Alternativen zur Sockelleiste: Welche Möglichkeiten gibt es?

Was mit Füßen getreten wird, genießt im Allgemeinen keine allzu hohe Wertschätzung. Anders verhält es sich bei Fuß- oder Sockelleisten. Sie bilden in Sachen Raumgestaltung eine relativ wichtige Konstante. Doch auch für diesen Bereich existieren mehr als brauchbare Alternativen. Sie sind nicht weniger funktional und erfüllen in Sachen Optik hohe Qualitätsstandards.

Was ist eine Sockelleiste?

Eine Sockelleiste befindet sich unmittelbar über der Bodenfläche und sorgt für den bündigen Übergang zwischen einem Fußboden und der darüber angeordneten Wand. Sockelleisten, die auch als Fußleisten oder Scheuerleisten bekannt sind, besitzen in erster Linie eine optische, weil abschließende Funktion. Sie werten den Raum auf und verleihen ihm einen ansprechenden Gesamteindruck.

sockelleistenauswahl

Darüber hinaus besitzen Sockelleisten eine wichtige phonetische beziehungsweise lärmschluckende Funktion: Sie absorbieren den Trittschall, sodass alle Parteien von der Leiste und ihrer Wirkung profitieren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Einbau von Sockelleisten alternativlos ist. Der Markt bietet zahlreiche Varianten und Ausweichmodelle, die der Sockelleiste mindestens ebenbürtig sind. Besonders, da gängige Leisten nicht immer zum Bodenbelag passen und eine entsprechende Angleichung hohe Kosten verursachen würde.

Mit Farben und Formen spielen

Einen Plan B zur klassischen Sockelleiste bildet beispielsweise eine farblich abgestimmte Wandgestaltung. Diese Lösung bietet sich an, wenn das zur Verfügung stehende Budget übersichtlich ist oder viel Wert auf eine individuelle Rumgestaltung abseits der Normen gelegt wird. In einem solchen Fall ist an der passenden Stelle eine Colorierungsleiste zu setzen.

Soll heißen, man streicht den unteren Bereich der Wand in einer konträren Farbe. Der Gebrauch eines geometrischen Musters ist ebenfalls möglich. In jedem Fall zieht die alternative Färbung einen Hingucker-Effekt nach sich und ersetzt die klassische Sockelleiste. Die optische Trennung wird durch das Farbspiel herbeigeführt.

Eine ähnliche Wirkung erzielen Holzleisten. Sie können in jedem Baumarkt erworben werden und sind in vielen Variationen erhältlich. Die angebrachten Holzleisten dienen als Alternative zum Sockel und können je nach Vorliebe geklebt oder verschraubt werden. So ist eine Stückelung ebenso möglich wie verschiedenartige Farbgebungen. Eine Kombination unterschiedlicher Holzarten zieht einen rustikalen Effekt nach sich, während eine Farbstückelung einen ungewöhnlichen optischen Reiz setzt.

Erlaubt ist, was gefällt

Der eigenen Kreativität sind auch beim sogenannten Upcycling keine Grenzen gesetzt. Dabei werden artfremde Materialien zu Sockelleisten umfunktioniert. Dies ist beispielsweise bei Weinkisten der Fall. Sie bestehen meist aus schmalen Holzleisten, die sich hervorragend als Fußleistenersatz eignen. Dasselbe gilt für hölzerne Paletten. Wer mutig ist, greift auf zugeschnittene Buchrücken zu. Sie verleihen der Räumlichkeit eine literarische Grundierung. Zudem ist der Einsatz von Tapetenresten denkbar.

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Optik ohne Sockelleiste

Die oft innewohnende Musterung hebt sich spielerisch von der Wandfarbe ab und stellt einen positiven Stilbruch dar. Was ebenso auf Stoffreste zutrifft. Meist sind die Reste viel zu schade, um sie wegzuwerfen, was ihre Weiterverwendung als Sockelleiste umso einleuchtender macht. Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist, was gefällt, wobei der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Hauptsache, ein wohnliches wie heimeliges Gefühl stellt sich ein.

Fliesenböden harmonisch abschließen

Bei Fliesen handelt es sich um einen Bodenbelag, der besonders pflegeleicht ist. Die glatten Oberflächen lassen sich relativ einfach sauber halten und sind daher von langlebiger Erscheinung. Umso schwieriger gestaltet sich die Suche nach einer passenden Sockelleiste. Diese kann wahlweise aus einem Fliesenabschlussprofil bestehen.

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Die Profile sind durchweg ansprechend gestaltet und in verschiedenen Materialien erhältlich. Kunststoff ist ebenso verfügbar wie Aluminium. Sogar Edelstahlprofile kommen als Abschlusselement in Frage. Wer etwas anderes ausprobieren möchte, greift zur Fliesenschiene. Der Einschub passt sich auf Wunsch der Fliesenfarbe an oder setzt durch den Einsatz einer Metallschiene einen optischen Akzent.

Fliesen, Naturstein oder Glas

Harmoniebedürftigen Personen sei der Gebrauch von Fliesen als Sockel empfohlen. Hierbei werden die bereits als Bodenbelag eingesetzten Fliesenelemente auch als Abschlussleiste eingesetzt. Ihre Verlegung erfolgt im unteren Wandbereich. Dies hat Stil und sorgt für ein einheitliches Bild. Wohingegen für einen Kontrast auf Natursteine zurückzugreifen ist.

Ein schmaler Leistenverlauf aus naturalistischen Steinelementen verleiht dem Raum einen luxuriösen Anstrich, wobei am besten Marmor oder Schiefer zu verwenden ist. Granit sorgt für einen ähnlichen Kontrast. Kaum weniger exponiert kommt der Einsatz von gläsernen Leisten daher. Der Grundstoff reflektiert von Hause aus das Licht und hat daher einen besonderen Nebeneffekt: Er lässt den Raum größer wirken als er ist. Dies kann bei kleinen Räumen, etwa in begrenzten Badezimmern, eine große Wirkung nach sich ziehen.

Anschlussmöglichkeiten für Laminat

Es sieht teuer aus, markiert aber tatsächlich eine günstige Alternative zu preisintensiven Bodenbelägen: das Laminat. Die allseits beliebte Grundierung findet sich in vielen Wohnräumen, wobei auch hier nicht zwangsläufig eine allgemein gebräuchliche Sockelleiste als Abschlusselement verlegt werden muss. Eine mögliche Alternative bildet die Holzleiste.

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Die bräunliche Färbung ergänzt sich optimal mit dem oftmals bräunlich-beigen Laminat. Wer lieber auf Leisten verzichtet, kann auf Silikon ausweichen. Das Material wird in die Dehnungsfugen gefüllt und bildet aufgrund seiner farblichen Vielfältigkeit einen gelungenen Anschluss zwischen Boden und Wand.

Naturalistisches neben Leuchtdioden

Der umweltfreundliche Aspekt durchdringt zunehmend alle Lebensbereiche und ist auch in Sachen Wohnen nicht mehr wegzudenken. Als Folge geraten Materialien aus Naturstoffen vermehrt in den Fokus. Auch, wenn es um Sockelleisten geht. Sollen selbige das grüne Bio-Siegel tragen, darf gern auf Bambus oder Kork zurückgegriffen werden.

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Der nachhaltige Charakter der nachwachsenden Rohstoffe mündet in einer wohlig-warmen Atmosphäre. Ganz anders hingegen die Installierung einer Fußleiste aus LED-Leuchten. Die Illuminierungselemente sind der letzte Schrei und heben sich mühelos von anderen Lösungen ab. Speziell bei Dunkelheit geht allen Nutzern im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht auf.

Alternativen für die Küche

Küchen werden gern als Herzstück jeder Wohnung bezeichnet, da sich alle Aktivitäten früher oder später auf den Küchenraum konzentrieren. Wenig überraschend sind die verbauten Sockelleisten daher extremen Belastungen ausgesetzt. Ihre Widerstandskraft sollte folglich hoch sein. Eine Anforderung, der nahezu alle Sockelersatzelemente nachkommen.

Etwa Leisten aus PVC. Sie sind kostengünstig, wasserabweisend und in etlichen Varianten verfügbar. Was obendrein auf Sockelteile aus Fliesen zutrifft. Tipp: Wer für seine Sockel dasselbe Design verwendet wie für den Fliesenspiegel der Küche, erzielt eine harmonische, ausgewogene Wirkung.

Was kaum weniger für Leisten aus Edelstahl gilt. Sie scheinen zunächst konstrastierende Funktion zu besitzen, gehen aber im Handumdrehen eine Verbindung mit allen anwesenden Geräten aus Edelstahl ein. Diese Lösung empfiehlt sich zuvorderst für moderne Küchen.

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