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Wanddurchbruch: So wird aus zwei Zimmern ein Raum

Die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich gerade im Eigenheim bieten, sind nahezu grenzenlos. Unter anderem können Haus- oder Wohnungsbesitzer mit Hilfe der entsprechend nötigen handwerklichen Arbeiten dafür sorgen, dass aus zwei Räumen ganz einfach ein großes Zimmer wird.

Für ein solches Unterfangen sollte mindestens ein Tag Arbeit einkalkuliert werden. Hinzu kommt, dass einige Details bei der Umsetzung beachtet werden müssen. Eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung kann hier weiterhelfen.

Und Vorsicht! Handelt es sich bei der einzureißenden Wand um ein tragendes Element, gelten besondere Vorgaben! Wer sich hier unsicher ist, sollte sich immer von einem Fachbetrieb beraten lassen. Die betreffenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, herauszufinden, was möglich ist… und was nicht.

Schritt-für-Schritt: So gelingt der Wanddurchbruch

Wer einen Wanddurchbruch realisieren möchte, sollte hierfür unbedingt ausreichend Zeit einplanen. Auch ein ohnehin passionierter und erfahrener Heimwerker sollte sich gut auf das anstehende Vorhaben vorbereiten und auch die theoretischen Aspekte nicht außer Acht lassen. Die Vorarbeit sollte in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden. Zudem ist es natürlich auch wichtig, das passende Werkzeug parat zu haben, damit sich die Arbeiten nicht unnötig in die Länge ziehen.

Der Wanddurchbruch: So geht’s

Ein erfolgreicher, sauberer (und selbstverständlich auch sicherer) Wanddurchbruch basiert auf mehreren Schritten – und zwar unabhängig davon, ob er vom Profi oder von einem Hobby-Handwerker durchgeführt wird. Generell ist es hierbei am besten, lieber ein wenig mehr Zeit einzuplanen, um am Ende nicht unter Zeitdruck zu geraten.

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Die Vorbereitung

Schritt Nr. 1: Statik prüfen lassen

Wer vorhat, eine Wand einzureißen, um damit einen größeren Raum zu schaffen, muss sich im ersten Schritt unbedingt mit der Statik des Raumes befassen. Im Idealfall wird hierbei immer ein Fachbetrieb zu Rate gezogen. Nur dann greift mit Hinblick auf grundlegende Statikfragen letztendlich auch der Versicherungsschutz.

Handelt es sich beispielsweise um eine tragende Wand, kann diese nicht einfach entfernt werden ohne, dass die Baustruktur hierunter leiden würde. Im schlimmsten Fall können Teile des Hauses sogar einstürzen.

Das Durchbrechen bzw. das Entfernen einer nicht-tragenden Wand gestaltet sich hier schon ein wenig unkomplizierter.

Hier geht es dann mit den folgenden Schritten weiter.

Schritt Nr. 2: Strom- und Wasserleitungen ermitteln und umlegen

Durch jede Wand können Strom- und Wasserleitungen verlegt worden sein. Umso wichtiger ist es, mit einem geeigneten Mess- oder Ortungsgerät zu ermitteln, wo sich die besagten Leitungen befinden.

Sollte sich ein Metallrohr in der Wand befinden, ist es wichtig – auch allein schon aus versicherungstechnischen Gründen – einen Fachbetrieb zu kontaktieren.

Schritt Nr. 3: Container organisieren

Bei einem Wanddurchbruch fällt einiges an Bauschutt an. Dieser muss im Zuge der Arbeiten natürlich entfernt werden. Hierfür eignet sich ein großer Container ideal. Mit seiner Hilfe lässt sich im Nachhinein auf der Baustelle weitestgehend problemlos aufräumen. Doch Vorsicht! Nicht alle Materialien, die bei einem Wanddurchbruch anfallen, fallen unter die Kategorie „Bauschutt“.

Tipp: Findet der Wanddurchbruch in der ersten oder zweiten Etage statt? Dann ist es sinnvoll, gegebenenfalls eine Schuttrutsche zu organisieren. So lässt sich der Schutt sicher und einfach von der Baustelle befördern.

Schritt Nr. 4: Die Zimmer leerräumen und auf die anstehenden Arbeiten vorbereiten

Damit das Mobiliar oder andere Gegenstände nicht beschädigt oder mit Staub und Schutt bedeckt werden, sollte möglichst alles an die entgegengesetzte Wand bzw. möglichst weit entfernt aufgestellt werden.

Zusätzlich macht es Sinn, alles mit einer Plane abzuhängen. Dies gilt nicht nur für das Mobiliar, sondern auch für den Boden und die anderen Wände.

Schritt Nr. 5: Die richtige Ausrüstung griffbereit legen

Ein Wanddurchbruch verursacht viel Staub und Schmutz, der dann, wenn er eingeatmet wird, zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Deshalb braucht es – neben dem richtigen Werkzeug – eine entsprechende Ausrüstung in Form einer Atemschutzmaske, einer Schutzbrille und eines Schutzanzuges.

Weiterhin werden benötigt:

Tipp: Es soll nur eine Wand eingerissen werden und dann ist das Eigenheim perfekt gestaltet? Dann ist es sinnvoll, das benötigte Werkzeug auszuleihen, anstatt es zu kaufen. Dies spart nicht nur bares Geld, sondern macht auch die Überlegung „Wo soll ich nur all das lagern, wenn ich es nicht brauche?“ quasi überflüssig.

Die Durchführung

Schritt Nr. 1: Die Wand (gegebenenfalls) mit dem Vorschlaghammer bearbeiten

Hierbei handelt es sich um die ersten (und auch mit um die gröbsten) Arbeiten. Im ersten Schritt wird die zu durchbrechende Wand mit einem Vorschlaghammer bearbeitet. So kann die Basis für alle weiteren Schritte geschaffen werden.

Sollte es sich bei der zu durchbrechenden Wand um eine nicht-tragende Rigipswand handeln, brauchst du hierfür nicht zwangsläufig einen Vorschlaghammer. Hier reicht es in der Regel auch aus, mit Schritt 2 zu beginnen.

Schritt Nr. 2: Durchbruch mit Bohr- und Abrisshammer präzisieren

Der Vorschlaghammer ist für den groben Durchbruch ideal geeignet. Kommt es jedoch zu den Feinarbeiten an den Ecken oder in Bodennähe, lässt es sich mit einem Bohr- und Abrisshammer wesentlich präziser arbeiten. Um danach noch kleinere Rückstände zu entfernen, werden Hammer und Meißel genutzt. Hierbei sollte dementsprechend immer individuell bewertet werden, welches Werkzeug in der jeweiligen Situation vielleicht „zu grob“ und welches „genau richtig“ ist.

Schritt Nr. 3: Bauschutt beseitigen

Wurden die Arbeiten beendet, kann der angefallene Bauschutt nun in den Container verfrachtet werden. Doch Vorsicht! Nicht jede Art von Abfall, die im Zuge eines Wanddurchbruchs anfällt, gehört auch zum Bauschutt!

Achte darauf, dass lediglich unter anderem die folgenden Abfälle bzw. Materialien über einen solchen Bauschuttcontainer entsorgt werden dürfen:

  • Mauerwerk
  • Ziegelsteine
  • Reiner Betonabbruch
  • Fliesen
  • Reste von Mörtel und Putz.

Es ist wichtig, in diesem Zusammenhang keine Kompromisse einzugehen. Denn: Wer zum Beispiel Baumischabfall im Bauschutt entsorgt, läuft Gefahr mit einer Geldstrafe belangt zu werden. Immerhin entsteht dem entsorgenden Unternehmen so Mehrarbeit.

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Schritt Nr. 4: Gegebenenfalls Stahlträger aufbauen

Auch hier ist es wichtig, sich mit einem Statiker kurzzuschließen. Denn: Gegebenenfalls macht es Sinn, auch bei nicht-tragenden Wänden, auf den Aufbau von zusätzlichen Stahlträgern zu setzen. Im Zusammenhang mit tragenden Wänden ist ein solcher Aufbau übrigens verpflichtend.

Tipp: Die Stahlträger müssen genau waagerecht angebracht werden, damit sich das Gewicht gleichmäßig verteilen kann. Am einfachsten ist es hierbei, auf die Nutzung einer Wasserwaage zu setzen.

Schritt Nr. 5: Wanddurchbruch verputzen

Nun wurde der Hauptteil der Arbeiten erledigt. Die Wand wurde entfernt, das Zimmer vergrößert und für die nötige Stabilität gesorgt. Im letzten Schritt muss der Wanddurchbruch nur noch verkleidet werden. Wer hier Wert auf die Details legt und sorgfältig arbeitet, kann den Anschein erwecken, als hätte es die ehemalige Wand nie gegeben.

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