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Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer – Unterschied, Vorteile, Nachteile

Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer – welche Maschine für welchen Zweck?

Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer erleichtern uns die Arbeit beim Neubau oder bei der Renovierung. Beide sind handgeführte Elektrowerkzeuge, die sowohl im einschlägigen Fachhandel und als auch in den Baumärkten in unterschiedlichen Qualitätsstufen angeboten werden. Bereits dort trennen sich jedoch die Wege zwischen gelegentlicher Nutzung und professionellem Gebrauch.

Wer einmal ein Bohrloch in Beton mit einer Schlagbohrmaschine für 30 Euro und anschließend ein gleiches Loch mit einer solchen Maschine vom Markenhersteller gebohrt hat, erkennt diesen Unterschied deutlich.

Das Billigmodell hat einen geringeren Vortrieb, ist ungelenk in der Handhabung und stößt schnell an die Grenzen der Überlastung. Nicht ohne Grund gibt es einen deutschen Markenhersteller, der bauähnliche Maschinen in einer festgelegten Farbe für die gelegentliche Nutzung und andersfarbig für den professionellen Dauereinsatz anbietet.


Vor jedem Kauf, sowohl bezüglich einer Schlagbohrmaschine als auch des Bohrhammers, sollte deshalb die Frage nach der Häufigkeit der Verwendung geklärt werden. Professionelle Maschinen sind fast immer teurer, haben jedoch eine um ein Vielfaches längere Standzeit sowie bessere Gebrauchseigenschaften.


Nun aber zu den unterschiedlichen Funktionsweisen:

Schlagbohmaschine

Wie funktioniert eine Schlagbohrmaschine?

In der Bezeichnung dieses Maschinentyps verbergen sich zwei Worte. Dies sind einerseits das Schlagen und andererseits das Bohren. Grundsätzlich führt das Bohrfutter einer jeden Schlagbohrmaschine auf seiner Welle eine rotierende Bewegung aus, und daraus ergibt sich die Bohrfunktion.

Das bedeutet, dass auf diese Weise Bohrlöcher in weichen Materialien wie Holz, Kunststoff, Metall oder Nichteisenmetall hergestellt werden können. Schlagbohrmaschinen haben meistens ein Kranz- oder Schnellspannbohrfutter für Werkzeuge mit zylindrischem Schaft, modernere Ausführungen können auch zu SDS Aufnahme wechseln (sie dazu mehr beim Bohrhammer)

Bohrmaschine mit Schnellspannfutter
Bohrmaschine mit Schnellspannfutter


Die Schlagbohrmaschine besitzt jedoch im Unterschied zur einfachen Handbohrmaschine eine Umschaltmöglichkeit, mit der die Schlagfunktion ein- oder ausgeschaltet wird. HSS-, Forstner- sowie andere Bohrer für weiche Materialien würden durch diese Schlagfunktion zerstört und dürfen deshalb nur ohne Schlag verwendet werden. Bei zugeschalteter Schlagfunktion kommen vielmehr mit Hartmetall besetzte Bohrer und Bohrkronen zum Einsatz. Mit denen werden Beton, Ziegel und ähnliche Baustoffe bearbeitet.

Fazit:

  • ohne Schlagfunktion bohren in weichen Materialien
  • mit Schlagfunktion bohren in harten Materialien

Wie funktioniert ein Bohrhammer?

Auch in dieser Bezeichnung verbergen sich wieder zwei Worte. Diese sind einerseits das Bohren und anderseits das Hämmern (oder Stemmen und Meißeln). Ein Bohrhammer wird immer benötigt, wenn Stemmarbeiten ausgeführt werden sollen. Er ist bereits an seiner Art des Bohrfutters erkennbar. Während eine Schlagbohrmaschine mit einem Kranz- oder Schnellspannbohrfutter ausgestattet ist, weist das Bohrfutter eines Bohrhammers eine SDS-Aufnahme auf.

Bohrhammer

Im Gegensatz zu Werkzeugen mit zylindrischem Schaft werden in einem solchen SDS-Bohrfutter Bohrer, Meißel und Bohrkronen mit seitlichen Nuten verwendet. Mittels dieser Nuten können diese Werkzeuge im Bohrfutter sowohl eine rotierende als auch eine horizontale Bewegung ausführen.


Alle Bohrhämmer sind mit zwei umschaltbaren Funktionen ausgestattet. Dies sind einerseits das Schlagbohren und andererseits die Stemmfunktion. Besonders hochwertige Modelle können zusätzlich auch mit einer Bohrfunktion ohne Schlag ausgerüstet sein.
Ein weiterer Unterschied besteht in der Größe des SDS-Bohrfutters.

Kleine Bohrhämmer, mit denen nur gelegentliche Stemmarbeiten erledigt werden sollen, sind mit einem Bohrfutter der Bezeichnung SDS-plus ausgestattet. Es gibt aber auch Bohrhämmer für häufige und schwere Stemm- sowie Abbrucharbeiten. Bei solchen Maschinen trägt das Bohrfutter die Bezeichnung SDS-max.

SDS Aufnahme

Bohren, schlagen, stemmen – reicht dann bereits eine Maschine aus?

Kühle Rechner stellen sich spätestens jetzt die Frage, ob dann nicht eine einzige Maschine für alle anfallenden Arbeiten ausreicht. Lieber einmal in einen professionellen Bohrhammer mit Stemm-, Schlagbohr- und Bohrfunktion ausgestattet investieren als doppelt gekauft? Dieser Überlegung stehen gleich mehrere Argumente entgegen.


Ein SDS-Bohrfutter mit Nuten gibt den eingesetzten Werkzeugen nur in neuem Zustand präzisen Halt. Aus jeder Verwendung ergeben sich geringfügige Abnutzungserscheinungen, und die Führung des Werkzeuges im Bohrfutter wird ungenau. Vor allem bei Stemmarbeiten mit seitlichem Verkanten kann diese Abnutzung schnell voranschreiten.

Es gibt zwar aufsteckbare Schnellspannfutter mit SDS-plus-Aufnahme für Bohrer mit zylindrischem Schaft. Diese beginnen jedoch bereits bei einem nur geringfügig ausgeschlagenen Bohrfutter des Bohrhammers zu „eiern“. Zwar ist es auch dann trotzdem möglich, Bohrlöcher mit HSS- oder Forstnerbohrern herzustellen. Präzisionsarbeit ist jedoch nicht möglich. Bohrlöcher von weniger als vier Zentimetern Durchmesser sind generell nicht empfehlenswert, weil die Bohrer abbrechen könnten.


Ein weiteres Gegenargument ist aber auch das Gewicht des Bohrhammers. Schlagbohrmaschinen sind fast in allen Modellreihen etwas oder sogar wesentlich leichter als Bohrhämmer. Präzisionsbohrungen ohne Schlagfunktion gelingen auch aus diesem Grund nur mit Einschränkungen.

Netz oder Akku – welcher Antrieb ist besser?

Sowohl Schlagbohrmaschinen als auch Bohrhämmer sind sowohl mit Netzkabel als auch mit Akku erhältlich. Netzbetriebene Maschinen sind jedoch nahezu durchgehend preisgünstiger. Aber auch ungeachtet des Preises haben beide Antriebsarten Vor- und Nachteile.


Kabelbetriebene Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer sind sofort einsatzbereit und können mit maximal möglicher Leistung verwendet werden. Wenn nur das lästige Kabel nicht wäre! An schwer zugänglichen Einsatzorten ist es permanent im Wege, und es kann überall hängenbleiben. Vor allem aber muss in nächster Nähe eine 220-Volt-Schukosteckdose zur Verfügung stehen, oder der Anschluss muss erst per Verlängerungskabel hergestellt werden.


Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer mit Akkuantrieb brauchen theoretisch keinen Stromanschluss. Weshalb nur theoretisch? Zur Ausstattung gehört ein Ladegerät, mit dem der Akku aufgeladen wird, und dieses benötigt den Anschluss an eine 220-Volt-Steckdose. Ist der Akku vollgeladen, entfällt das lästige Kabel. Mit abnehmendem Ladevolumen verlieren jedoch nur hochwertige Akkugeräte nicht an Leistung. Die Kaufentscheidung, ob ein Akku- oder Netzbetrieb günstiger ist, richtet sich deshalb vor allem nach der vorgesehenen Nutzung.

Akkuschlagbohrmaschine


Markenhersteller haben sich bereits seit mehreren Jahren für ein System mit gleichen Akkus innerhalb ihrer Modellreihen entschieden. Das bedeutet, dass die Akkus für mehrere Maschinen des gleichen Herstellers genutzt werden können. Deshalb werden auch deren Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer im Lieferprogramm mit oder ohne Akku angeboten. Dadurch verringern sich die Investitionskosten und wertvolle Ressourcen werden geschont.

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