Gelbe Bienenwachskerze in einer Glasschale

Bienenwachs

Bienenwachs ist das Wachs, das Honigbienen zum Bau der Waben ausscheiden. Gereinigt dient es als Pflegemittel für Holz, Leder und Kork, als Zusatz in Möbelpolituren und Wachsöl sowie für Kerzen. Es schmilzt bei etwa 62 bis 65 °C und bildet auf Holz einen dünnen, wasserabweisenden Film mit seidigem Glanz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bienenwachs pflegt und schützt Holz im Innenraum, ist aber weniger belastbar als Hartöl oder Lack.
  • Es ist nicht hitze- und witterungsfest und braucht regelmäßige Erneuerung.
  • Wachsreste und Ölreste können spätere Anstriche stören. Vor dem Renovieren ablaugen oder abschleifen.

Was ist Bienenwachs?

Arbeitsbienen bilden das Wachs in Drüsen am Hinterleib. Imker gewinnen es aus alten Waben und Entdeckelungswachs, schmelzen, filtern und reinigen es. Es entsteht gelbes Wachs, durch Bleichen auch weißes. Der Stoff ist ein Gemisch aus Estern, Fettsäuren und Kohlenwasserstoffen. Als Lebensmittelzusatzstoff trägt es die Nummer E 901. Reines Bienenwachs ist nicht mit Paraffin- oder Mischwachsen gleichzusetzen, die in vielen Kerzen und Pflegeprodukten stecken.

Eigenschaften

  • Schmelzbereich: etwa 62 bis 65 °C. Heiße Töpfe, Heizungsnähe oder Sonne an Fenstern können die Schicht weich machen.
  • Wasserabweisend: Wasser perlt ab, Dauernässe und Reiniger greifen den Film aber an.
  • Diffusionsoffen: Eine dünne Wachsschicht lässt Holz noch Feuchte aufnehmen und abgeben. Sie ist keine Versiegelung.
  • Optik: seidenmatter Glanz, der Holz warm wirken lässt. Helle Hölzer können leicht nachdunkeln.
  • Geruch: mild und honigartig.

Wachs, Öl und Lack im Vergleich

Merkmal Bienenwachs / Wachspolitur Hartöl / Hartwachsöl Lack
Schutzwirkung gering bis mittel mittel bis hoch hoch (Film auf der Oberfläche)
Wasser- und Fleckenschutz begrenzt gut sehr gut
Erneuerung oft, ein- bis zweimal pro Jahr je nach Nutzung (Richtwert) seltener, lokal ausbesserbar selten, bei Schäden Abschleifen
Eignung Möbel, Dekor, Spielzeug, Innenräume Möbel, Arbeitsplatten, Böden stark beanspruchte Flächen
Außenbereich nicht geeignet nur Außenprodukte bei Außenlacken

Anwendung in Bau und Renovierung

  • Möbel und Holzflächen im Innenraum: Pflege von geölten, gewachsten oder unbehandelten Hölzern, zum Beispiel Regalen, Türen und Antiquitäten.
  • Auffrischen: Auf ölgetränkten Flächen kann eine dünne Wachsschicht Glanz und Wasserabweisung verbessern.
  • Kork und Leder: Pflege und leichte Imprägnierung, siehe Kork und Imprägnierung.
  • Handwerk: Wachs auf Schraubengewinden und Holzverbindungen erleichtert das Eindrehen.
  • Spielzeug und Kindermöbel: Der Wachsfilm ist geschmacksneutral. Gekaufte Produkte sollten für diesen Einsatz ausgewiesen sein, zum Beispiel mit Prüfung nach den einschlägigen Spielzeugnormen.

Anwendung Schritt für Schritt

  1. Holz muss trocken, sauber und staubfrei sein. Leicht anschleifen, falls es rau ist.
  2. Wachs dünn mit Baumwolllappen oder Pinsel auftragen. Dicke Schichten bleiben klebrig und werden fleckig.
  3. Je nach Produkt 20 bis 60 Minuten einziehen lassen.
  4. Mit sauberem Tuch kräftig auspolieren. Dabei entstehen Glanz und Härte.
  5. Bei Bedarf wiederholen. Vor jeder Wiederholung Staub und alten Wachsfilm entfernen.

Praxis-Tipps und typische Fehler

  • Selbstgemischtes Wachs: Bienenwachs lässt sich mit Leinöl weicher und mit Carnaubawachs härter machen. Terpentinöl wird als Lösemittel genutzt, ist aber ein Gefahrstoff und kann Hautreizungen und Allergien auslösen. Dämpfe vermeiden und lüften.
  • Lappen mit Leinöl oder ölhaltigen Wachsmischungen können sich selbst entzünden. Solche Lappen ausgebreitet im Freien trocknen lassen oder in Wasser getaucht in einem verschlossenen Metallbehälter aufbewahren.
  • Vor einem Neuanstrich Wachsreste durch Abschleifen oder mit einem geeigneten Wachsentferner entfernen. Ölige Reste stören die Haftung von Grundierung und Lack.
  • Weiße Flecken sind meist Wasser im Film. Vorsichtig mit Haartrockner erwärmen und nachpolieren.
  • Für Fußböden, Küchenarbeitsplatten und Bäder sind Hartöle oder Lacke ausdauernder. Außen schützt Bienenwachs nicht ausreichend vor Witterung und UV-Strahlung, siehe Lichtechtheit.

Häufige Fragen zu Bienenwachs

Ist Bienenwachs für Kinderspielzeug und Möbel unbedenklich?

Reines Bienenwachs gilt als unbedenklich und ist als Lebensmittelzusatzstoff E 901 zugelassen. Bei fertigen Pflegeprodukten sind Zusatzstoffe wie Lösemittel relevant. Für Spielzeug und Möbel von Kleinkindern sollten Produkte ausdrücklich dafür vorgesehen sein.

Wie oft muss man Holz wachsen?

Je nach Beanspruchung ein- bis zweimal pro Jahr. Häufig benutzte Flächen brauchen öfter Pflege, selten benutzte seltener. Wird das Holz stumpf oder nimmt Wasser auf, ist Zeit für eine neue Schicht.

Kann man auf Wachs lackieren oder ölen?

Nicht ohne Vorbereitung. Wachs verhindert die Haftung. Es muss entfernt werden, danach wird angeschliffen und gegebenenfalls grundiert.

Ist Bienenwachs wasserfest?

Nein. Es weist Wasser ab, hält Dauernässe aber nicht stand. Weiße Wasserflecken entstehen, wenn Feuchtigkeit in den Wachsfilm eindringt.

Verwandte Begriffe

Imprägnierung, Kork, Grundierung, Lichtechtheit

über Thomas

Mein Name ist Thomas Petzold und ich bie Schreinermeister und Holztechniker und war 22 Jahre selbstständig mit einer Möbelschreinerei. Meine Leidenschaft ist das umsetzen von Bauprorjekten aller Art und möchte hier an dieser Stelle mein Fachwissen mit Euch teilen, aber auch neu erlernte Dinge über Maschinen, Materialien und Vorgehensweisen mit Euch teilen, denn: Man lernt nie aus!

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