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OSB-Platten richtig verlegen – so geht’s!

OSB-Platten werden hierzulande auch als Grobspanplatten bezeichnet. Die Bezeichnung „OSB“ stammt aus dem Englischen und steht für „Oriented Structural Board“ (zu Deutsch: Platte aus ausgerichteten Spänen). Zunächst galten diese Platten als Abfallprodukt der Furnier- und Sperrholzindustrie… bis Armin Elmendorf im Jahre 1963 das Potenzial der Grobspanplatten erkannte.

Mittlerweile werden OSB-Platten in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet. In den USA erfreuen sich die Platten so großer Beliebtheit, dass alle hergestellten OSB-Platten bis zu 90 Prozent für den Hausbau genutzt werden.

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Verwendung als Dachunterkonstruktion
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Verwendung als Wandunterkonstruktion

Doch auch hierzulande wird auch immer öfter auf Grobspanplatten zurückgegriffen. Die besonderen Vorteile dieser Platten liegen darin, dass sie leichter als Spanplatten und dementsprechend gut zu bearbeiten sind. Doch was genau sind OSB-Platten eigentlich? Welche Vorteile bringen sie mit sich und wie werden sie richtig verlegt?

Was sind OSB-Platten?

OSB-Platten bestehen aus mehreren Schichten, die jeweils eine unterschiedliche Struktur aufweisen. Diese ist sehr charakteristisch und sorgt für ein hohes Maß an Stabilität. Daher sind einige OSB Platten unter anderem auch super als tragende Wände und als Deckenplanken eingesetzt werden.

Die Späne auf der Deckschicht verlaufen alle in Längsrichtung der Platte, während die Späne in den mittleren Schichten kreuzweise angeordnet sind. Sie werden mit Leim festgehalten.

„Praktischerweise“ werden OSB-Platten aus Waldholz und formaldehydfreiem Leim hergestellt. Dadurch besteht kein gesundheitliches Risiko und das Material kann auch für Innenräume verwendet werden.

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Wer sich auf der Suche nach OSB Platten befindet, wird mit verschiedenen Modellen konfrontiert. Hierbei wird zwischen unterschiedlichen Kategorisierungen unterschieden. Anhand derer ist ersichtlich, für welche Einsatzgebiete die jeweiligen Platten geeignet sind. Je nachdem, welches Bauprojekt ansteht, empfehlen sich dementsprechend andere Platten.

OSB/1 eignet sich beispielsweise ideal für den Innenausbau im Trockenbereich, aber nicht als tragende Wand. Für eine tragende Konstruktion wird OSB/2 empfohlen. OSB/3 wird benötigt, wenn die tragende Wand in Nassräumen aufgestellt werden soll. Für den Außenbereich werden dann wiederrum OSB/4 Platten benötigt. Diese sind wasserresistent und können viel Gewicht aushalten.

Kurz: Wer sich im Rahmen eines Bauprojekts auf der Suche nach den passenden OSB-Platten befindet, sollte die Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, miteinander vergleichen und natürlich auch immer den jeweiligen Einsatzbereich berücksichtigen.

OSB-Platten vorbereiten

Bevor die Platten verlegt bzw. an die Wände angebracht werden können, müssen noch einige Vorarbeiten erledigt werden. Falls die Platten beispielsweise nicht auf dem Boden fixiert werden, sondern selbst den Boden bilden sollen, wird von einer sogenannten „schwimmenden Verlegung“ gesprochen. In solch einem Fall braucht es eine „Dampfsperre“. Je nachdem, ob der betreffendeRaum unterkellert ist oder nicht, braucht es dann eine andere Art von Folie als Basis, um Feuchtigkeit von den Platten fernzuhalten. Zudem ist es ratsam, die Platten 48 Stunden vor der Verlegung in dem entsprechenden Raum zu lagern. Dies ermöglicht, dass sich die Platten an das Raumklima gewöhnen und anpassen.

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Das Verlegen von OSB-Platten in der Schritt für Schritt Anleitung

Im klassischen Wohnbereich kommt besonders oft die bereits erwähnte, schwimmende Verlegung zum Tragen. Hier werden die  Platten in mehreren Schichten versetzt aufeinandergelegt. Es gibt einige Tricks, mit deren Hilfe ein optimales Ergebnis hervorgerufen werden kann. Folgende Werkzeuge helfen dabei, das jeweilige Bauprojekt möglichst entspannt umzusetzen:

  • Akkuschrauber
  • Folie für die Dampfsperre
  • Fugenleim
  • Zugeisen
  • Schlagholz
  • Hammer
  • Distanzkeile
  • Spachtel
  • Pinsel
  • Säge.

Alle Werkzeuge sollten greifbar sein. Danach kann es eigentlich auch schon losgehen.

Schritt Nr. 1: Verlegung der ersten Reihe

Die erste Platte wird am besten an der linken Ecke der längsten Wand im Raum verlegt. Die Feder der OSB-Platte sollte im Vorfeld bereits gerade gesägt worden sein. Die abgesägte Seite zeigt hierbei in Richtung der Wand. In diesem Arbeitsschritt wird eine Distanzkeile benötigt, da eine gleichmäßige Dehnungsfuge von ungefähr 15 Millimetern benötigt wird.

Schritt Nr. 2: Zweite Schicht verlegen

Die zweite Schicht wird immer um 40 Zentimeter versetzt verlegt. Dadurch wird der Boden besonders stabil und hält größere Lasten aus, ohne nachzugeben. Beim Aufbau dieser Schicht werden die Federn und Nutstellen der Platten miteinander verbunden. Hierzu reicht es aus, eine dünne Leimschicht auf die Federn aufgetragen.

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Schritt Nr. 3: Verbindung der ersten und zweiten Plattenschicht

Die erste und zweite Schicht werden in diesem Schritt miteinander verbunden. Dies geschieht ganz einfach, indem die Platten ineinandergeschoben werden. Hierbei bietet es sich an, mit einem Hammer und einem Schlagholz zu arbeiten.

Falls Leim austreten sollte, kann dieser einfach mit einem feuchten Tuch oder einem Spachtel abgewischt werden. Hierbei ist es jedoch wichtig, schnell zu sein, da der Leim ansonsten trocknet und schwerer entfernt werden kann. Diese Methode kommt so lange zum Einsatz, bis der komplette Boden bedeckt ist. Auch bei den späteren Schichten sollte jedoch immer streng darauf geachtet werden, dass die Dehnungsfuge vorhanden ist.

Schritt Nr. 4: Boden behandeln

Falls die OSB-Platten als Fußboden genutzt werden sollen, empfiehlt es sich, sie nach dem Verlegen mit einem speziellen Lack zu behandeln. Somit wird eine glatte Oberfläche geschaffen, die wesentlich leichter zu reinigen ist. Danach kann der Boden in jeder beliebigen Farbe gestrichen werden.

Zusatztipp: OSB Platten sind weitaus flexibler als oft angenommen. Für den Fall, dass der Boden irgendwann einmal nicht mehr dem persönlichen Geschmack entspricht, können auch Fliesen auf den Platten verlegt werden.

Die Vorteile von OSB-Platten in der Übersicht

OSB-Platten bieten viele attraktive Vorteile, von denen Handwerker und Hauseigentümer profitieren können. Handwerker schätzen das leichte Gewicht der Platten, da dies die Arbeitsvorgänge und die Materialbeschaffung erleichtert. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um den einzigen Punkt auf der Pro-Liste.

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Vorteil Nr. 1:  Eine glatte Oberfläche

OSB-Platten bestehen aus vielen großen Holzspänen. Diese sorgen dafür, dass die Oberfläche der Platten ohnehin schon sehr glatt daherkommt. Mit anschließenden Schleifarbeiten lässt sich die Fläche noch glatter schleifen.

Vorteil Nr. 2: Eine rustikale Optik

Die Späne verleihen dem Boden eine rustikale Optik. Wenn hier Einrichtungsstil und Platten zusammenpassen, lässt sich schnell ein harmonisches Gesamtkonstrukt schaffen.

Vorteil Nr. 3: kostensparend

OSB-Platten sind gleichzeitig günstig und – je nach Modell – besonders stabil. Ideal für alle, die Geld sparen, aber keine Einbußen in Bezug auf robuste Konstruktionen hinnehmen möchten.

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OSB Platten werden auch als Designelemente verwendet

 

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