Messie in der Wohnung – diese Möglichkeiten haben Vermieter

Wenn ein Messie in einer Mietwohnung lebt, stellt dies die anderen Mietparteien sowie den Vermieter vor Herausforderungen: Die fortschreitende Verschmutzung einer Wohnung verursacht unangenehme Gerüche und macht sie anfällig für Ungezieferbefall. Dadurch droht dem Eigentümer des Objekts ein signifikanter Wertverlust. Schlimmstenfalls geht von einer Messiewohnung eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr für die anderen Bewohner und den Messie selbst aus.

Was kann ein Vermieter tun, wenn ein Messie in der Mietwohnung lebt?

Wenn der Vermieter feststellt, dass ein Messie in einer von ihm vermieteten Wohnung lebt, ist es üblicherweise bereits zu erheblichen Schäden gekommen, die umfangreiche Renovierungsarbeiten erfordern. Mieter haben das Recht, so viele Gegenstände zu sammeln, wie sie möchten. Wenn eine Person große Mengen an Leergut oder Altpapier aufbewahrt, hat der Vermieter dagegen keine rechtliche Handhabe.
Anders verhält es sich, wenn das Verhalten des Mieters geeignet ist, Schäden an der Bausubstanz zu verursachen oder die anderen Mietparteien in ihrem Alltag zu beeinträchtigen. Diese Voraussetzungen liegen spätestens dann vor, wenn penetrante Gerüche aus der Messiewohnung dringen oder sich Ungeziefer in der Mietwohnung verbreitet.
In diesen Fällen sollte der Vermieter das Gespräch mit dem Mieter suchen. Zwar darf er die Wohnung nicht ohne Zustimmung betreten, doch die Auswirkungen des Messie-Syndroms sind unübersehbar. Wenn der Vermieter den Mieter darum bittet, für Ordnung zu sorgen, führt dies selten zum Erfolg. Besser ist es, empathisch auf den Messie einzugehen und auf Hilfsangebote hinzuweisen.
Kommt es im Verlauf der folgenden Wochen zu keiner Besserung, darf der Vermieter den Mieter abmahnen. Erst nach mindestens zwei erfolglosen Abmahnungen darf der Eigentümer dem Messie kündigen. Eine fristlose Kündigung des Mietvertrags kommt nur infrage, wenn das Verhalten des Messies zu einer erheblichen Gefährdung führt. Für den Begriff existiert keine allgemeingültige Definition. Im Zweifelsfall entscheidet ein Gericht über die Rechtmäßigkeit der fristlosen Kündigung des Mietvertrags.

Messiewohnung renovieren

Hat sich der Messie einer erfolgreichen Behandlung unterzogen, ist er ausgezogen oder hat der Vermieter eine Räumungsklage durchgesetzt, sind üblicherweise umfangreiche Renovierungsarbeiten beginnend mit dem Thema Messie Wohnung aufräumen erforderlich.
Die Praxis zeigt, dass das Messie-Syndrom schwer zu behandeln ist. In den meisten Fällen zieht der Betroffene freiwillig oder aufgrund einer Räumungsklage aus. Das bedeutet, dass der Vermieter für die Reinigung und Renovierung verantwortlich ist. Aufgrund der Menge des Mülls und der gesundheitlichen Gefahren ist es sinnvoll, eine Fachfirma zu beauftragen. Einige Umzugs- und Entrümpelungsfirmen haben sich auf die Reinigung von Messiewohnungen spezialisiert. Das Leistungsspektrum dieser Betriebe umfasst häufig Sonderleistungen. Zu diesen zählt etwa das Sammeln und Sortieren wichtiger Unterlagen oder von Wertgegenständen.

Messiewohnung räumen – wer trägt die Kosten?

Aus rechtlicher Sicht muss der Messie die Räumungs- und Renovierungskosten tragen, da er die notwendigen Aufwendungen verschuldet hat. Da das Messie-Syndrom die Lebensführung der Betroffenen stark beeinträchtigt, befinden sie sich oftmals in einer prekären finanziellen Situation. Vermieter bleiben deshalb häufig auf den Räumungs- und Renovierungskosten sitzen.
Eine Vermieter-Rechtsschutzversicherung trägt die Kosten. Allerdings scheuen viele Vermieter den Abschluss einer solchen Versicherung, da die fälligen Prämien ausgesprochen hoch sind.
Bei der Entrümpelung einer Messiewohnung in Eigenregie ist es ratsam, möglichst viel Unrat über den Hausmüll zu entsorgen, um die Entsorgungskosten zu senken.


messiewohnung

Das Messie-Syndrom ist eine psychische Erkrankung

Das Putzen und Aufräumen der eigenen Wohnung gehört zu den ungeliebten Alltagspflichten. Die meisten Menschen verspüren bei dieser Art von Arbeit lediglich Unlust. Bei Messies liegen die Probleme, die zur fortschreitenden Verschmutzung der Wohnung führen, tiefer: Beim Messie-Syndrom handelt es sich um eine psychische Störung. Es fällt den Betroffenen außerordentlich schwer, sich von Gegenständen aller Art zu trennen. Dies äußert sich dadurch, dass sie im Laufe der Zeit wertlose Objekte wie leere Flaschen und anderen Unrat horten. Gesundheitliche Gefahren für Dritte entstehen, wenn sich organische Abfälle – etwa Essensreste – ansammeln. Müll dieser Art lockt unter anderem Ratten an, die Krankheiten auf die anderen Bewohner einer Mietwohnung übertragen können.
Außerdem verursachen die organischen Abfälle unangenehme Gerüche, die sich mit der Zeit auch außerhalb der Messiewohnung ausbreiten.
Hinzu kommt, dass die starke Verschmutzung oft dazu führt, dass sanitäre Einrichtungen nicht mehr funktionsfähig sind.

Mediziner vermuten, dass eine Kombination aus genetischen und psychosozialen Faktoren das Messie-Syndrom verursacht.
Es ist deshalb nicht zielführend, wenn Vermieter oder andere Bewohner Druck auf einen Messie ausüben, indem sie ihn energisch zum Aufräumen anhalten.

Woran erkennen Vermieter, dass ein Messie in der Mietwohnung lebt?

Unaufgeräumte Wohnungen befinden sich in nahezu jedem Mietshaus. Eine fehlende Ordnung und eine mittelgradige Verschmutzung stellen weder einen Anlass zur Sorge noch einen Kündigungsgrund dar. Möglicherweise befindet sich ein Mieter in einer belastenden Lebenssituation oder er ist aufgrund privater oder beruflicher Verpflichtungen aus Zeitgründen nicht dazu in der Lage, seine Wohnung gründlich zu reinigen.
Das Messie-Syndrom zeigt sich Außenstehenden zunächst auf eine subtile Weise:
Messies neigen zum sozialen Rückzug, andere Mieter bekommen sie selten zu Gesicht. Häufig vernachlässigen sie nicht nur die Sauberkeit in ihrer Wohnung, sondern auch ihre Körperpflege.
Ein erstes Warnzeichen für Vermieter kann in dem Umstand bestehen, dass es ein Mieter regelmäßig versäumt, die Mülltonnen an den planmäßigen Abholtagen vor die Tür zu stellen.
Da das Messie-Syndrom weitere Lebensbereiche des Betroffenen beeinflusst, kommt es oft zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Mietzahlungen.
Sichere Zeichen dafür, dass es sich bei einem Mieter um einen Messie handelt, sind von außen sichtbare Müllberge hinter den Fenstern. Hinzu kommen üblicherweise penetrante Gerüche, die von der Messiewohnung ausgehen und sich anschließend im Flur und/oder Treppenhaus verbreiten.

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Fazit – was tun, wenn der Mieter ein Messie ist?

Das Messie-Syndrom ist eine psychische Störung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigt. Die fortschreitende Vermüllung verursacht unangenehme Gerüche, ist häufig der Grund für die Verbreitung von Ungeziefer und kann die Bausubstanz schädigen. Aufgrund des Ausmaßes der Verschmutzung ist es in den meisten Fällen sinnvoll, eine Fachfirma mit der Entrümpelung einer Messiewohnung zu beauftragen.

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