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Wann darf man seine Hecke schneiden?

Was sagt der Gesetzgeber?

Gesetzlich ist eine generelle Vorgabe für das komplette Abschneiden und Roden geregelt:
Vom 01. März bis zum 30. September dürfen Hecken aller Art nicht zerstört beziehungsweise beseitigt werden. Viele Vogelarten, die diesen Lebensraum als Nist- und Brutplatz bevorzugen, sind zu schützen. Singvögel, die nützliche „Helfer“ im Garten sind, sollen ja auch im kommenden Gartenjahr mit ihrem Gesang viele erfreuen. Während der Brutzeit, bis die Jungvögel das Nest verlassen haben, ist auch ein „normaler“ Heckenschnitt tabu – das gilt bis Ende Mai. In vielen Bundesländern besteht dieses Verbot. Die konkreten Schutzzeiten können bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde erfragt werden.

Was ist eine Hecke?

Hecken bestehen aus laubabwerfenden oder immergrünen Strauch- oder Baumarten. Geeignet sind vor allem diejenigen Gehölze, die einen regelmäßigen Schnitt vertragen. Als natürlicher, immergrüner oder blühender Sicht-, Lärm- und Windschutz haben Hecken noch weitere nützliche Eigenschaften. Sie filtern Staub, sind Schattenspender, eignen sich als interessante Gartengestaltung, bieten notwendigen Lebens- und Schutzraum für Insekten, Vögel und Kleinlebewesen.

Hecke aus Hainbuchen
Hecke aus Hainbuchen

Heckenarten

Es wird in folgende Arten unterschieden:
• Schnitthecken
• Frei wachsende Hecken
• Laub abwerfende Hecken
• Blütenhecken
Je nach Auswahl der Heckenart sind die individuelle Pflege und auch das Schneiden.

Welche Heckenpflanzen gibt es?


Zu den Schnitthecken gehören:
• Immergrüne Laubgehölze (z. B. Kirschlorbeer, Buchsbaum, Liguster)
• Laub abwerfende Gehölze (z. B. Feldahorn, Hainbuche, Weißdorn, Haselnuss)
• Nadelgehölze (z.B. Eibe, Zypressen, Lebensbaum)

Immergrüne Hecken sind dort gut platziert, wo ein Ganzjahres-Sichtschutz gewünscht oder notwendig wird. Das kann zum Nachbarn oder zu einer verkehrsreichen Straße sein.
Lebensbaum-Arten lassen sich zwar gut schneiden und in Form bringen, haben aber durch ihren speziellen Duft etwas „Friedhofs- oder Krankenhaus-Charakter“.

Eiben als Schnitthecken im Garten breiten sich von Jahr zu Jahr mehr aus und müssen regelmäßig gestutzt werden. Sie vertragen einen Rückschnitt bis ins „alte Holz“. Vorsicht ist vor allem geboten, da alle Teile der Pflanze (außer dem roten Samenmantel) giftig sind! Für kleine Kinder sind die roten Beeren verlockend und sollten unbedingt fern gehalten werden!

Tipp: Viele Koniferen wirken „düster“. Eine Alternative sind Bambusse mit ihren frischen, grünen Blättern.

Frei wachsende Hecken können aus den genannten Schnitthecken bestehen. Eine frei wachsende Mischhecke ist in einem Naturgarten besonders schön – mehr noch: sie ist das „Rückgrat“ dieser grünen Oase. Sträucher verschiedener Arten und Größen bieten einen idealen Lebensraum für kleine Tiere. Eine frei wachsende Hecke benötigt viel Platz. Die Gesamtbreite von etwa 3 m wird schnell erreicht. Deshalb ist ein Beschneiden an der Außenseite der Grundstücksgrenze regelmäßig erforderlich.

Tipp: Bei einer Neubepflanzung mindestens einen Meter zur Grundstücksgrenze einhalten. Je nach dem örtlichen Gesetz zur Bebauung oder Kleingartengesetz kann es auch ein größerer Abstand sein.

Blütenhecke

Zu den Blütenhecken zählen:
• Beerensträucher mit „Funktion“, wie Johannis-, Brombeere, Haselnuss, Holunder
• Forsythie
• Liguster
• Rotbuche
• Schlehe
• Sanddorn

Die Auswahl ist sicher erweiterbar, aber nicht alle Heckenarten eignen sich für einen Kleingarten. In einem Grundstück ist zwar mehr Platz für Hecken, aber die Regeln an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn sollten ebenso – wie in einer Gartenanlage auch – beachtet werden.

Wann eine Hecke schneiden?

Frei wachsende Hecken
Sie müssen in jedem Fall beschnitten werden, wenn sie über die Grenze zum Nachbargrundstück hinausragen. Ein Zurückschneiden ist auch dann notwendig, wenn andere, benachbarte Pflanzen buchstäblich ein „Schattendasein“ führen.
Im zeitigen Frühjahr (März, April), bevor der Vogel-Nestbau beginnt beziehungsweise im Herbst (Oktober, November) kann das Auslichten der frei wachsenden Hecken durchgeführt werden. Das bedeutet das Entfernen abgestorbener, kranker oder verfaulter Äste und Zweige.

Schnitthecken (Laub abwerfende Gehölze)
Ab Juni kann die Heckenschere an den Laub abwerfenden Schnitthecken zum Einsatz kommen. Je nach Wachstum wird ein weiterer Schnitt in den Sommermonaten fällig.

Tipp: Eine Trapezform der Hecke hat den Vorteil, dass der untere Heckenbereich genügend Sonnenlicht bekommt. Beim Schneiden nach oben immer schmaler werden.

Immergrüne Hecken
Der Schnitt erfolgt vor dem Austrieb (im Frühjahr) oder Ende August. Für Kreative eignet sich besonders Buchsbaum, um kleine Kunstwerke zu schaffen (schneiden). Mit etwas Geschick entstehen geometrische Gebilde oder sogar ausdrucksstarke Figuren.

Buchbaumhecke
Buchbaumhecke

Blühende Hecken
Sie bekommen eine „Einzelbehandlung“. Statt einem radikalen Rückschnitt werden sie ausgelichtet und „verjüngt“. Hecken, die im Frühjahr blühen, werden gleich nach der Blüte geschnitten – „Sommerblüher“ entsprechend im Herbst, spätestens im März.

Tipp: Vor dem Pflegeschnitt der sommergrünen Laub-Hecke bietet sich der Frühsommer dafür an, um Stecklinge von Buchsbaum oder Eibe zu schneiden.

Das passende Werkzeug für den richtigen Heckenschnitt

Hecke ist nicht gleich Hecke. Die Pflanzenart und ihre Größe bestimmen das erforderliche Werkzeug zum Schneiden. Mit der richtigen Auswahl des elektrischen oder manuellen Handwerkszubehörs wird jede Heckenart eine gute „Figur“ machen.

Elektrische Heckenschere:


Die Breite der Hecke sollte mit der Schwertlänge bearbeitet werden können. Das Scherenblatt muss beidseitig geschliffen sein. Je stärker das Geäst, umso größer die erforderliche Motorleistung. Um einen sauberen Schnitt zu erreichen, sollten die einzelnen Messer einen engen Abstand haben.

Heckenscheren mit einer Gelenkvorrichtung sind für hohe Hecken unverzichtbar. Der Schnittwinkel am Teleskopstab ist variabel zu verstellen, der Kraftaufwand beim Heckeschneiden reduziert sich und der Heckenschnitt auf der Leiter entfällt. Mit einer elektrischen Hand-Heckenschere lassen sich Korrekturschnitte und kleinere Hecken bearbeiten.

Manuelle Heckenscheren:

Die Anwendung ist mit Muskelkraft verbunden. Der Heckenschnitt ist zeitaufwändig, aber dafür geräuscharm. Sinnvoll für niedrige, kleinere Hecken. Bypass- und Amboss-Scheren sind kurze Hand-Heckenscheren zum Schneiden einzelner Äste. Die Bypass-Schere schneidet mit ihren zwei scharfen Schneiden präziser als die Amboss-Schere mit nur einer Schneide, ist aber kraftaufwändiger zu handhaben.

Tipp: Hecken sind schön und nützlich. Bei einer Neuanpflanzung immer bedenken, ob die zukünftige Pflege auch im Ermessen des eigenen Kräftepotentials durchgeführt werden kann. Ein ungepflegter „Wildwuchs“ dient nicht zur Erbauung und Freude.
Egal, ob elektrisch oder manuell: Regelmäßig schneiden, damit die Hecke schön dicht bleibt.

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