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Löcher in Fliesen bohren – diese Tipps helfen weiter

Eigentlich ist es nicht schwer, ein Loch in eine Wand zu bohren… auch dann nicht, wenn sich eine Fliese zwischen Bohrmaschine und Mauer befindet. Oftmals behelfen sich Heimwerker damit, dass sie die Bohrlöcher so planen, dass in die Fugen gebohrt werden kann. Manchmal führt aber auch kein Weg an der Fliese vorbei. Wer hier weiß, was zu tun ist, ist natürlich klar im Vorteil.

Die richtige Vorgehensweise startet beim passenden Werkzeug und endet beim korrekten Ausführen. Zusätzlich ist es auch wichtig, bestimmte Details zu beachten, damit der Bohrvorgang auch gelingt. Doch weshalb scheuen sich unter anderem eigentlich so viele Hobbyhandwerker davor, durch Fliesen zu bohren? Oder anders…

Fliesen durchbohren – Was ist eigentlich das genaue Problem?

Fliesen können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. Zu den gängigsten Möglichkeiten gehören Ton, Porzellan und Keramik. Die Fliesen wurden dementsprechend so konzipiert, dass sie Feuchtigkeit abweisen und widerstandsfähig sind. Ihre Beschaffenheit sorgt jedoch auch dafür, dass sie bei Belastung schnell zerbrechen können.

Wenn eine Fliese einmal gebrochen ist, lässt sie sich zwar reparieren, jedoch werden die Spuren immer sichtbar sein. Hinzu kommt, dass es oftmals gar nicht so einfach ist,  eine kaputte Fliese zu ersetzen, da einige Modelle gar nicht mehr auf dem Markt sind. Wer dann auf eine einheitliche Fliesenfläche besteht, muss sich oft wohl oder übel für den Renovierung entscheiden.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich eine kaputte Fliese in der Regel einfach vermeiden lässt, wenn von Vornherein auf das richtige Werkzeug gesetzt und nach Anleitung gebohrt wird.

Besonders wichtig: Die Vorarbeit

Bevor es mit dem Bohren losgeht, ist es wichtig, die jeweils ausgesuchte Stelle auf etwaige Strom- und Wasserleitungen zu überprüfen. Im Baumarkt werden hierfür spezielle Leitungssucher angeboten. Sie sind dazu in der Lage, Metall hinter der Wand aufzuspüren und reagieren – je nach Modell – auch auf schwachen Stromfluss. Im Idealfall sollte das betreffende Gerät natürlich beide Funktionen bieten. Ein Blick auf die Angaben des Herstellers hilft hier weiter.

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Sind beide Funktionen vorhaben und weist das Gerät keinerlei Reaktion auf, steht dem Bohrvorgang eigentlich nichts mehr im Wege.

Der richtige Bohrer für die Fliese

Den einen, „klassischen Bohrer“ für Fliesen gibt es leider nicht. Vielmehr kommt es auf die Härte der jeweiligen Fliese an, zu welchem Gerät gegriffen werden sollte. Ein wichtiges Kriterium stellt in diesem Zusammenhang die sogenannte Ritzhärte dar. Diese sagt aus, welche Materialen mit welchen anderen Materialien angeritzt werden können. Beispielsweise ist ein Diamant dazu in der Lage, nahezu jede Oberfläche anzuritzen, während er selbst unversehrt bleibt.

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Um also herauszufinden, welche Materialien zum Bohren von Fliesen genutzt werden können, ist es wichtig, auch hier die Ritzhärte zu bestimmen. Im Internet finden sich viele Informationen zu diesem Thema. Es gibt „Rechner“, in die lediglich das Material der Fliese eingegeben werden muss, um den entsprechenden Wert anzeigen zu lassen. Wenn die Fliese eine Ritzhärte von 1,2 oder 3 ausweist, reicht ein Fliesen- oder Glasbohrer aus, um ein Loch zu bohren. Sollte die Ritzhärte über 3 liegen, braucht es in der Regel einen wassergekühlten Diamantbohrer. Ab einer Ritzhärte von 8 muss der Bohrer vollständig durchgehärtet sein.

Achtung! Die erwähnten Fliesen-, Glas- oder Diamantbohrer können nur im Zusammenhang mit Fliesen verwendet werden. Wer ein Loch in eine Wand bohren möchte, braucht andere Gerätschaften! In den meisten Fällen reicht jedoch ein Steinbohrer aus.

Schritt-für-Schritt Fliesen durchbohren – so geht’s!

Bevor der Bohrer überhaupt erst angesetzt wird, ist es wichtig, die Schlagfunktion des Geräts auszuschalten. Ansonsten ist ein Bruch quasi vorprogrammiert. Die Verwendung einer Führung kann Absplitterungen am Material verringern.

Der Bohrer wird im rechten Winkel an die Fliese angesetzt. Dies ist so wichtig, weil sich das Gerät ansonsten verkanten könnte. In diesem Fall würde die Fliese zeitnah splittern. Falls mit einem wasserkühlpflichtigen Bohrer gearbeitet wird, muss natürlich zunächst der Wassertank befüllt werden.

Das Anbohren muss immer auf der Basis einer niedrigen Drehzahl passieren. Zudem gilt: Die Geschwindigkeit und der Druck, der aufgewendet wird, sollten am besten gleichbleiben. Nach und nach bahnt sich das Gerät dann seinen Weg durch die Fliese.

Wenn das Loch durchgebohrt ist, wird der aktuelle Bohrer durch einen Steinbohrer getauscht. Die gewählte Drehzahl sollte sich dabei im durchschnittlichen Bereich bewegen. Danach sollte das Loch fertig sein und der betreffende Bereich kann weiter bearbeitet werden.

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Darf man als Mieter Fliesen durchbohren?

Wer im Bad einen Schrank oder einen Spiegel aufhängen möchte, steht oft vor der Frage, ob es in diesem Zusammenhang erlaubt ist, ein Loch durch die Fliesen zu bohren. Auch wenn der Vermieter sicherlich in den meisten Fällen nichts dagegen einzuwenden hat und das Aufhängen von Schränken und Co. von der Mehrheit in den Bereich des „normalen Gebrauchs“ einkategorisiert wird, ist es sicherheitshalber immer besser, zu fragen.  

Eines der Hauptbedenken, das in diesem Zusammenhang immer wieder geäußert wird, ist, dass die Möglichkeit besteht, dass bei falschem Bohren die Fliese – wie oben erwähnt – bricht. Und genau das würde den Wert der Wohnung mindern und Folgekosten nach sich ziehen.

Vor allem jedoch dann, wenn die betreffende Wohnung neu bezogen wurde und ohnehin keine Ausstattung vorhanden ist, sind viele Eigentümer noch ein wenig kulanter. Immerhin müssen ja auch Bad, Küche und Co. mit Einrichtungsgegenständen bedacht werden.

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Fazit

Ein Loch in eine Fliese zu bohren ist eigentlich nicht schwer. Jedoch bedarf es etwas Geduld und präziser Vorarbeit, damit das Vorhaben auch gelingt. Vor allem das richtige Werkzeug ist hierbei entscheidend, wenn es darum geht, eine fundierte Basis zu schaffen.

In Eigentumsobjekten sind Bohrungen ohnehin kein Problem, da die Verantwortung im Zusammenhang mit etwaigen Schäden bei dem Eigentümer selbst liegt. Handelt es sich jedoch um ein Mietobjekt, ist es immer sinnvoller, den Vermieter im Vorfeld zu fragen.

Wer komplett unsicher ist, kann diesen natürlich auch um Hilfe bitten. Es gibt viele Vermieter, die dann beispielsweise den zuständigen Hausmeister oder bestimmte Unternehmen beauftragen, die entsprechenden Arbeiten auszuführen.

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