Die richtige Reihenfolge beim Sanieren
Sanieren hört sich einfach an, aber wenn die Arbeiten und die Reihenfolge der Ausführung nicht wohlüberlegt sind, lauern Stolpersteine und Mehrarbeit sowie höhere Kosten.
Grobplanung
An erster Stelle steht die Grobplanung. Ohne diese ist die best geplante Reihenfolge nicht viel wert. Immobilien Websites geben Hilfestellung, wie eine gute Planung aussehen sollte. Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Planung immer auf das Objekt und den Bauherren abgestimmt sein muss. Denn nicht jeder Sanierungsschritt ist bei jedem Objekt notwendig. Auch müssen nicht immer alle Gebäudeteile gleichzeitig saniert werden, so dass die folgende Auflistung nur als Unterstützung, aber nicht als Maß aller Dinge zu sehen ist.
Abbruch und Rohbau
Nur keine Scheu, lautet die Devise. Also alles raus, was raus muss, so ist man effektiver und arbeitet günstiger. Ein Container für den Bauschutt ist günstiger, als für jede Kleinigkeit zum Entsorger zu fahren. Bei Bodenerneuerungen sollte man warten, bis alle anderen Arbeiten abgeschlossen sind. Das verhindert, dass der neue Boden schon beschädigt werden könnte.
Auch Fensterarbeiten sollten nicht unbedingt im Winter stattfinden. Grundsätzlich wird eine Sanierung in der gleichen Reihenfolge durchgeführt wie ein Rohbau. Sind die inneren Arbeiten erledigt, geht es ans Dach. Hier kommt es auf den Zustand des Dachstuhls an und welche Arbeiten angedacht sind. Das Setzen einer Gaube ist aufwendiger als eine neue Dacheindeckung. Aber je nach Innenarbeiten kann das Dach parallel bearbeitet werden.
Trockenbau
Sind die Abbrüche und Dacharbeiten erledigt, kann mit dem Trockenbau im Inneren begonnen werden. Zumindest die Vorbereitung. Denn der Abschluss kann erst gemacht werden, wenn Kanalanschlüsse, Wasser und Heizung sowie die Elektroinstallationen abgeschlossen worden sind. Das erspart das Aufreißen der gerade erst gesetzten Wände, um die nötigen Installationen zu platzieren.
Bei der Heizungsanlage sollte die Planung von einem Fachmann gemacht werden, so verhindert man eine Heizungsanlage, die zu überdimensioniert oder zu schwach ist. Das hat Auswirkungen auf den Verbrauch und die damit verbundenen Kosten. Hier empfiehlt es sich, zunächst Wasser und Heizungsinstallationen durchzuführen. Das ist vor allem eine Kostenfrage, da Rohrbiegungen für Wasserrohre oder Gasleitungen kostenintensiver sind als ein Kabel durch eine Kurve zu führen.
Außendämmung und Fenster
Die Außendämmung kann und sollte parallel zum Innenausbau laufen, da hier keine Berührungspunkte vorliegen. Sobald die Dämmung angebracht ist, kann mit dem Fassadenanstrich oder Putz fortgefahren werden. Dadurch werden die Kosten für das Gerüst auf einem überschaubaren Niveau gehalten, denn je länger das Gerüst steht, desto höher sind die hierfür anfallenden Kosten.
Gleiches gilt für die Deckendämmung zum Keller hin. Eine Geschossdecke zwischen den einzelnen Geschossen ist nur notwendig, wenn sich im darüberliegenden Geschoss ein nicht gedämmter Dachboden befindet. Hier kann nach Beendigung der Hausinstallation begonnen werden. Nach Fertigstellung der Außendämmung sollten auch die Fenster und Außentüren eingesetzt werden.
Innenausbau
Sind Fenster und Türen eingesetzt, kann im Inneren der Putz aufgetragen werden. Dadurch werden die Spalte zwischen Fenstern und Mauerwerk sowie Kabelleitungen im Mauerwerk geschlossen. Wenn der Putz getrocknet ist, kann auch hier gestrichen oder tapeziert werden. Sollten Fliesen die Wand zieren, so sind diese vor dem Putz aufzutragen.
Während der Trocknungsphase des Putzes kann man Zeit sparen und Böden verlegen sowie die Innentüren einsetzen. Sind die Wände tapeziert oder gestrichen, werden die Schalter der Elektroinstallationen angebracht. Die Montage der Fußleisten erfolgt ebenfalls nach Tapezieren oder Streichen, allerdings muss hierfür auch der Fußboden bereits verlegt sein. Zu guter Letzt erfolgt die Installation der Sanitärelemente.