Bauzinsen für die Baufinanzierung – Entwicklung und Prognosen

Aktuell bewegen sich die Bauzinsen für die Baufinanzierung eher seitwärts. Die Zinsen für Immobilienkredite liegen dabei zwischen 3,7 und 4,18 %. Voraussichtlich werden die Bauzinsen im zweiten Halbjahr 2023 weiter steigen. Damit bewegt sich die Zinsspanne für ein 10-jähriges Baudarlehen zwischen 4 bis 4,5 %. Führende Experten erwarten ebenfalls eine Seitwärtsbewegung bei den Bauzinsen. Allerdings wird es keine Zinsexplosion wie noch im Jahr 2022 geben. Zu hoffen bleibt bei der aktuellen schwankenden Zinsentwicklung auf Zinsdellen. Maßgeblich dafür sind die aktuellen Leitzinsen der europäischen Zentralbank sowie die Zinserwartungen an den Anleihemärkten. Die jüngste Zinserhöhung der EZB erfolgte Ende Juli 2023. Damit liegt er derzeit bei 4,5 %.

Die aktuelle Zinsentwicklung hängt direkt mit der derzeitig hohen Inflation zusammen. Dieser wiederum liegen der Ukraine-Krieg, gestiegene Energiekosten und versteckte Preiserhöhungen bei vielen Lebensmitteln zugrunde. Innerhalb ein und desselben Monats sind deutliche Schwankungen bei den Zinsen möglich. Insgesamt gleicht die Entwicklung weitgehend derjenigen im ersten Halbjahr 2023. Im Mittel betragen sie also 3,5 bis 4 %. Sie sind damit so hoch wie seit 10 Jahren nicht mehr, aber dennoch weit von historischen Höchstsätzen entfernt. Damit ist die Zinskurve invers. Eine kurze Zinsbindung führt zu einem etwas höheren Zinssatz.

Die Bauzinsen im Gefüge der wirtschaftlichen Konjunktur

Als Hauptgründe gelten die immer noch stabile Konjunktur und hohe Inflation in Deutschland. Erwartet werden ferner weitere Leitzinserhöhungen der EZB. Die Bauzinsen sind dabei meistens einen Schritt voraus und gehen bereits von den letzten Erwartungen an den Leitzins aus, ehe dieser tatsächlich angepasst wird. Die Entwicklung unterscheidet sich jedoch von Land zu Land innerhalb des Euroraums.

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Wie werden sich die Bauzinsen längerfristig entwickeln?

Bereits seit einen knappen Jahr weisen die Bauzinsen erhebliche Schwankungen auf. Das weist auf deutliche Unterschiede innerhalb des Euroraums hin. Kurzfristig werden die Bauzinsen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht weiter steigen. Bauherren und Renovierer sollten den Zinsmarkt weiterhin genau beobachten, um sofort darauf reagieren zu können, um Zinsdellen optimal auszunutzen.

Längerfristig betrachtet lautet die Prognose, dass die Zinsen leicht steigen werden, gerade für 10-jährige Zinsbindungen. Vermutlich setzt die EZB ihre restriktive Geldpolitik auch für den Rest des Jahres 2023 fort, falls die Inflation weiterhin auf einem hohen Niveau verharrt. Diese Prognose spiegelt sich jedoch noch nicht in den aktuellen Bauzinsen wider. Langfristig sind niedrige Zinsen keinesfalls der Regelfall. Heute, im Jahr 2023, sind sie vergleichbar mit jenen in den Jahren 2012 und 2013. Danach betrugen sie zeitweilig nur noch ein Drittel davon. In den 1970er und 80er betrugen sie sogar 10 bis 11 Prozent.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um aktuell eine Baufinanzierung abzuschließen?

Sowohl die Bauzinsen als auch die Immobilienpreise werden bis zum Jahresende wohl weiter steigen. Das knappe Angebot hinkt der hohen Nachfrage weiter hinterher. Daher ist es wichtig, bei der Wahl einer Immobilie alle möglichen Faktoren genau zu beobachten und einzupreisen.

Gute Beratung, Zinsrabatte und staatliche Fördermöglichkeiten führen im besten Fall zu Einsparungen beim Kauf eines Eigenheims. Zudem sinken die Zinsen mit der Dauer der Baufinanzierung. Mittelfristig gehen die Märkte davon aus, dass die Zinsen wieder sinken. Die weitere Entwicklung hängt stark von der Konjunktur und der weltpolitischen Lage ab. Mittel- und langfristig steigen die Zinsen eher noch weiter an. Ein Anstieg von deutlich über 5 % halten Experten aber für unwahrscheinlich.

Der Zinsgipfel wird wahrscheinlich zwischen 4 und 5 Prozent liegen. Kurzfristig sind sogar politische Situationen denkbar, durch welche die Bauzinsen sogar sinken. Da das Zinsniveau relativ stabil ist, müssen sich Immobilienkäufer im Jahr 2023 nicht beeilen. In einigen deutschen Regionen stagnieren oder sinken die Immobilienpreise dieses Jahr sogar. Eine beherzte Suche ohne Zeitdruck lohnt sich damit. Ist es dann doch soweit, zahlt es sich aus, mit dem Verkäufer oder Makler über den Kaufpreis zu verhandeln.

Schließlich sollten sich Käufer nochmals genauere Informationen bei ihrer Bank über den Zinssatz einholen. Eine kleine Verbesserung liegt durchaus im Rahmen des Möglichen. Das konkrete Angebot der Bank hängt wesentlich von der Einschätzung des Ausfallrisikos und Verwertungsrisikos ab, also ob die Bank ihre Raten auch dann zurückbekommt, wenn ein unerwartetes Ereignis wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit eintritt.

Das ist auch der Grund dafür, dass die Bank die wirtschaftliche und finanzielle Situation jedes einzelnen Kunden so genau prüft. Einfluss darauf hat nicht zuletzt der Beleihungsauslauf als Verhältnis von Kreditsumme zum Wert der Immobilie. Beträgt der Baukredit höchstens 60 % des Immobilienwerts, vergibt die Bank den günstigsten Zinssatz.

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Wie sehr verteuert sich die Baufinanzierung?

Bereits bei einem moderaten Zinsanstieg verteuert sich die Baufinanzierung. Aktuell wird es immer schwieriger, den Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen. Nachdem sie jahrelang immer günstiger geworden sind, verteuerten sie sich 2022 aus den oben genannten Gründen schlagartig. Das führte zu einer Verdoppelung der Zinsen. Immobilienkäufer wie Familien mit Kindern belastet diese Situation zum Teil sehr.

Das gilt nicht nur für derzeitige Immobilienkäufer, sondern gleichwohl für all diejenigen, deren Kredit ausläuft, aber noch eine Restschuld zu bezahlen haben. Die monatliche Belastung nimmt damit im Extremfall um mehrere Hundert Euro monatlich zu. Viele Haushalte können sich diese Kostenexplosion nicht länger leisten. Die Anzahl der Neuanträge zur Finanzierung von Immobilien ist seit 2022 spürbar zurückgegangen, teilweise um über 40 %.

Nützliche Tipps und Tricks für die Baufinanzierung

  • Es gilt die aktuelle Zinsentwicklung immer genau im Auge zu behalten.
  • Das Wissen um das eigene Budget ist derzeit immens wichtig.
  • Es zahlt sich immer aus, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen.
  • Niedrige Baufinanzierungszinsen sollten mit einer langen Sollzinsbindung und einer höheren Tilgung einhergehen.
  • Flexibilität bei Sondertilgungen oder beim Tilgungssatzwechsel zahlt sich aus.
  • Attraktive Angebote zur Anschlussfinanzierung heißt es ebenso zu berücksichtigen
  • Ein Bausparvertrag hilft bei der Sicherung niedrigerer Zinsen.
  • Bereitstellungszinsen wirken sich gleichfalls auf die Kosten der Baufinanzierung aus. Bei vielen Banken gibt es eine befristete bereitstellungsfreie Zeit von einem halben Jahr.

Fazit

Kreditnehmer haben es bei einer Baufinanzierung derzeit nicht leicht. Die Bauzinsen für die Baufinanzierung bewegen sich 2023 auf einem hohen Niveau. Sie hängen stark von den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank ab und betragen derzeit (August 2023) um die 4,3 %. Erwartet wird in den kommenden Wochen ein weiterer Anstieg. Einfluss auf die Bauzinsen üben Hypothekenzinsen, der aktuelle Zinssatz und die Tilgungsrate bei einer Inanspruchnahme.

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