden schließen Lücken, in denen sich sonst Staub sammelt. Werden Front und Wand in ähnlichen Farbtönen gestaltet, tritt der große Schrank optisch stärker in den Hintergrund.
Dachschrägen werden vom Problem zum Stauraum
Im Dachgeschoss entstehen oft Flächen, die sich mit normalen Kleiderschränken nur schlecht nutzen lassen. Maßgefertigte Konstruktionen können dagegen dem Verlauf der Dachschräge folgen. Der renovieren.net-Ratgeber zu Schlafzimmern mit Dachschrägen empfiehlt Einbaulösungen ausdrücklich für solche Bereiche.
Unter niedrigen Bereichen bieten sich Schubladen und Fachböden an, während dort, wo ausreichend Höhe vorhanden ist, Kleiderstangen untergebracht werden können. So wird die Schräge nicht einfach verkleidet, sondern tatsächlich genutzt.




Einbauschrank im Flur: Wenig Tiefe, viel Organisation
Flure gehören häufig zu den Bereichen mit dem größten Stauraumbedarf und gleichzeitig der geringsten verfügbaren Fläche. Jacken, Schuhe, Taschen, Schlüssel und Alltagsgegenstände sammeln sich unmittelbar am Eingang.
Ein deckenhoher Einbauschrank kann hier viel Ruhe schaffen. Allerdings sollte nicht automatisch mit der klassischen Kleiderschranktiefe gearbeitet werden. In schmalen Fluren können bereits deutlich flachere Schrankbereiche einen großen Unterschied machen.
Sitzplatz und Stauraum lassen sich verbinden
Eine praktische Lösung besteht aus hohen geschlossenen Schrankteilen und einer dazwischenliegenden Sitznische. Unter der Sitzfläche können Schuhe verschwinden, darüber befinden sich Haken oder ein Spiegel.
Besonders überzeugend wirkt ein solcher Einbau, wenn er nicht wie ein nachträglich aufgestellter Kleiderschrank aussieht, sondern als Bestandteil der Wandgestaltung geplant wurde.
Einbauschrank im Wohnzimmer: Mehr als nur Stauraum
Im Wohnzimmer kann eine Einbauwand unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Geschlossene Schränke lassen Alltagsgegenstände verschwinden, während offene Regale Bücher oder ausgewählte Dekoration aufnehmen.
Auch Fernseher und Medientechnik können integriert werden. Dabei sollten jedoch Zugänglichkeit, Kabelwege und Belüftung früh berücksichtigt werden. Ein vollständig verbautes Gerät ist spätestens beim nächsten Austausch unpraktisch.
Geschlossene und offene Flächen bringen Ruhe
Eine komplette offene Regalwand kann schnell unruhig wirken. Umgekehrt erscheint eine vollständig geschlossene Front je nach Raum sehr massiv. Eine Kombination aus beiden Varianten kann deshalb besonders ausgewogen wirken.
Die geschlossenen Bereiche übernehmen den alltäglichen Stauraum, während wenige offene Nischen bewusst gestaltet werden.
Kinderzimmer profitieren von veränderbaren Innenaufteilungen
Kinderzimmer verändern ihre Anforderungen schneller als viele andere Räume. Zunächst werden Spielzeug und Kleidung verstaut, später kommen Schulmaterialien, Bücher und technische Geräte hinzu.
Ein fest eingebauter Schrank sollte deshalb nicht zu eng auf eine einzige Lebensphase zugeschnitten werden. Verstellbare Fachböden und austauschbare Innenmodule ermöglichen spätere Anpassungen.
Sehr hohe Bereiche eignen sich für Dinge, die Erwachsene verwalten, während häufig benutztes Spielzeug und Kleidung in niedriger Höhe erreichbar bleiben können.
Homeoffice: Akten, Technik und Arbeitsplatz in einer Wand
Auch Arbeitsplätze lassen sich in Einbauschränke integrieren. Eine Nische kann einen Schreibtisch aufnehmen, während daneben geschlossene Schrankflächen Akten, Drucker und Bürobedarf verbergen.
Besonders interessant sind Konstruktionen, bei denen sich der Arbeitsplatz nach Feierabend teilweise oder vollständig schließen lässt. Das kann in Wohnzimmern und Mehrzweckräumen einen deutlichen Unterschied machen.
Dabei müssen Stromversorgung und Datenanschlüsse bereits während der Planung berücksichtigt werden. Nachträglich Kabel durch eine fertig montierte Schrankwand zu führen, ist deutlich aufwendiger.

Badezimmer und Hauswirtschaftsraum stellen andere Anforderungen
In Badezimmern muss das Material zur erhöhten Feuchtigkeit passen. Kanten, Beschichtungen und Anschlüsse sollten so ausgeführt sein, dass Spritzwasser nicht ungehindert in Plattenmaterial eindringen kann.
Im Hauswirtschaftsraum steht dagegen die Funktion stärker im Vordergrund. Hochschränke können Waschmittel, Staubsauger, Bügelbrett und Reinigungsgeräte aufnehmen. Werden Waschmaschine und Trockner in eine größere Einbauwand integriert, müssen Herstellerangaben, Belüftung und Zugänglichkeit für Wartung berücksichtigt werden.
Beleuchtung sollte vor der Montage geplant werden
LED-Licht kann einen tiefen oder deckenhohen Einbauschrank erheblich komfortabler machen. Besonders bei dunklen Korpussen oder schlecht beleuchteten Fluren lohnt sich eine integrierte Beleuchtung.
Entscheidend ist jedoch der Zeitpunkt der Planung. Stromanschlüsse, Kabelwege, Netzteile und Schalter lassen sich deutlich sauberer integrieren, bevor der Schrank aufgebaut wird.
Sensoren können die Bedienung vereinfachen
Licht kann über einen klassischen Schalter, Türkontakte oder Bewegungs- beziehungsweise Näherungssensoren gesteuert werden. Welche Lösung passt, hängt von Türart und Nutzung ab.
Bei einer Renovierung lohnt deshalb die Abstimmung mit der Elektroplanung. Werden ohnehin Steckdosen versetzt oder Leitungen neu geführt, lässt sich der Anschluss für den Schrank gleich vorbereiten.
Einbauschrank und Renovierung sollten aufeinander abgestimmt werden
Die Reihenfolge der Arbeiten kann das Ergebnis deutlich beeinflussen. Werden Wände neu verputzt oder Böden erneuert, sollte das endgültige Aufmaß erst erfolgen, wenn die Maße tatsächlich feststehen.
Ein Schrank, der vor dem neuen Boden ausgemessen wurde, kann nach einer zusätzlichen Bodenschicht plötzlich einige Millimeter zu hoch sein. Ähnliches gilt für Trockenbauverkleidungen und neu aufgebaute Wandflächen.
Wand, Boden und Schrank müssen zusammen gedacht werden
Auch optisch entstehen bessere Übergänge, wenn Wandfarbe, Sockelleisten und Schrankfronten gemeinsam geplant werden. Ein deckenhoher weißer Einbauschrank kann nahezu mit der Wand verschmelzen. Holzfronten setzen dagegen bewusst einen Akzent.
Soll ein bestehender Raum ohnehin komplett umgestaltet werden, empfiehlt es sich deshalb, die Schrankplanung nicht als letzten Einrichtungsschritt zu behandeln.
Häufige Planungsfehler zeigen sich oft erst im Alltag
Einbauschränke werden meist über viele Jahre genutzt. Kleine Fehlentscheidungen können deshalb dauerhaft stören. Dazu gehören beispielsweise zu wenige Schubladen, schwer erreichbare obere Fächer oder Türen, die mit Bett, Heizkörper oder Zimmertür kollidieren.
Ebenso problematisch ist eine Planung, die ausschließlich auf maximale Stauraummenge abzielt. Ein Raum braucht weiterhin Bewegungsfläche. Ein 70 Zentimeter tiefer Schrank ist kaum ein Gewinn, wenn der Durchgang davor unangenehm eng wird.
Ein weiterer Fehler liegt in einer zu starren Innenausstattung. Nutzungsgewohnheiten ändern sich. Höhenverstellbare Böden und modular austauschbare Elemente können dafür sorgen, dass ein Einbauschrank auch nach Jahren noch sinnvoll funktioniert.

Fazit: Ein guter Einbauschrank beginnt nicht bei der Front, sondern beim Raum
Ein Einbauschrank kann deutlich mehr sein als eine große Aufbewahrungsfläche. Richtig geplant, nutzt er schwer möblierbare Bereiche, schafft Ordnung und kann die Architektur eines Raumes optisch beruhigen. Besonders Nischen, Dachschrägen, Flure und komplette Wandflächen profitieren davon, wenn ein Schrank nicht gegen den Raum arbeitet, sondern sich an dessen Geometrie anpasst.
Der wichtigste Schritt erfolgt lange vor der Materialauswahl. Zunächst muss feststehen, was untergebracht werden soll. Daraus ergeben sich Tiefe, Innenaufteilung, Schubladen, Kleiderstangen und erforderliche Zugänglichkeit. Erst anschließend folgen Türen und sichtbare Gestaltung.
Beim Aufmaß ist Genauigkeit unverzichtbar. Breite, Höhe und Tiefe sollten nicht nur an einem Punkt gemessen werden. Schiefe Wände, unebene Böden, Sockelleisten und Leitungen können bereits bei kleinen Abweichungen dazu führen, dass eine vermeintlich passende Konstruktion nicht sauber montiert werden kann. Besonders bei einer Schreineranfertigung sollte das endgültige Maß vom ausführenden Betrieb geprüft werden.
Auch bei den Materialien gibt es keine Lösung, die für jeden Raum automatisch die beste ist. Beschichtete Holzwerkstoffe ermöglichen funktionale und wirtschaftliche Konstruktionen. MDF bietet gute Voraussetzungen für lackierte Fronten, während Furnier und Massivholz natürliche Oberflächen schaffen. Häufig ist eine Kombination sinnvoll, bei der ein vergleichsweise zurückhaltender Korpus mit hochwertigeren sichtbaren Fronten verbunden wird.
Bei den Kosten bleibt die Spannweite groß. Aktuelle Marktübersichten beginnen bei kleinen Maßanfertigungen ungefähr im Bereich ab 800 Euro und nennen für individuelle Einbauschränke grob 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter. Komplizierte Dachschrägen, hochwertige Fronten, zahlreiche Auszüge und Sonderbeschläge können den Preis allerdings deutlich erhöhen. Deshalb ist ein detailliertes Angebot aussagekräftiger als ein pauschaler Meterpreis.
Gerade im Zuge einer Renovierung lohnt sich eine frühzeitige Planung. Steckdosen, Beleuchtung, Bodenaufbau und Wandanschlüsse lassen sich dann so vorbereiten, dass der Einbauschrank später tatsächlich wie ein Teil des Raumes wirkt.
Am Ende ist deshalb nicht der größte Schrank automatisch der beste. Entscheidend ist ein Einbau, der genau dort Stauraum schafft, wo er gebraucht wird, gut erreichbar bleibt und sich auch nach Jahren noch an veränderte Anforderungen anpassen lässt.
Die wichtigsten Fragen
Einbauschränke lassen sich sehr unterschiedlich ausführen. Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Entscheidungen rund um Maße, Kosten, Materialien und Planung zusammen.
Wie viel kostet ein Einbauschrank nach Maß?
Aktuelle Marktangaben beginnen bei einfachen Maßanfertigungen ungefähr bei 800 Euro. Für individuell gefertigte Einbauschränke werden derzeit außerdem grobe Orientierungswerte von etwa 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter genannt. Größe, Material, Fronten, Beschläge, Schubladen, Beleuchtung und die bauliche Situation können den tatsächlichen Preis erheblich verändern.
Welche Tiefe sollte ein Einbauschrank haben?
Für klassische Kleiderschränke sind rund 60 Zentimeter Tiefe verbreitet, insbesondere wenn Kleidung quer auf Bügeln hängen soll. Technische Schranksysteme von Hettich arbeiten ebenfalls mit Schranktiefen von 600 Millimetern. Für Schuhe, Bücher, Handtücher oder Vorräte können deutlich geringere Tiefen ausreichend und in schmalen Räumen sogar vorteilhafter sein.
Wie wird eine Nische für einen Einbauschrank richtig ausgemessen?
Breite und Höhe sollten jeweils an mehreren Stellen gemessen werden. Zusätzlich müssen Tiefe, Wandwinkel, Bodenverlauf, Sockelleisten, Steckdosen und Leitungen aufgenommen werden. Für die endgültige Maßanfertigung ist ein professionelles Aufmaß durch den ausführenden Fachbetrieb empfehlenswert, weil Wände und Decken nicht zwangsläufig exakt rechtwinklig verlaufen.
Sind Schiebetüren oder Drehtüren besser?
Das hängt vom verfügbaren Raum ab. Drehtüren ermöglichen einen sehr guten Zugriff auf den jeweiligen Schrankbereich, benötigen aber Platz zum Öffnen. Schiebetüren benötigen diesen Bewegungsraum nicht und eignen sich deshalb besonders für enge Flure oder Schlafzimmer. Dafür kann nie die gesamte Schrankfront gleichzeitig geöffnet werden.
Welches Material eignet sich für einen Einbauschrank?
Beschichtete Spanplatten eignen sich gut für funktionale und pflegeleichte Korpusse. MDF wird häufig gewählt, wenn glatte oder lackierte Oberflächen gewünscht sind. Multiplex, Furnier und Massivholz eröffnen weitere gestalterische Möglichkeiten. renovieren.net beschreibt diese Werkstoffe ebenfalls als typische Materialien im Korpusbau.
Lässt sich ein Einbauschrank selber bauen?
Gerade Konstruktionen aus Plattenmaterial können von erfahrenen Heimwerkern selbst gebaut werden. Schwieriger werden deckenhohe Schrankwände, Schiebetüren, Dachschrägen und nicht rechtwinklige Nischen. Bei solchen Projekten kann die maßgenaue Fertigung durch einen Schreiner Fehler beim Aufmaß und bei der Montage vermeiden.
Lohnt sich ein Einbauschrank unter einer Dachschräge?
Dachschrägen gehören zu den Bereichen, in denen Einbauschränke ihre Stärken besonders gut ausspielen. Niedrige Zonen können für Schubladen und Fachböden genutzt werden, während höhere Bereiche Kleiderstangen aufnehmen. Maßgefertigte Lösungen können dadurch Flächen erschließen, die mit Standardmöbeln nur eingeschränkt nutzbar wären.
Sollte ein Einbauschrank bis zur Decke reichen?
Eine deckenhohe Konstruktion nutzt den verfügbaren Raum besonders konsequent und vermeidet die schwer zu reinigende Ablagefläche oberhalb eines normalen Schranks. Allerdings müssen selten gebrauchte Dinge in die oberen Bereiche eingeplant werden, weil diese nicht bequem erreichbar sind. Eine saubere obere Blende kann zudem sinnvoll sein, wenn die Decke uneben verläuft.
Wann sollte der Einbauschrank bei einer Renovierung ausgemessen werden?
Das endgültige Aufmaß sollte erst erfolgen, wenn Wand- und Bodenaufbau feststehen. Neue Bodenbeläge, Putz oder Trockenbau können die nutzbaren Maße verändern. Planung und Leitungsführung sollten dagegen möglichst früh beginnen, damit Steckdosen, Licht und eventuell benötigte Anschlüsse passend vorbereitet werden können.









